BVB Dortmund setzt weiter auf den Nachwuchs

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Die Jugend ist die Zukunft: Zu Beginn der Saison präsentierten Jürgen Klopp und Michael Zorc (hinten von links) mit Marvin Bakalorz, Ilkay Gündogan, Moritz Leitner, Chris Löwe und Ivan Perisic in erster Linie junge Spieler.

DORTMUND - Wenn bei Borussia Dortmund beim Training die Jungen gegen die Alten kicken, „spiele ich bei den Oldies“, flachste einst Marcel Schmelzer.

Im Kader des jüngsten deutschen Meisters aller Zeiten gehört der 23 Jahre alte Nationalspieler wie auch Mats Hummels oder auch Neven Subotic, die beide erst kürzlich altersmäßig zu „Schmelle“ aufschlossen, schon zu den Routiniers.

Der Erfolg gibt Trainer Jürgen Klopp und seiner Personalpolitik Recht. Der Jugendstil, der einst auf wirtschaftlichen Zwängen basierte, ist beim BVB inzwischen zu einem Markenzeichen geworden. Mit einem Altersschnitt von 23,7 Jahren startete die Borussia in dieser Saison das Unternehmen Titelverteidigung. Und das derart überzeugend, dass der von Experten befürchtete Einbruch von Klopps Junioren-Auswahl nach dem Höhenflug ausblieb. Die Hinrunde beendete der BVB auf Platz zwei.

Selbst wenn die Jugend der Spieler langfristig Perspektiven zu garantieren scheint, herrscht in Dortmund kein Stillstand, ist die Scouting-Abteilung stets neuen Talenten auf der Spur. Mit der Verpflichtung des am 19. Dezember gerade volljährig gewordene Leonardo Bittencourt von Zweitligist Energie Cottbus haben sich die Dortmunder ein weiteres Juwel geangelt. Angeblich drei Millionen Euro haben sie für den Mittelfeldakteur überwiesen. Der U 19-Nationalspieler Bittencourt hat einen Vertrag bis 2016 unterschrieben und wurde auch von Bayern München, Werder Bremen, Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim umworben.

Warum er sich für den BVB entscheiden habe, beantwortete Bittencourt so: „Dortmund mit diesem Trainer und diesem Stadion ist für jeden jungen Spieler ein Traum.“ Klopp habe ihn in seinen Bann gezogen. „So, wie er im Fernsehen rüberkommt, ist er auch in unserem Gespräch gewesen: fachlich, sachlich, schlagfertig, witzig“, so Bittencourt. Er weiß aber auch: Klopp verlangt 100 Prozent Leidenschaft.

Aber jeder Youngster weiß auch, dass er beim BVB seine faire Chance bekommt. Klopp versteht es, das Potenzial bei den Talenten zu wecken und sie weiterzuentwickeln. „Wir werden diesen Weg weitergehen, für den wir uns bewusst entscheiden haben“, sagte Geschäftsführer Hans-Jochaim Watze schon vor der Saison, unter anderem als Antwort auf die Zweifel, der junge Kader wäre den Anforderungen der Champions League nicht gewachsen. Das frühe Aus scheint dies zwar zu bestätigen. Doch Klopp konterte: „Es gab in den Spielen genügend entscheidende Situationen, bei der Erfahrung keine Rolle gespielt hat.“

Also hofft der BVB auf weitere „Schnäppchen“ wie einst Shinji Kagawa (350 000 Euro Ablöse), Chris Löwe (200 000 Euro) oder Moritz Leitner (600 000). Der vor der Saison verpflichtete Ivan Perisic (FC Brügge) war hingegen mit einer Ablösesumme von 5,5 Millionen Euro der teuerste Transfer der vergangenen neun Jahre. Kagawas Marktwert wird inzwischen auf der Internetseite transfermarkt.de bereits mit 13 Millionen Euro beziffert, der des 19 Jahre alten Mario Götze auf 30 Millionen, von Subotic und Hummels mit jeweils 18 Millionen und der des gesamten BVB-Kaders auf inzwischen 170,9 Millionen Euro.

Zur Philosophie des BVB passt, dass ein Kooperations-Vertrag mit dem Amateurverein Münster 08 geschlossen wurde. Es geht dabei darum, dass die zehn- bis zwölfjährigen Talente der Münsteraner ein- bis zweimal monatlich die Möglichkeit erhalten, in den entsprechenden Mannschaften der Schwarz-Gelben mitzutrainieren. „Wir machen den BVB auf Talente aufmerksam“, sagte 08-Jugendobmann Joscha Werschbizky. Dortmund schult im Gegenzug die Jugendtrainer von Münster 08 und bietet ihnen Hospitationsmöglichkeiten beim BVB. Eine Maßnahme, die sich langfristig auszahlen soll – auch sportlich. - sid

Quelle: wa.de

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