Ottmar Hitzfeld im Interview: Hochachtung vor BVB

Ottmar Hitzfeld ▪

LÖRRACH ▪ Ottmar Hitzfeld, der aktuelle Schweizer Fußball-Nationaltrainer, ist Dortmunds erfolgreichster Coach aller Zeiten.  Wilfried Horrmann sprach vor dem Bundesliga-Gipfel am Samstag in München zwischen den Bayern und dem Spitzenreiter aus Dortmund mit Ottmar Hitzfeld.

Wer gewinnt denn das Spitzenspiel am Samstag in München?

Ottmar Hitzfeld

Hitzfeld feierte 1995 und 1996 zwei Deutsche Meisterschaften mit dem BVB. Außerdem gewann er mit der Borussia 1997 die Champions-League. Danach wechselte er zu den Bayern, mit denen er fünfmal Meister wurde und ebenfalls die Champions League und den Weltcup (2001) gewann.

Hitzfeld: Ich bin selber sehr gespannt. Es ist eine unheimlich spannende Ausgangslage. Die Borussia kommt aber sicherlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt nach München, denn die Bayern sind in den vergangenen Wochen vor allen Dingen in der Offensive mit den Weltklasseleuten Robben und Ribery enorm stark geworden. Für mich werden sie sogar die Champions-League gewinnen.

Der BVB hat für Sie also keine echte Chance?

Hitzfeld: Na klar, die Borussenmannschaft kommt doch auch mit breiter Brust. Die Jungs von Jürgen Klopp sind frech, laufstark, unbekümmert und spielen eine ganz außergewöhnliche Saison. Vor dieser Leistung muss man absolute Hochachtung haben, sie brauchen sich vor keinem Gegner zu verstecken.

Reicht es denn auch zur Meisterschaft?

Hitzfeld: Wenn der BVB diese bislang so großartige Form noch einige Wochen konservieren kann und keine weiteren schlimmen Verletzungen auftreten, hat keine andere Mannschaft eine echte Chance. Dann wird mein geschätzter Kollege Jürgen Klopp, der sensationelle Arbeit in Dortmund leistet, mit der Borussia auch ein hoch verdienter Meister.

Da werden aber Erinnerungen bei Ihnen wach- oder?

Hitzfeld: Ja, sehr, sehr schöne. Als wir 1995 und 1996 Meister wurden, waren Hunderttausende Menschen auf den Beinen, haben uns in Dortmund wie die Könige gefeiert. Die ganze Stadt stand Kopf, die Borussia ist ja eine Herzensangelegenheit, fast schon eine Religion für die Menschen im Revier. Hier wird ehrliche Arbeit honoriert, für mich war es deshalb eine unvergesslich schöne Zeit.

Selbst als Münchner-Trainer hat man Sie ja beim BVB noch geliebt...

Hitzfeld: Das stimmt, als ich das erste Mal als Bayern-Trainer nach Dortmund ins Stadion kam, standen alle 80 000 auf und haben mich mit Sprechchören minutenlang gefeiert. Es war so ergreifend, dass mir die Tränen kamen. Solche Augenblicke vergisst man im Leben nicht...

Quelle: wa.de

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