Dortmund feiert ersten Heimsieg des Jahres

Lucas Barrios trifft erstmals nach 307 Minuten wieder in der Bundesliga.

DORTMUND ▪ Es ist nicht ungewöhnlich, dass Fußball-Bundesliga-Trainer in der Beurteilung eines Spiels grundverschiedener Meinung sind. Auch Dortmunds Fußball-Lehrer Jürgen Klopp und sein Hamburger Kollege Holger Stanislawski hatten nach dem 2:0 (1:0) des Spitzenreiters vor 80 720 Zuschauern (ausverkauft) gegen den FC St. Pauli durch die Treffer von Lucas Barrios (39.) und Ralph Gunesch (49./Eigentor) völlig andere Blickwinkel, waren in der Sache an sich aber einig.

Als „katastrophal, desolat, indiskutabel“, bewertete Stanislawski die Vorstellung des Neulings kurz und präzise und empfand deshalb den Erfolg des BVB als hochverdient. Klopp holte dagegen etwas weiter aus, weil er sichtlich Genugtuung verspürte, dass seine Mannschaft allem Krisengerede zum Trotz mit dem ersten Heimsieg des Jahres eine eindrucksvolle Antwort auf dem Platz gegeben hatte: „Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs waren superkonzentriert, wahnsinnig konsequent, haben Spaß an der Aufgabe gezeigt und große Leidenschaft beim Erobern von Bällen demonstriert“, betonte der 43-Jährige. „Wir haben die Diskussion um unsere Chancenverwertung und deren Konsequenzen heute beendet. Die Mannschaft ist mit der Kritik klasse umgegangen.“

Dabei ließ die Borussia auch gegen den FC St. Pauli in der Anfangsphase wieder zahlreiche gute Möglichkeiten aus, wurde aber dennoch nicht nervös. „Wir haben vorher darüber gesprochen und uns war klar, dass wir einfach nur so weiterspielen müssen“, meinte Nuri Sahin nach der Partie. „Von Krise war bei uns überhaupt keine Rede. Das haben wir auch eindrucksvoll bewiesen.“ 28:3-Torschüsse lautete die Statistik nach der Partie. Was auch Klopp nicht entgangen war. „Der eine oder andere Fan wird sagen, dass dieser Sieg nicht deutlich genug ausgefallen ist“, sagte der Coach. „Doch ganz ehrlich: Ich kann damit gut leben.“

Für den BVB-Trainer war entscheidend, dass die Reaktion und Herangehensweise der Mannschaft stimmte. „Wir werden auch weiterhin Torchancen vergeben. Viele Chancen erhöhen nun einmal das Risiko, dass die Quote schlechter wird. Mir ist wichtig, dass sich die Mannschaft überhaupt so viele Möglichkeiten herausspielt.“

Schließlich lässt die Borussia auch nur äußerst wenig zu. Dafür sorgte gegen den FC St. Pauli auch der Vertreter des gelbgesperrten Neven Subotic. Felipe Santana zeigte eine überragende Leistung, gewann 83 Prozent seiner Zweikämpfe. Bei den Bayern wird er am Samstag aber dennoch wieder auf der Bank sitzen. „Ich versuche immer, zu helfen“, erklärte der Brasilianer bescheiden. „Das Sagen hat aber der Trainer, und der weiß schließlich, was am besten für die Mannschaft ist.“ Die Qualitäten Santanas hat Klopp aber längst erkannt. „Felipe ist ein ganz wichtiger Teil dieser richtig guten Fußballmannschaft, sagte Klopp. „Wie Santana mit seiner Situation umgeht, ist einmalig.“

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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