Dynamo-Fans hinterlassen nach Partie gegen Dortmunder BVB eine Schneise der Verwüstung

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Vermummte Dresdner Fans verbreiten in Dortmund Angst und Schrecken.

DORTMUND - Sie verbreiteten rund um das Stadion Angst und Schrecken, hinterließen auf der Nordtribüne eine Schneise der Verwüstung. Zahlreiche Chaoten unter den 11 000 mitgereisten Fans des Zweitligisten Dynamo Dresden sorgten am Dienstagabend vor, während und nach der Pokalpartie der zweiten Runde bei Borussia Dortmund für schwere Ausschreitungen.

„So massive Angriffe gegen die Polizei habe ich in meiner Laufbahn als Polizeiführer von Fußballeinsätzen noch nicht erlebt“, sagte Einsatzleiter Peter Andres. Die Bilanz des Pokalabends, der aus Dortmunder Sicht nach Toren von Robert Lewandowski (30.) und Mario Götze (65.) vor 73 100 Zuschauern zumindest mit einem sportlichen Erfolg endete, warf auch gestern noch einen dunklen Schatten auf die Partie. Es gab 17 Verletzte, darunter zwei Beamte. 15 Dresdner Anhänger wurden in Gewahrsam genommen. Bislang wurden 17 Strafanzeigen gestellt. Im Stadion zerstörten die Dynamo-Fans, die während der Partie mit dem ständigen Abbrennen von Feuerwerkskörpern fast schon für einen Spielabbruch gesorgt hatten, Sitzschalen, Imbissstände und Toiletten unter der Nordtribüne und sorgten nach Angaben des BVB für einen Schaden in Höhe von 150 000 Euro.

Schiedsrichter Peter Gagelmann musste die Begegnung, die wegen der Ausschreitungen zuvor ohnehin schon eine Viertelstunde später angepfiffen wurde, gleich zweimal für einige Minuten unterbrechen. Dortmunder Spieler waren zudem ständig während der Begegnung durch Laserpointer aus dem Dresdner Fanblock behindert worden. „Der nächste Schritt wird sein, Spiele abzubrechen und alle nach Hause zu schicken. Es sind Herbstferien, Kinder und Familien im Stadion. Das ist unschön. Als es heute geknallt hat, fand ich es dann deutlich zu viel. Es ist kein Problem von Dynamo Dresden, sondern von ein paar Schwachköpfen“, meinte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach der Partie, sichtlich geschockt von den Ereignissen am Rande des Spiels.

Harte Maßnahmen des Deutschen Fußball-Bundes forderte Michael Zorc. „Dafür fehlt mir jegliches Verständnis, so einen Abend vor einer solchen Kulisse kaputt zu machen“, schimpfte der Dortmunder Sportdirektor. „So etwas hat im Profifußball nichts zu suchen. Ich hoffe, dass das angemessen geahndet wird.“ Auf jeden Fall wird der DFB die Ausschreitungen untersuchen und harte Strafen gegen den Verein Dynamo Dresden verhängen. Der Katalog reicht in solchen Fällen von einer Geldbuße bis hin zum Aussperren der Fans.

Im Gegensatz zu den geschockten Dortmundern äußerten sich die Spieler, Trainer und Verantwortlichen aus Dresden zurückhaltend. „Eigentlich haben sich unsere Anhänger bisher bei den Auswärtsspielen in der 2. Liga sehr vernünftig verhalten. Im eigenen Stadion ist das ohnehin der Fall“, zeigte sich Ralf Loose eher hilflos. „Hier wurde über das Maß hinausgeschossen. Ich kann da eigentlich nicht so viel zu sagen, ich bin für den Sport zuständig“, erklärte der Dynamo-Trainer. Ähnlich moderat und vorsichtig redeten die Dynamo-Profis. Wohl wissend, dass die Dresdner Fans einen großen Einfluss in der Führungsetage des Traditionsklubs haben.

Quelle: wa.de

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