Klassisches Endspiel für BVB in Sevilla

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Einschwören auf das „Gruppenendspiel“. Die BVB-Profis beim Abschlusstraining im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán in Sevilla.

SEVILLA ▪ Das Flugzeug musste enteist, die Startbahn in Dortmund-Wickede extra geräumt werden, und einige Journalisten und Fußball-Anhänger verpassten auf Grund des Schneefalls sogar den Abflugtermin nach Sevilla. Von Peter Schwennecker

Mit winterlichen Hindernissen und 50 minütiger Verspätung begann am Dienstag die Reise zum letzten Europa-League-Vorrundenspiel des BV Borussia Dortmund, das am Dienstag um 21.05 Uhr (live auf Sat 1) im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán beim FC Sevilla angepfiffen wird.

Zumindest alle 20 nominierten BVB-Profis saßen an Bord, als die Boing 737 der Air Berlin Richtung Spanien abhob. In Andalusien erwarteten die Dortmunder nach der Landung angenehme 17 Grad Celsius. Was die Laune bei Trainer und Mannschaft deutlich anhob. „Wir freuen uns auf dieses Finale, das wir alle haben wollten. Das sind Highlights, auch wenn es um keinen Titel geht“, betonte Innenverteidiger Mats Hummels. Und der strahlte wie alle seine Teamkameraden große Zuversicht aus, dass der souveräne Bundesliga-Tabellenführer im internationalen Wettbewerb überwintern wird. „Wir haben schon im Hinspiel gezeigt, dass wir die Qualität haben, auch in Sevilla zu gewinnen“, sagte der Jung-Nationalspieler. Bereits bei der 0:1-Niederlage in Dortmund war der BVB die klar überlegene Mannschaft, ließ aber selbst die besten Torchancen aus.

„Wir stehen vor einem klassischen Endspiel“, erklärte Jürgen Klopp, der Dortmunder Fußball-Lehrer, nach der Landung in Sevilla. Wobei sich an der Herangehensweise gegenüber den vergangenen erfolgreichen Wochen in der Bundesliga allerdings nichts ändern wird. „Es geht nur darum, von Beginn an möglichst guten Fußball zu spielen“, betonte der Trainer. Wobei er seiner jungen Mannschaft allerdings keinen schweren Rucksack aufsetzen wollte. „Ich sage den Jungs nicht, dass wir unbedingt müssen – aber ich sage, dass wir unbedingt gewinnen wollen, um die nächste Runde zu erreichen.“

Positiv könnte sich für den BVB auswirken, dass er auf einen schwer angeschlagenen Gegner trifft, der nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge große Probleme hat. Mit 20 Punkten nimmt der Traditionsclub in der ersten spanischen Liga derzeit nur den enttäuschenden elften Tabellenplatz ein, verlor am vergangenen Wochenende sogar daheim mit 1:3 gegen Kellerkind Almeria. „Vor Selbstvertrauen strotzen werden sie sicherlich nicht“, erklärte der Dortmunder Trainer. „Aber sie werden gegen uns versuchen, die bisher enttäuschende Saison ein wenig gerade zu rücken.“ Den Gastgebern, die laut Klopp immer noch über einen Kader von großer Qualität verfügen, reicht bereits ein Unentschieden, um sich den zweiten Platz hinter Paris St. Germain in der Gruppe J zu sichern.

Die angeschlagenen Nuri Sahin (Adduktorenprobleme), Sven Bender (Knöchelprellung) und Mario Götze (Magen- und Darmbeschwerden) waren gestern Abend bei der Abschlussübungseinheit in Sevilla dabei und werden daher heute auflaufen können. Dennoch hatte Klopp neben den 18 Profis, die zuletzt im Kader gegen Bremen standen, mit Mohamed Zidan und Damien Le Tallec aus Sicherheitsgründen zwei weitere Akteure mitgenommen.

Im Hurra-Stil werden die Borussen Sevilla aber nicht erobern. „Wie immer werden wir aus einer konzentrierten Defensive“ agieren“, gab Klopp die Marschroute vor. „Was aber nicht bedeutet, dass wir defensiv spielen. Wir wollen nicht ins offene Messer laufen, sondern haben vor, ein richtig gutes Fußballspiel zu machen.“ Und notfalls werden die Dortmunder auch noch zum Ende der Partie volles Risiko gehen. „Sollte es lange 0:0 stehen, werden wir natürlich die Offensive personell verstärken“, kündigte der Trainer an.

Quelle: wa.de

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