Dortmund mit Vollgas in Richtung Schale

Die BVB-Profis Schmelzer, Großkreutz, Kehl und Weidenfeller präsentierten die neuen Trikots.

DORTMUND ▪ Eigentlich sollte Dortmund am morgigen Samstag (15.30 Uhr) nur noch eine rauschende Meisterfeier erleben, doch die besondere Brisanz der Situation zwingt den neuen Bundesliga-Titelträger BV Borussia dazu, die letzte Saisonaufgabe gegen den Tabellenvorletzten Eintracht Frankfurt auch sportlich sehr ernst zu nehmen.

„Es geht schließlich neben Frankfurt am letzten Spieltag für zwei weitere Vereine um  sehr viel“, erklärt BVB-Trainer Jürgen Klopp. „Deshalb wollen wir noch einmal eine Vollgasveranstaltung erleben, und ich möchte, dass diese tolle Saison ohne Makel zu Ende geht.“ Denn der Coach hat schon registriert, dass das Image des neuen Meisters mit der Niederlage am Vorwochenende in Bremen bereits leichte Kratzer erhielt. „Dass danach aber vom schlechtesten Auswärtsspiel der Saison geschrieben wurde, kann ich nicht verstehen“, ärgert sich der 43-Jährige. „Schließlich hatten wir 10:2 Ecken und etwa 65 Prozent Ballbesitz.“

Gegen die zuletzt arg gebeutelte Eintracht, die aus sechs sieglosen Spielen unter Trainer Christoph Daum nur drei Punkte holte, müssen die Schwarz-Gelben während der letzten 90 Pflichtspielminuten mit erheblich mehr Widerstand rechnen. „Unser Gegner wird versuchen, die ganze Rückrunde in einem Spiel zu retten, deshalb ist die Aufgabe schwer für uns, aber wir werden in diesem Spiel unser bestes Gesicht zeigen“, beteuert Klopp. Die personellen Voraussetzungen dafür sind gegeben. Es fehlen lediglich Nuri Sahin (Innenbandteilriss) sowie die Rekonvaleszenten Florian Kringe und Sebastian Kehl. Innenverteidiger Neven Subotic klagt zwar über eine Rachenentzündung, wird aber am Abschlusstraining der Mannschaft teilnehmen können.

Wie Klopp bestätigt, wird auch Shinji Kagawa zum Kader gehören: „Wenn es die sportliche Situation in der Begegnung zulässt, werden wir ihn einwechseln.“ Der Dortmunder Fußball-Lehrer will dem Japaner, der mit acht Treffern eine außergewöhnlich Hinrunde spielte und sich danach in Japans Nationalteam beim Asien-Cup einen Mittelfußbruch zuzog, kurz vor dem Überreichen der Meisterschale noch einmal einen großen Auftritt vor 80 722 Zuschauern gönnen. „Er hat es verdient, am Ende der Saison mit Trikot da unten zu stehen“, sagt Klopp. „Shinji hat die gesamte Rückrunde zuschauen müssen, dann die großen Probleme in seiner Heimat.“ Zudem war Kagawa beim entscheidenden Heimspiel gegen Nürnberg vor zwei Wochen wegen eines Trauerfalls in der Familie nicht dabei. „Wie wichtig er für diese Mannschaft ist, beweist die Tatsache, dass nach der Partie gegen Nürnberg in der Kabine minutenlang sein Name gesungen wurde“, betont Klopp, der vor allem darüber erstaunt ist, in welcher Verfassung sich Kagawa nach nur wenigen Trainingseinheiten wieder befindet. „Nicht auszudenken, was er zu leisten im Stande gewesen wäre, wenn er durchgespielt hätte“, schmunzelt der Meister-Trainer.

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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