Jürgen Klopp stolz auf Ergebnisfußball des BVB

Moritz Leitner wurde kurz vor Schluss mit Wadenkrämpfen ausgewechselt. ▪
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Moritz Leitner wurde kurz vor Schluss mit Wadenkrämpfen ausgewechselt. ▪

DORTMUND ▪ Die Erleichterung war groß. Mit dem 1:0 (0:0) vor 65 590 Zuschauern über Olympiakos Piräus, dem ersten Sieg in der laufenden Runde der Champions League, hat sich der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund zumindest eine kleine Chance erhalten, doch noch in der Champions League zu überwintern.

„Dass wir diesmal nicht die Sterne vom Himmel gespielt haben, ist mir wurscht“, erklärte Jürgen Klopp nach dem Schlusspfiff. „Das war reiner Ergebnisfußball. Wer mehr erwartet hatte, dem kann ich auch nicht helfen“, betonte der BVB-Trainer. Mit nunmehr vier Pluspunkten wurden die Griechen in der Tabelle der Vorrunden-Gruppe F überholt, Arsenal London (8) und Olympique Marseille (7) sind dank des frühen Tores von Kevin Großkreutz (7.) in Schlagdistanz.

„Für uns war es wichtig, dass wir zumindest noch mit einer Perspektive in drei Wochen zum nächsten Auswärtsspiel bei Arsenal London fahren können“, beteuerte der Fußball-Lehrer. „Wir wissen zwar, dass die Chance auf das Achtelfinale sehr klein ist, aber wir fahren immerhin nicht nur zum Shoppen nach London.“ Um die Königsklasse zu erhalten, müssten die Schwarz-Gelben schon in London und zum Abschluss daheim gegen Marseille gewinnen. Aber zumindest im Kampf um den Platz in die Europa League haben die Dortmunder jetzt gegenüber Piräus wieder die besseren Karten.

Die Freude war auch bei den Spielern groß. „Ich denke, dass es der Mannschaft ganz gut tut, die Punkte mal auf diese Art geholt zu haben“, erklärte Mario Götze. Und Torschütze Großkreutz fügte hinzu: „Vor allem haben wir Deutschland gezeigt, dass wir in der Champions League mithalten können. Wir wollen dort überwintern. Jetzt haben wir noch zwei Endspiele vor uns. Wenn wir beide gewinnen, sind wir weiter“, erklärte der Mittelfeldspieler.

Für den Erfolg war Klopp erstmals von seinem System abgewichen, ließ 4-3-3 statt 4-2-3-1 spielen. Mario Götze musste deshalb als dritter Sechser neben Sebastian Kehl und Moritz Leitner mehr Defensivarbeit als gewohnt verrichten. „Wir sind nicht dazu da, in der Champions League zu zeigen, wie gut wir kicken können, um anschließend als Deppen von Europa bezeichnet zu werden“, begründete Klopp seine Maßnahme. „Wir haben genug guten Fußball gespielt, aber keine Punkte geholt. Ich bin zufrieden und stolz.“

Lediglich eine halbe Stunde lang hatte der Coach im Abschlusstraining seine Startformation in diesem System üben lassen. Malochen statt zaubern war angesagt, selten zuvor hatten die Borussen den Ball in bedrängten Situation vor eigenem Publikum so oft auf die Tribüne gedroschen wie an diesem Abend gegen Piräus. Jeder rannte ums Überleben im internationalen Wettbewerb. Vor allem der 18-jährige Moritz Leitner, der erneut einen guten Eindruck hinterließ, war vier Minuten vor Schluss mit dem Kräften am Ende, musste mit Wadenkrämpfen ausgewechselt werden. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Klopp den Mittelfeldspieler, der nach dem erfolgreichen Debüt zum Strahlemann wurde. „Mein Traum ist mit dem Startelfdebüt in der Champions League in Erfüllung gegangen, und ich hatte riesigen Spaß dabei. Das war einfach geil.“

Peter Schwennecker

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