Kleine Nadelstiche

DORTMUND ▪ Mit Blick auf das kleine Revierderby beim VfL Bochum (heute, 15.30 Uhr) spricht Jürgen Klopp, Trainer des Bundesligisten Borussia Dortmund, von einem „wahnsinnig wichtigen Spiel“. Denn im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft darf sich die Borussia keine Ausrutscher erlauben. „Hinter uns lauern Mannschaften mit einer enormen Qualität“, betont der Fußball-Lehrer. „Von denen hat sich noch niemand aufgegeben.“ Von Peter Schwennecker

Für Klopp ein Grund, aus seiner Truppe wieder alles herauszukitzeln, was möglich ist. Er betreibt derzeit die Politik der kleinen Nadelstiche, die zuletzt schon gegen Mönchengladbach von Erfolg gekrönt war. Vor dieser Partie hatte er gegen Mohamed Zidan gestichelt, den Ägypter aufgefordert, endlich auch einmal im BVB-Dress so aufzuspielen wie im Trikot seines Heimatlandes. Zidan traf übrigens gegen Gladbach zweimal selbst und bereitete den Führungstreffer von Kevin Großkreutz vor.

In dieser Woche hat sich Klopp den Polen Jakub Blaszczykowski „ausgeguckt“, der seit langer Zeit nicht mehr für die Borussia getroffen hat. „Ich habe bei Youtube ein Video mit Toren Kubas entdeckt. Ich wusste gar nicht, dass es so viele sind. Da waren einige großartige Tore dabei, an die ich mich gar nicht erinnern konnte.“

Zuletzt nicht in Torlaune war allerdings auch „Welttorjäger“ Lucas Barrios, der seinen neun Hinrundentreffern bisher nur zwei in der Rückrunde folgen ließ. Was Klopp allerdings nicht sonderlich beunruhigt. „Er steckt in der klassischen Torjägersituation“, meint der BVB-Coach. „Er wird über Treffer definiert, aber gegen Gladbach war er an allen drei Toren beteiligt. Auch das ist wichtig.“ Deshalb steht Barrios für Klopp derzeit außerhalb jeder Kritik. „Lucas hat sich seine Tore aufgehoben. Zum Glück treffen jetzt andere. Es gab auch Phasen, da hat außer Lucas niemand getroffen. So ist mir das auf jeden Fall lieber.“

Klopp rechnet heute mit einer ausgeglichenen Partie, weil zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die ein ähnliches System bevorzugen. „Was Bochum derzeit spielt, ist das Beste, was der VfL seit Jahren auf den Rasen bringt“, zeigt er großen Respekt vor dem B1-Nachbarn. „Entscheidend wird sein, wer sich besser einsetzt und wer den größeren Willen auf den Platz bringt.“ Klopp hofft, dass das seine Elf sein wird, die mit einem Sieg auf Rang vier klettern, bei einer Niederlage allerdings auch Rang fünf an Bremen verlieren könnte. Deswegen lässt der 42-Jährige an seiner Zielsetzung keine Zweifel: „Wir wollen uns oben festbeißen, deswegen werden wir alles daran setzen, zu gewinnen.“

Personell wird sich bei der Dortmunder Borussia gegenüber der Partie gegen Mönchengladbach nichts ändern. Nelson Valdez steht trotz seiner muskulären Probleme im Oberschenkel zur Verfügung und wird auf der Bank sitzen.

Quelle: wa.de

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