Dortmund schlägt Bayern und macht die Liga wieder spannend

Mats Hummels, Mario Götze und Felipe Santana feiern den Sieg in München. ▪
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Mats Hummels, Mario Götze und Felipe Santana feiern den Sieg in München. ▪

MÜNCHEN ▪ Mit dem sechsten Heimsieg in Folge ohne Gegentor wollte sich der FC Bayern München nicht nur den lästigen Verfolger Borussia Dortmund vom Halse halten, sondern sich auch für die herbe 1:3-Niederlage im Februar revanchieren. Daraus wurde jedoch nichts, denn Mario Götze erzielte in der 65. Minute das Tor des Abends und brachte den Deutschen Meister bis auf zwei Punkte an den Klassenprimus heran. Von Jens Lederer

Obwohl der verletzte Bastian Schweinsteiger noch vor dem Spiel getönt hatte: „Wir schlagen Dortmund auch ohne mich“, agierten die Bayern äußerst vorsichtig. Weil auch das Spiel der Borussen von Sicherheit geprägt war, sahen die 69 000 Zuschauer in den ersten 45 Minuten anstelle eines packenden Gipfeltreffens mit zahlreichen Torchancen lediglich Rasenschach, bei dem es vor allem den Gastgebern an zündenden Ideen mangelte.

Dass der Rekordmeister in der ersten Halbzeit nur eine Chance besaß, die Frank Ribery nach 29 Minuten kläglich vergab, lag vor allem an der Dortmunder Innenverteidigung. Mats Hummels, der sein 100. Bundesligaspiel für Borussia Dortmund absolvierte, und Felipe Santana spielten überragend. Vor allem der Brasilianer, der zurzeit den verletzten Neven Subotic optimal vertritt, riegelte mit seinen Sieben-Meilen-Stiefeln den Strafraum der Borussen ab. Egal ob Gomez, Müller, Robben oder Ribery, Santana stoppte sie alle und avancierte zum zweikampfstärksten Dortmunder.

„Für mich persönlich ist das Spiel super gelaufen. Es war zwar nicht mein bestes, aber eines von den besten Spielen, die ich für Borussia Dortmund gemacht habe“, sagte Santana, der den Sieg über den Rekordmeister mit seinen Teamkollegen in der Kabine feierte. „Alle wollten ein brasilianisches Lied hören. Diesen Wunsch habe ich ihnen natürlich erfüllt“, erzählte „Tele“ Santana, der in der 58. Minute mit ansehen musste, wie Shinji Kagawa nach großartiger Vorarbeit von Robert Lewandowski am derzeit besten Keeper der Welt, Manuel Neuer, scheiterte.

Nur sieben Minuten später fiel dann aber doch das 1:0 für die jetzt mutiger nach vorne spielende Borussia. Der Japaner spielte den bis dahin keineswegs überragenden Mario Götze so an, dass Jerome Boateng die Orientierung im Strafraum verlor. Diesen kurzen Blackout nutzte das Ausnahmetalent des BVB und schoss den Ball aus etwa zwölf Metern Entfernung ins Bayerntor.

In der Nachspielzeit wackelte der BVB zwar, aber als Ribery die letzte Möglichkeit des Tabellenführers vergab, herrschte bei den Borussen großer Jubel. „Wir haben heute das beste Spiel aller Zeiten gegen den Ball gemacht. Deshalb haben wir auch verdient gewonnen“, bilanzierte Trainer Jürgen Klopp. Dieser Analyse schloss sich BVB-Präsident Reinhard Rauball an. „Besser als wir heute aufgetreten sind, geht es auswärts nicht.“

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