Dortmund bezwingt Leverkusen mit 3:0

Zwei Treffer: Lucas Barrios.

DORTMUND ▪ Drei Fragen interessierten die versammelte Medienschar nach dem 3:0 (0:0)-Erfolg der Dortmunder Borussia über Meisterschaftskandidat Bayer Leverkusen vor 80 100 Zuschauern am Samstagabend besonders. Von Peter Schwennecker

Was war in der Halbzeit in der Kabine des BVB passiert? Wie kann es möglich sein, dass die Partie, in der die vor der Pause drückend überlegene Werkself aus Leverkusen schon nach der ersten Hälfte eigentlich mit zwei oder gar drei Treffern hätte führen müssen, komplett kippte? Und was waren die Hauptursachen für die Leistungssteigerung der Schwarz-Gelben, mit dem sie dank der Treffer durch Lucas Barrios (50. und 60) sowie Dimitar Rangelov (87.) Platz vier in der Fußball-Bundesliga festigten?

Die beiden Trainer versuchten nach dem Schlusspfiff, darauf Antworten zu geben. „In der Halbzeit was es ruhig in unserer Kabine“, beteuerte BVB-Coach Jürgen Klopp. „Ich habe den Jungs gesagt, dass wir viel Glück brauchen, einen überragenden Torhüter, aber vor allem mehr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, um Leverkusen zu schlagen. Letzteres hat uns während der ersten Hälfte gefehlt.“ Tatsächlich erstarrten die Dortmunder im ersten Durchgang fast schon in Ehrfurcht vor einem spielerisch übermächtigen Gegner. „Wir haben die Spieler nicht am Flanken gehindert, nicht gedoppelt, waren schwach bei den so genannten zweiten Bällen“, erklärte Klopp, warum er bis zur Pause einige Schrecksekunden zu überstehen hatte. Stefan Kießling (11.) und Eren Derdiyok (20.) scheiterten am glänzend aufgelegten Schlussmann Roman Weidenfeller, drei Minuten vor der Pause traf Derdiyok nur den rechten Außenpfosten. „Wir haben in den ersten 45 Minuten fantastisch gespielt, dabei nur versäumt, zwei oder drei Tore zu schießen“, ärgerte sich Bayer-Trainer Jupp Heynckes. Und auch Kießling, der anschließend mit muskulären Problemen in der Kabine bleiben musste, war enttäuscht: „Wir sind für den Aufwand, den wir betrieben haben, nicht belohnt worden.“

Mit einer Standardsituation gingen die Dortmunder kurz nach dem Seitenwechsel überraschend in Führung. Patrick Owomoyela verlängerte einen Eckball von Tamas Hajnal per Kopf, und Barrios vollstreckte eiskalt. Ein Rückstand, der bei den sichtlich geschockten Leverkusenern größte Verunsicherung auslöste. Ein Schock, von dem sich Bayer nicht mehr erholte. Als Barrios zehn Minuten später nach einem schweren Fehler von Renato Augusto, der mit einem Querpass den Ball genau in den Lauf von Mohamed Zidan spielte, das 2:0 erzielte, war die Begegnung entschieden, hatte die Werkself weder Kraft noch den Willen, das Blatt noch einmal zu wenden. „Meine junge Mannschaft muss in solchen Phasen noch lernen, ruhiger zu bleiben“, meinte Jupp Heynckes. „Die Dortmunder haben in der zweiten Halbzeit aber auch sehr stark gespielt. Doch es waren zwei individuelle Fehler, die zum zweiten und dritten Gegentor führten. Das darf einfach nicht passieren.“

Zufrieden war natürlich sein Dortmunder Kollege. „Ich ziehe den Hut vor Roman Weidenfeller und Lucas Barrios“, lobte Klopp seine beiden Matchwinner, vergaß dabei aber auch Hajnal nicht. „Mit ihm als Teil der Doppel-Sechs mussten wir nicht von unserem Spielsystem abweichen – das war entscheidend. Er besaß ja kaum Erfahrungswerte. Doch er hat eine Ballsicherheit gehabt, die beeindruckend war, und die Anweisungen effektiv befolgt.“

Mit neun Punkten aus den vergangenen drei Spielen bei 10:1 Toren kann die Borussia jetzt mit breiter Brust zur Hertha fahren, danach folgt ein Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Werder Bremen, das jetzt endgültig am Ostersamstag um 15.30 Uhr stattfinden wird. Doch Jürgen Klopp will nicht so weit vorausdenken und hält an seiner Maxime fest: „Wir machen jedes Spiel zum Endspiel. Und das nächste findet in Berlin statt.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare