In Dortmund werden Tränen fließen

Nimmt nach 13 Jahren Abschied von der Borussia und den BVB-Fans: Leonardo Dede. ▪

DORTMUND ▪ Taschentücher werden heute ein gefragtes Utensil im mit 80 722 Zuschauern ausverkauften Signal Iduna Park sein. Denn es werden beim letzten Bundesliga-Saisonspiel des neuen deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund gegen die Frankfurter Eintracht (Anstoß 15.30 Uhr) auf jeden Fall Tränen fließen.

Tränen der Freude, wenn BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball in seiner Eigenschaft als Chef der Deutschen Fußball-Liga nach der Partie die Meisterschale an Dortmunds Kapitän Roman Weidenfeller überreichen wird. Abschiedstränen, wenn vor dem Anstoß der Begegnung die Borussia-Profis Nuri Sahin, der zu Real Madrid wechselt, und Leonardo Dede, der die Schwarz-Gelben nach 13 Jahren verlässt, von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc verabschiedet werden. Und vielleicht auch Tränen der Enttäuschung, wenn die 8 000 Frankfurter Fans im Falle einer Niederlage den Abstiegsfrust verarbeiten müssen.

BVB-Trainer Jürgen Klopp will mit seiner Mannschaft  dafür sorgen, dass die große Meisterschafts-Sause der Borussia, die am Sonntag auf der Bundesstraße 1 in Höhe der Westfalenhalle nach einem Umzug durch die Stadt ihren Höhepunkt erreichen soll, mit einem sportlichen Paukenschlag eingeleitet wird. „Ich würde es mir wünschen, wenn wir es schaffen könnten, eine richtige Fußball-Atmosphäre zu schaffen und in allen Bereichen eine Vollgasveranstaltung abzurufen“, erhofft sich der Coach einen würdigen Rahmen für die offizielle Meisterehrung. Jedenfalls hat sich der neue Titelträger so akribisch wie in den 33 Saisonspielen zuvor auf die anstehende Aufgabe, die angesichts der Situation im Abstiegskampf gleich für drei Vereine von besonderer Bedeutung ist, vorbereitet. Schließlich will Klopp alle aufkeimenden Diskussionen über eine mögliche Wettbewerbsverzerrung im Keim ersticken. „Wir haben eine ganz normale Trainingswoche hinter uns“, erklärte der Trainer, der heute gegen die Hessen seine derzeit beste Startformation auf den Rasen schicken wird. Ein mögliches Schaulaufen für den scheidenden Leonardo Dede oder den genesenen Shinji Kagawa wird es aus Respekt vor den noch involvierten Vereinen  der unteren Tabellenregion frühestens bei einem entsprechenden Resultat in der Schlussphase der Partie geben.

Klopp hofft zudem, dass trotz anderer Zwischentöne, die er zuletzt wahrgenommen hat, auch Nuri Sahin von den Fans würdig verabschiedet wird. „Wenn einer, der für den BVB spielt, seit er elf Jahre alt ist, der mit 16 Profi wurde, in der Bundesliga debütierte und in den vergangenen Jahren zum Kopf dieser Mannschaft geworden ist, wenn der also mit 22 Jahren beschließt, diese neue Herausforderung zu suchen, muss man das akzeptieren. Auch wenn wir ihn alle sehr vermissen werden“, betont der BVB-Trainer. „Wir wollen ein Fest feiern, und Nuri gehört als wichtiger Bestandteil derer, die gefeiert werden, dazu.“ Unterstützung erhielt Klopp dabei von Innenverteidiger Mats Hummels: „Ohne Nuri wären wir nicht Meister geworden.“

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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