Haarige Angelegenheit: BVB beim Hamburger SV

Die Haare von Kevin Großkreutz, hier mit Lucas Barrios, werden immer länger. ▪
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Die Haare von Kevin Großkreutz, hier mit Lucas Barrios, werden immer länger. ▪

DORTMUND ▪ „Noch“, so schmunzelt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, „sieht er ja ganz gut aus.“ Gemeint ist Jung-Nationalspieler Kevin Großkreutz, dessen letzter Frisörbesuch nun schon einige Zeit zurückliegt. Die einstige Kurzhaarfrisur ist inzwischen einer langen Matte gewichen. Seit Oktober wurden Großkreutz' Haare nicht mehr geschnitten. Von Peter Schwennecker

Mit Team-Betreuer Fritz Lünschermann hat er damals gewettet, dass er erst wieder zum Frisör gehen wird, wenn die Borussia als BundesligaMeister feststeht. Großkreutz hofft nun darauf, dass das nicht mehr lange dauern wird. Schließlich will er den Durchblick behalten. Oder er muss sich, wie Kollege Marcel Schmelzer, ein Haarband zulegen.

Ein weiteren großen Schritt in Richtung siebter Titel können die Borussen heute mit einem Sieg beim Hamburger SV (Anstoß 15.30 Uhr) zurücklegen. Doch Klopp erwartet einen Gegner „mit großen Ambitionen“, der zumindest noch ein Ticket für die Europa League erkämpfen will. Was für den BVB-Trainer keine Überraschung wäre. „Ganz ehrlich, vor der Saison hatte ich die Hamburger ganz oben auf meinem Zettel“, erklärt der Fußball-Lehrer. „Für mich war der HSV sogar der Geheimfavorit.“ Als Grund gibt der Coach allein die Qualität des Kaders der Hanseaten an. „Wer allein im Angriff die Wahl zwischen Petric, van Nistelrooy, Guerrero oder Son hat – das ist doch der Wahnsinn“, erklärt Klopp: „Die können alle kicken. Wir müssen dafür sorgen, dass es soweit nicht kommt.“ Ihr Potenzial haben die Hamburger in der laufenden Saison nicht immer ausschöpfen können. Unter dem neuen Trainer Michael Oenning hat die HSV-Mannschaft aber offenbar die Freude am Fußball zurückgewonnen, auch wenn der 6:2-Premiere gegen den 1. FC Köln ein weniger beeindruckenes 0:0 bei der TSG Hoffenheim folgte. Klopp erwartet aber eine spielerisch gute Mannschaft, „die gerade vor heimischem Publikum auch Fußball spielen will“. Und derzeit spieltaktisch ganz anders auftritt als die vergangenen drei Gegner der Borussia. „Die haben in erster Linie das Spiel gegen den Ball bevorzugt“, beteuert Klopp, der einen HSV erwartet, der sein Heil in der Offensive sucht.

Deswegen wurden in Dortmund unter der Woche im Trainingszentrum in Brackel die Schwerpunkte anders gesetzt, wieder verstärkt Pressing und schnelles Umschalten geprobt. Damit sollen in Hamburg die Weichen für drei weitere Punkte im Titelkampf gestellt werden. Und Kevin Großkreutz Frisör-Termin würde wieder etwas näher rücken.

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