BVB geht voll konzentriert ins Duell gegen Gladbach

Lucas Barrios ▪
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Lucas Barrios ▪

DORTMUND ▪ Michael Frontzeck hat keine guten Erinnerungen an das Dortmunder Stadion. Vor eineinhalb Jahren musste der aktuelle Mönchengladbacher Trainer am vorletzten Spieltag mit Arminia Bielefeld eine 6:0-Klatsche hinnehmen und wurde nach der Partie entlassen.

Die Situation ist für Frontzeck derzeit nicht weniger bedrohlich. Schließlich liegt er mit der Gladbacher Borussia auf dem letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Heute trifft also um 18.30 Uhr der souveräne Spitzenreiter auf das Schlusslicht. Zudem lautet der Vergleich bester Sturm (31 Tore) gegen schwächste Abwehr (36 Gegentreffer). Da scheint ein torreiches Spiel mit einem klaren Ergebnis programmiert, besteht offenbar nur Diskussionsbedarf über die Höhe des Sieges. Doch dagegen steht allein schon der Name Jürgen Klopp, dessen vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2014 die derzeitige Euphorie in und um Dortmund noch steigert. Der BVB-Trainer sorgt bereits seit Wochen dafür, dass seine Überflieger nicht dem Höhenrausch verfallen, sondern Bodenhaftung bewahren.

Ein bewährtes Kloppsches Mittel gegen Überheblichkeit ist es, den Gegner erst einmal stark zu reden, schon deshalb, um die Erwartungshaltung des Anhangs zurückzuschrauben. „Das wird ein richtig hartes Stück Arbeit für uns“, betont der Trainer der Schwarz-Gelben. „Wir haben schon einige spektakuläre Spiele der Gladbacher gesehen.“ Und das zum Teil mit außergewöhnlichen Ergebnissen. Immerhin gewannen die Rheinländer das Derby in Leverkusen mit 6:3, setzten sich auch beim Nachbarn in Köln mit 4:0 durch. Das sollte Warnung genug für die Dortmunder sein, denn irgendwie ist das Duell Borussia gegen Borussia ja auch ein Derby. „Jeder, der sich mit Fußball beschäftigt, weiß, dass die Offensive in dieser Mannschaft außerordentlich gut besetzt ist“, kennt Klopp die Qualitäten des Gastes, weiß aber auch, dass die Gladbacher wegen der großen Personalprobleme vor allem in der Defensive sehr anfällig sind. Schließlich fehlen in der Innenverteidigung mit Dante und Brouwers die wichtigsten Abwehrstrategen. Deren Langzeitausfall ist auch für Klopp ein mit entscheidender Grund dafür, dass die Mönchengladbacher am Tabellenende stehen. „Wir wissen aber, zu welcher Leistung sie fähig sind, wenn man sie spielen lässt“, setzt Klopp darauf, dass sich seine Mannschaft auf die eigene Stärke besinnt. Und die heißt bedingungsloses Pressing, den Gegner mit großer Laufbereitschaft früh stören, unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen. Ein Rezept, das zuletzt auch nach Pausenrückstand in Freiburg bestens funktionierte. „Wenn wir mit maximaler Konzentration in die Partie gehen, sind wir ein unangenehmer Gegner“, sagt Klopp, der hofft, zum sechsten Mal in Folge die gleiche Startformation aufbieten zu können. Fragezeichen stehen hinter Lukasz Piszczek (muskuläre Probleme) und Lucas Barrios (Schleimbeutelreizung in der Hüfte).

Ein Dortmunder Sieg, der im günstigsten Fall sogar schon die vorzeitige Herbstmeisterschaft bringen könnte, wäre natürlich ein weiterer Stimmungsmacher vor der Jahreshauptversammlung am Sonntag (11 Uhr) in der Westfalenhalle II, bei der die Wiederwahl von Präsident Dr. Reinhard Rauball als beschlossene Sache gilt.

Ganz ausverkauft ist die Begegnung mit Gladbach übrigens bisher nicht. An der Tageskasse gibt es noch 500 Tickets für BVB- und 1 500 Karten für Gladbach-Fans.

PETER SCHWENNECKER

Quelle: wa.de

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