Hertha schottet sich vor Spiel gegen BVB ab

DORTMUND - Die Rollen sind vor dem Anpfiff (15.30 Uhr) eigentlich klar verteilt. Mit Hertha BSC Berlin empfängt Samstag die schlechteste Mannschaft der Rückrunde (0 Punkte) das aktuell erfolgreichste Team.

Von Peter Schwennecker

Die Dortmunder Borussia ist seit 15 Bundesligaspieltagen ungeschlagen, holte im neuen Jahr alle möglichen zwölf Zähler. Doch BVB-Coach Jürgen Klopp rechnet nicht damit, dass sich dieses Kräfteverhältnis in so deutlicher Form auch auf dem Rasen widerspiegeln wird. Denn der Trainerwechsel in Berlin von Michael Skibbe zu Rene Tretschok erschwert die Spielvorbereitung des Dortmunder Fußball-Lehrers. „Man weiß nicht, wie Tretschok die Hertha taktisch aufstellen wird“, grübelt Klopp, der in jedem Fall eine Reaktion der Berliner Profis auf die Ereignisse der vergangenen Tage erwartet: „Es ist schon ganz oft passiert, dass eine Mannschaft nach einem Trainerwechsel ganz anders auftritt“, sagt Klopp. „Ein Neustart kann Kräfte frei machen.“

Der Spitzenreiter muss also mit einem Kontrahenten rechnen, der von der ersten bis zur letzten Minute den Rasen im Berliner Olympiastadion umgraben wird. „Wir müssen den Kampf annehmen“, gibt Klopp seinen Profis mit auf den Weg. „Für uns kommt es diesmal nicht darauf an, zu zeigen, wie gut wir Fußball spielen können.“ Um zu erahnen, wie die Gastgeber auftreten werden, hat sich Klopp gedanklich in die Lage von Rene Tretschok versetzt.

Beobachtungsergebnisse aus Berlin liegen dem Dortmunder Coach diesmal nicht vor, weil die Hertha zuletzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainierte. „Wenig Information über den Gegner heißt volle Konzentration auf unser Spiel“, beteuert Klopp, der keine Gefahr darin sieht, dass der Tabellenführer die abstiegsgefährdeten Berliner auf die leichte Schulter nehmen könnte. „Wir haben am eigenen Leib erfahren, was die Hertha zu leisten im Stande ist und werden uns nicht überraschen lassen“, erinnert sich der 44-Jährige nur ungern an die 1:2-Hinspielniederlage. Diesmal baut er zudem auf die Unterstützung der zahlreichen Anhänger: „Wenn schon 18 000 Fans bei einem Auswärtsspiel dabei sind, sollen sie auch 100 Prozent BVB zu sehen bekommen.“

Quelle: wa.de

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