Europaträume reifen

Der Pole Jakub Blaszczykowski gratuliert Neven Subotic zum 2:0. ▪

DORTMUND ▪ Borussia Dortmunds Träume von der Rückkehr auf die große internationale Fußball-Bühne reifen. Durch zwei Kopfballtore von Kevin Großkreutz (10.) und Neven Subotic (22.) bei einem Gegentreffer von Aron Hunt (65.) feierten die Schwarz-Gelben am Osterwochenende vor 80 552 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park einen 2:1 (2:0)-Erfolg über Verfolger Werder Bremen und festigten damit Platz vier in der Bundesliga. Von Peter Schwennecker

Der Rückstand auf den Tabellendritten Bayer Leverkusen beträgt nur noch einen Punkt. Doch von der Champions League wollte in Dortmund nach dem hart erkämpften Erfolg über den direkten Konkurrenten niemand reden. „Nein, das ist kein Ziel, das wir vor Augen haben“, betonte Jürgen Klopp. „Wir alle können die Tabelle lesen und sehen, mit was für Riesenschritten die Gruppe von Verfolgern ankommt. Mit 52 Punkten qualifiziert sich in dieser Saison niemand für Europa.“ Doch in der Rolle einer Partybremse für den euphorisch feiernden Anhang sah sich der BVB-Trainer dabei nicht, sondern mehr als Realist: „Dass das Umfeld schwärmt, das ist doch völlig okay. Aber es wäre schön blöd, wenn wir am 34. Spieltag die Europa League erreichen und uns dann ärgern würden, dass wir nicht in der Champions League spielen. So doof kann man ja gar nicht sein.“

In der Partie gegen Werder Bremen war es wieder einmal mehr die harte Arbeit, die den BVB auf die Siegerstraße brachte. 35 Minuten spielten die Borussen gegen die Norddeutschen auch guten Fußball und führten verdient mit 2:0, sahen sich aber nach dem Seitenwechsel Bremer Dauerdruck ausgesetzt, den sie am Ende nur mit Glück überstanden. „Wir haben nicht zum ersten Mal in dieser Saison Zeit verstreichen lassen und mussten dann versuchen, uns durchzusetzen“, ärgerte sich Werder-Trainer Thomas Schaaf. „Das gelingt nicht immer, wenn man so die erste Halbzeit abgibt. Da war Dortmund klar besser. Es war ein klasse Spiel.“ Und warum die Gastgeber am Ende siegten, erklärte sein Dortmunder Kollege: „Wir gewinnen in dieser Saison wichtige Spiele ausschließlich wegen eines – im Vergleich mit dem Gegner – höheren Investments an Laufarbeit und Aggressivität“, sagte Klopp. „Nach der Pause mussten wir alles reinhauen an Leidenschaft, was überhaupt ging, um Bremen auf Distanz zu halten. Ich bin mit dem engen Spiel sehr zufrieden.“ Für den 42-jährigen Fußball-Lehrer war die Partie ein echter Gradmesser für die restlichen fünf Aufgaben. „Jetzt geht's erst so richtig um die Wurst, die Spiele werden immer intensiver. Und wir müssen sehen, dass wir uns noch so viele Punkte wie möglich schnappen.“

Auch Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung des BVB, hielt sich vornehm zurück, was den Ausblick auf die Endphase der Saison angeht. „Unsere Situationen hat sich überhaupt nicht geändert, vielleicht optimiert, weil es jetzt nur noch fünf Spiele sind.“ Wobei Watzke selbst nicht den Blick nach oben, sondern mehr nach unten richtete: „Auch die Stuttgarter gewinnen doch pausenlos. Wir sind aber bisher sehr gut damit gefahren, nur auf uns und nicht auf andere zu schauen.“ Acht Zähler Vorsprung auf die Schwaben sind zwar ein schönes Polster, aber kein Ruhekissen. „Diese Punkte sind schnell verspielt“, meinte BVB-Mittelfeldakteur Nuri Sahin. Dortmunds Trumpf im Bundesliga-Endspurt könnte die immer besser besetzte Bank werden. Da bis auf Mario Götze und Damien Le Tallec derzeit alle Akteure fit sind, verfügt Klopp über echte Alternativen, was sich auch gegen Bremen auszahlte. Kapitän Sebastian Kehl musste zur Pause in der Kabine bleiben, weil er Adduktorenprobleme hatte. „Es handelt sich vermutlich um eine Ansatzreizung“, gab der BVB-Trainer früh Entwarnung. „Ich gehe davon aus, dass wir den richtigen Wechsel-Zeitpunkt erwischt haben, um Schlimmeres zu vermeiden.“ Kehl wurde nahtlos durch Sven Bender ersetzt. Und als Mats Hummels bei seinem Comeback eine Viertelstunde vor Schluss die Kräfte verlassen hatten, sprang Felipe Santana ein. „Er war dann der Turm in der Schlacht, hat ein Riesenspiel gemacht und alles weggehauen“, lobte Klopp den Brasilianer.

Quelle: wa.de

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