Ilkay Gündogan sucht seinen Platz beim BVB

Ilkay Gündogan (links), hier im Duell mit Sebastian Kehl. ▪
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Ilkay Gündogan (links), hier im Duell mit Sebastian Kehl. ▪

BAD RAGAZ ▪ Beim Deutschen Meister Borussia Dortmund herrscht vor allem im Mittelfeld ein scharfer Verdrängungswettbewerb, dem sich auch Ilkay Gündogan stellen muss. Von Jens Lederer

Die Neuerwerbung aus Nürnberg zeigte am Dienstagabend beim 6:1-Sieg über den Schweizer Zweitligisten St. Gallen, dass sie durchaus in der Lage ist, die Nachfolge von Nuri Sahin anzutreten, der den BVB in Richtung Real Madrid verlassen hat. Der „Neue“ betrachtet die Diskussion um seine Person jedoch gelassen. „Ich versuche, mich nicht so sehr unter Druck zu setzen. Mein Anliegen ist es, als Ilkay Gündogan gesehen zu werden und nicht als Sahin-Nachfolger. Ich halte nichts davon, wenn in die Vergangenheit geschaut und gesagt wird: Mit Nuri war es so oder so. Damit tut man niemandem einen Gefallen. Der Mannschaft nicht. Und mir schon gar nicht. Es ist nicht mein Anliegen, in Nuris Fußstapfen zu treten oder ihn vergessen zu machen“, erklärte er gegenüber dem Sportmagazin „kicker“.

Die extrem harte Vorbereitungsphase in Bad Ragaz, mit drei Trainingseinheiten pro Tag sind für den 20-jährigen Mittelfeldspieler kein Problem. Er wusste, was ihn beim Deutschen Meister erwartet und bereitete sich auch mit Blick auf seinen inzwischen ausgeheilten Haarriss am linken Mittelfuß bei Oliver Schmidtlein, dem Ex-Fitmacher der deutschen Nationalmannschaft, so gezielt vor, dass sein Fuß intensiver Belastung standhält.

In Bad Ragaz legt Trainer Jürgen Klopp zwar Wert auf körperliche Fitness, aber auch auf die taktische Ausrichtung seiner Mannschaft. Für den Perfektionisten müssen die Neuerwerbungen die Fußball-Philosophie des Übungsleiters verinnerlichen, wenn sie sich in der Startformation wiederfinden wollen. Das weiß auch Ilkay Gündogan. Zwar sehe der Fußball in Dortmund anders als in Nürnberg aus, aber er traut sich den Sprung in die erste Garnitur zu. „Ich habe das Gefühl, dass ich mit meinem Spiel gut in diese Mannschaft passe – läuferisch wie technisch. Aber perfekt ist das natürlich noch lange nicht“, sagte der 20-Jährige.

In Nürnberg von Trainer Dieter Hecking gesetzt, macht Gündogan keinen Hehl daraus, dass sein Anspruch auch beim BVB in Richtung Stammplatz geht. Da Jürgen Klopp die Vielseitigkeit des Mittelfeldspielers schätzt und junge Spieler von ihm gefördert werden, ist sich Gündogan sicher, dass Dortmund ihn nicht geholt hat, um den Kader aufzufüllen. Daher sieht er bei guter Leistung während der Saisonvorbereitung die Chance, einen Platz im Mittelfeld der Borussen zu finden. Hauptsache im Zentrum – egal, ob defensiv oder offensiv.

Es wird ihm auch egal sein, mit wem er im defensiven Mittelfeld agieren würde – wahrscheinlich ist es „Manni“ Bender, denn der ist bei Jürgen Klopp gesetzt, wenn er fit ist. Ilkay Gündogan will im Training und in den Spielen alles tun, um von Tag zu Tag besser zu werden. „Dabei unterstützen mich ein sehr gutes Trainerteam und tolle Mitspieler, die mir zur Seite stehen“, sagte der Mittelfeldspieler, der für vier Millionen Euro aus dem Frankenland in die Hauptstadt des deutschen Fußballs wechselte und hier wie früher beim 1. FC Nürnberg Akzente setzen will. So wie beim 2:1 für den BVB im Spiel gegen St. Gallen, als er dem Torschützen Mats Hummels den Ball auf dem Silbertablett servierte.

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