BVB-Trainer Klopp erkennt Münchner Dominanz an

Jürgen Klopp

DORTMUND - -Die Meisterschaft in weiter Ferne, die Titelverteidigung im DFB-Pokal nach der 0:1-Niederlage bei den Bayern im Viertelfinale nicht mehr möglich – Jürgen Klopp, Trainer des BV Borussia Dortmund, versuchte nach dem Pokal-K.o. in München schnell wieder den Blick nach vorn zu richten

Von Peter Schwennecker

„Die Taktung der Spiele nimmt uns in die Pflicht, die Dinge relativ schnell abzuhaken. Vor uns liegt eine Woche, die an Brisanz kaum zu überbieten ist“, so Klopp. Schließlich geht es für die Schwarz-Gelben darum, nach dem Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Hannover 96 am folgenden Dienstag gegen Schachtjor Donezk die gute Ausgangsposition mit dem 2:2 aus dem Hinspiel zum Einzug ins Viertelfinale der Champions League zu nutzen. Anschließend folgt der Auftritt beim FC Schalke 04. Trotz des Aus in München gibt es für die Dortmunder in dieser Saison noch etwas zu gewinnen, dennoch begleitet sie in den nächsten Tagen auch die Angst vor dem Nichts.

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Dass die Bayern durch den entscheidenden Treffer von Arjen Robben verdient das Halbfinale erreichten, erkannte Klopp neidlos an. Er glaubt aber nicht daran, dass trotz der 17-Punkte-Differenz in der Meisterschaft Welten zwischen den beiden derzeit besten Mannschaften in Deutschland liegen. „An einem guten Tag hätten wir sie schlagen können“, erklärte der Dortmunder Fußball-Lehrer. „Aber dass wir so weit hinterher hängen, dass wir uns gar nicht mehr bemühen sollten, ist nicht der Fall.“ Deswegen ertrug es der BVB-Trainer mit Gelassenheit, dass Münchens Präsident Uli Hoeneß darüber frohlockte, die Verhältnisse im deutschen Fußball wieder zurecht gerückt zu haben. „Wenn Hoeneß dieses Gefühl braucht, dann ist das nicht so wahnsinnig wichtig für mich“, sagte der 45-Jährige. „Die eigentliche Überraschung bleibt, dass wir es zwei Jahre auf einem unfassbar hohen Niveau so darstellen konnten, dass die Bayern es selbst mit einer sehr guten Saison, die sie im letzten Jahr mit 73 Punkten zweifellos gespielt haben, trotzdem nicht geschafft haben, vor uns zu landen.“

Das Wettrüsten zwischen beiden Verein verglich Klopp mit dem in der Weltwirtschaft: „Im Moment sieht das so aus, wie es die Chinesen in der Industrie praktizieren. Sie gucken, was die anderen machen, um es dann abzukupfern und mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einzuschlagen. Und schon ist man wieder besser. Im Moment ist alles gut. Die Möglichkeiten, die die Bayern haben, haben sie sich selbst erarbeitet. Damit habe ich überhaupt kein Problem.“ Für seine Mannschaft werde es auch in den kommenden Jahren vor allem darum gehen, den Abstand auf Normalmaß zu halten: „Wir werden weiter versuchen, unangenehm zu sein. Auf jeden Fall unangenehmer, als wir es am Mittwoch waren.“

Deutlich war in München zu erkennen, dass der BVB-Abwehr ohne den grippekranken Mats Hummels die Stabilität fehlte. Ob der Innenverteidiger gegen Hannover wieder auflaufen kann, ist fraglich. Zudem hoffen die Borussen darauf, dass heute in der Berufungsverhandlung vor dem DFB-Sportgericht die Rot-Sperre von Torjäger Robert Lewandowski auf zwei Spiele reduziert wird. Dann könnte er gegen „96“ eingesetzt werden. „Ich glaube zwar nicht an eine realistische Chance, finde es aber trotzdem richtig, es noch einmal zu versuchen“, erklärte Klopp. „Ich hoffe, dass man noch etwas Fingerspitzengefühl mit einbringt.“

Quelle: wa.de

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