Jürgen Klopp sieht sogar Schalker Vorteile

DORTMUND ▪ 25 Punkte trennen derzeit den Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund und den Tabellenelften FC Schalke 04, doch von einer Favoritenrolle für das 137. Derby am Freitag (20.30 Uhr) vor ausverkauftem Haus will BVB-Trainer Jürgen Klopp nichts wissen. „Die Chancen stehen 50:50“, beteuert der Dortmunder Fußballer, und lässt nichts unversucht, Mannschaft und Anhänger vor dem ewigen Rivalen zu warnen.

Der Coach der Borussia sieht sogar einige Vorteile beim Konkurrenten aus Gelsenkirchen. Schließlich habe der noch immer eine große Qualität, sei vom Personal vor der Saison weitaus höher eingestuft worden als die Borussia. Deshalb traut Klopp den Blau-Weißen durchaus zu, in Dortmund eine außergewöhnliche Leistung abzurufen. „Wir werden uns aber mit allem wehren, was wir haben.“

Dass es bei den Schalker bisher nicht läuft, ist allerdings auch Klopp nicht entgangen. „Wir haben natürlich mitbekommen, dass die Stimmung beim Gegner nicht so gut ist“, betont der 43-Jährige. „Aus einer negativen Erwartungshaltung kann man aber leichter positiv überraschen.“ Wobei Klopp, ansonsten für seine lockeren Sprüche bekannt, sogar in die Rolle des Philosophen schlüpft: „Man kann durch große Lust auf Erfolg erfolgreich sein, aber auch durch Angst vor Misserfolg.“

Beste Motivation für seine Mannschaft seien, so Klopp, die Ereignisse nach dem Hinspiel, das die Schwarz-Gelben souverän mit 3:1 gewannen. Nach der Rückkehr wurden die Borussen von den Fans mit einem Feuerwerk am Vereinsgelände begrüßt, der überragende Shinji Kagawa von den Anhängern auf Schultern getragen. „Das war grandios. Diese Szenen haben allen Spielern aufgezeigt, dass der Sieg im Derby etwas ganz Besonderes ist“, erzählt Klopp. „Sie werden sicherlich alles dafür tun, das noch einmal zu erleben. Schließlich ist es äußerst selten, das Derby in einer Saison gleich zweimal zu gewinnen.“

„Verdammt lang her“, meint auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der in der Saison 1996/97 selbst als Torschütze dabei war. Personell muss der Trainer nur eine Umstellung gegenüber der überzeugenden Vorstellung von Wolfsburg vornehmen. Innenverteidiger Neven Sebutic ist gelbgesperrt, wird durch Felipe Santana ersetzt, der gestern erstmals nach seiner grippalen Erkrankung wieder mit der Mannschaft trainierte. „Ich bin 100 prozentig davon überzeugt, dass er seine Leistung bringen wird“, lobt Klopp den Brasilianer. „Felipe ist ohnehin der größte Härtefall bei uns. Trotz seiner großen Qualität kommt er nur selten zum Einsatz, weil wir auf seiner Position mit Neven und Mats Hummels so glänzend besetzt sind.“ Mit Hummels hat Santana in dieser Saison übrigens erst 13 Minuten gemeinsam gespielt – beim 5:0 gegen Kaiserslautern.

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare