Kehl wartet auf Gespräch mit den BVB-Bossen

DORTMUND ▪ Neigt sich die Karriere von Sebastian Kehl in Dortmund ihrem Ende entgegen, oder hängt er noch zwei oder drei Jahre dran? Darüber wird in den nächsten Wochen entschieden.

Beim deutschen Meister Borussia Dortmund laufen nach dieser Saison insgesamt acht Verträge aus. Mit wem die sportliche Leitung über eine Verlängerung der bisherigen Kontrakte sprechen wird, ließ BVB-Boss Hans-Joachim Watzke offen. „Wir machen eine Kosten-Nutzenanalyse und dann entscheiden wir“, lautet sein Credo.

Einer, mit dem die sportliche Leitung bereits in den nächsten Tagen über eine Vertragsverlängerung redet, ist Kapitän Sebastian Kehl, der allen Unkenrufen zum Trotz wieder fester Bestandteil der ersten Garnitur des BVB ist.

Ob er nach zehn Jahren weiterhin seine Fußballstiefel für die Schwarz-Gelben schnürt, dazu sagte er dem „Kicker“: „Grundsätzlich fühle ich mich beim BVB gut aufgehoben und sehr wohl. Ich habe in dieser Dekade viel erlebt, viele Höhen, viele Tiefen. Natürlich kann ich mir gut vorstellen, in Dortmund zu bleiben, wobei man sich allerdings im Fußball vor längerfristigen Prognosen hüten sollte.“ Der defensive Mittelfeldspieler ließ allerdings offen, ob er finanzielle Abstriche in Kauf nimmt, um weitere zwei Jahre für die Borussia spielen zu können.

Wesentlich auskunftsfreudiger ist er, wenn es um seine Zukunft nach Beendigung seiner erfolgreichen Karriere geht. Weil er immer noch viel Spaß am Fußball hat, kann er sich durchaus vorstellen, im Fußball zu arbeiten. Ob als Trainer oder im Management, darüber macht er sich heute noch keinen Kopf. Er möchte noch zwei oder gar drei Jahre Fußball spielen, sagt Kehl, der auch auf die spektakulärste Personalie in der Bundesliga einging, den Wechsel von Marco Reus zu Borussia Dortmund im Sommer.

Er wusste, dass der BVB großes Interesse an dem Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach hatte, und Kevin Großkreutz und Mario Götze im Hintergrund ein bisschen mitgeholfen haben, Reus nach Dortmund zu locken. Dass es dann so schnell gegangen ist, hat ihn allerdings überrascht. Der Kapitän freut sich auf Marco Reus, weil er den BVB ab August 2012 weiter bringen werde. Denn der Jungnationalspieler habe sich wahnsinnig entwickelt. Er sei sehr schnell und strahle vor allem Torgefahr aus.

Obwohl das Dortmunder Mittelfeld bereits mit so hochkarätigen Fußballern besetzt ist wie Mario Götze, Shinji Kagawa, Kevin Großkreutz, „Kuba“ Blaszczykowski und Ivan Perisic befürchtet Kehl nicht, dass es innerhalb des Teams wegen des harten Konkurrenzkampfes zu Spannungen kommt.

„Der Verein hat diese Entscheidung mit viel Bedacht getroffen. Wir haben doch schon in der laufenden Saison in Phasen mit vielen Verletzten gemerkt, dass manchmal die Alternativen fehlten. Konkurrenzkampf ist bei den Ansprüchen, die der Klub hat, eine ganz normale Geschichte. Damit wird jeder Spieler zurechtkommen“, ist sich der Kapitän sicher. Auch das Duell der Jungstars, weil Götze und Reus beide am wirkungsvollsten agieren, wenn sie von der rechten Seite kommen, lässt den Blutdruck von Sebastian Kehl nicht in die Höhe schießen.

Wer ab August wo spielt? Diese Überlegungen überlässt er sehr gerne Trainer Jürgen Klopp. „Darüber heute zu spekulieren, ist viel zu früh. Natürlich verfügen wir über wahnsinnig viel Qualität in diesem Bereich, sind dadurch aber auch sehr flexibel.“ ▪

Jens Lederer

Quelle: wa.de

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