BVB gibt sich auch in Nürnberg keine Blöße

Genießt die Glückwünsche der mitgereisten BVB-Fans nach dem Abpfiff in Nürnberg: Nuri Sahin. ▪
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Genießt die Glückwünsche der mitgereisten BVB-Fans nach dem Abpfiff in Nürnberg: Nuri Sahin. ▪

NÜRNBERG ▪ Der bekannte Radio-Kommentator Günther Koch machte auch zu seiner Zeit beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk nie ein Geheimnis daraus, dass sein Herz für den 1. FC Nürnberg schlägt. „Günther, jetzt wird es aber wieder eng für den Club“, wurde er gestern Abend von einem Kollegen angesprochen. Seine Antwort war: „Gegen diese Dortmunder hast du keine Chance. Das war mir schon vorher klar.“ Von Marcus Bark

Es beeindruckt bundesweit und wohl die Westfalen selbst, wie souverän sie Woche für Woche ihre Aufgaben meistern. Borussia Dortmund gewann gestern mit 2:0 (1:0) bei den Franken und schraubte die Rekordmarken in die Höhe. Es war der achte Sieg im achten Auswärtsspiel, 40 Punkte wies noch nie eine Mannschaft nach 15 Spieltagen auf. Dass sein Team schon am Vortag durch die Mainzer Niederlage „Herbstmeister“ geworden war, hatte bei Trainer Jürgen Klopp „weder Jubel noch sonst irgendetwas“ ausgelöst: „Aber es ist schöner, Herbstmeister zu sein als es nicht zu sein.“ Klopp war „mit dem Ergebnis und in weiten Teilen auch mit dem Spiel sehr zufrieden“. Er betonte zugleich, dass souverän nicht gleich leicht sei: „Die Nürnberger waren ein schwerer Brocken. Sie haben uns in der ersten Halbzeit kaum Räume gelassen. Da waren wir nicht zielstrebig genug.“

Die Dortmunder begannen etwas verhalten. Sie legten Wert auf Spielkontrolle und verzeichneten beinahe so hohe Ballbesitzanteile, als hätte ihnen Bayern-Trainer Louis van Gaal die Taktik diktiert. Nach drei Niederlagen in Folge waren die Nürnberger auch weit davon entfernt, das Spiel forsch anzugehen. So entwickelte sich eine Partie mit wenigen Höhepunkten. In der 23. Minute gelang dem BVB, was die Bayern der besten Tage ausmachte. Gleich ihre erste Torchance nutzten sie zu einem Treffer. Nuri Sahin schlug einen Freistoß, über den sich Club-Trainer Dieter Hecking heftig bei Schiedsrichter Michael Weiner beschwerte, vor das Tor. Mats Hummels sah sich von seinem Nürnberger Innenverteidiger-Kollegen Andreas Wolf allein gelassen und köpfte zum 1:0 ein (23.). Wolf hatte die Anweisung gegeben, auf Abseits zu spielen, was seinen Trainer erzürnte.

Der BVB bringt derzeit das Durchschnittsalter einer U 23 und die Souveränität eines Spitzenreiters auf den Platz. Auch gefährliche Fehler im Spielaufbau von Hummels und seinem in der Defensive ganz starken Neven Subotic brachten die Mannschaft und vor allem Sven Bender nicht aus der Ruhe. Der schmächtige Mittelfeldspieler verstellte Passwege, lief Räume zu und war gewohnt zweikampfstark. „Er ist unsere letzte Instanz, der sich vor der Kette noch reinschmeißt“, lobte Klopp. Die beste Phase der Nürnberger war kurz, aber ansehnlich. Die Club-Fans waren schon zum Jubeln bereit, als ein Querpass von Schieber zu Robert Mak kam. Aber Marcel Schmelzer grätschte erfolgreich dazwischen (54.). Nach einer Stunde Spielzeit übernahm der BVB wieder die Kontrolle, gab sie nicht mehr ab und erspielte sich noch einige Möglichkeiten. Die letzte nutzte Robert Lewandowski, der wieder für den verletzten Lucas Barrios stürmte. Der Pole traf aus der Drehung zum 2:0. „Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia!“, sangen die Fans. Günther Koch schloss sich dieser Meinung an.

Quelle: wa.de

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