Das Derby ist für Klopp ein Riesending

DORTMUND ▪ Die Niederlage in London und der drohende frühzeitige Abschied von der internationalen Bühne hat die Dortmunder Borussen empfindlich getroffen. Dennoch befürchtet Jürgen Klopp vor dem 139. Derby gegen den FC Schalke 04 (heute, 15.30 Uhr) im mit 80 720 Zuschauern ausverkauften Signal Iduna Park keine negativen Auswirkungen.

„Vor so einem Spiel schießt das Adrenalin buchstäblich in die Adern“, betont der BVB-Trainer. „Da fällt es leicht, den Fokus ganz auf die Partie zu richten. Das ist für alle ein Riesending.“ Diesmal bleiben den Dortmunder allerdings nur wenige Stunden, das „Kribbeln in den Adern“ zu genießen. „Nach der Woche mit Bayern und London spitzt sich jetzt alles zu“, freut sich Klopp auf den Klassiker und gibt dieses Gefühl auch an seine Profis weiter: „Wer noch nie dabei war, darf glücklich sein, wenn er dies das erste Mal erlebt.“ Diese Aussage scheint direkt an Moritz Leitner adressiert zu sein, der vermutlich seine Derby-Premiere feiern wird. Das Talent ersetzt Sven Bender, der nach seiner Kiefer-Operation gestern gemeinsam mit Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun aus London zurückkehrte. Leitner wird gemeinsam mit Sebastian Kehl die Doppelsechs bilden, wobei der Routinier den defensiveren Part übernehmen dürfte, weil Leitner größere Qualitäten im Spiel nach vorn besitzt. Ansonsten dürfte es in der Startelf der Borussen keine Veränderungen geben. Die medizinische Abteilung des BVB wird bis zum Anpfiff intensiv daran arbeiten, vor allem Mario Götze (Pferdekuss) wieder fit zu bekommen. „Wir haben vor, unsere Probleme zu lösen. Wir werden eine gute Mannschaft auf dem Eis haben und versuchen, das Ding zu ziehen“, erklärt Trainer Klopp.

Die Dortmunder Zielsetzung ist klar. „Unsere Fans sehnen sich nach einem Derby-Sieg im eigenen Stadion“, beteuert Kevin Großkreutz mit Blick auf die Tatsache, dass der BVB nur einen der vergangenen zwölf Revierschlager vor eigenem Publikum gewann. „Das können wir so nicht stehen lassen“, erklärt Großkreutz.

Klopp zeigt großen Respekt vor den Gästen

In der vergangenen Saison waren die Schwarz-Gelben den Blau-Weißen in spielerischer Hinsicht klar überlegen. Dass die Partie in Dortmund nach dem 3:1-Hinspielerfolg der Borussen nur 0:0 endete, lag für Klopp nur am überragenden Schalker Schlussmann. „Da hat Borussia Dortmund gegen Manuel Neuer gespielt“, erinnert sich der Coach, der diesmal damit rechnet, dass sich beide Mannschaften wieder auf Augenhöhe begegnen werden. „Ob wir spielerisch noch einen Vorteil haben, weiß ich nicht“, sagt Klopp. „Die Schalker haben unter Huub Stevens deutliche Fortschritte gemacht, sind vor allem in der Defensive viel stabiler geworden. Und über ihre Offensivqualitäten muss man ohnehin nicht diskutieren.“ Dennoch will auch der Dortmunder Trainer natürlich die drei Punkte. „Für mich persönlich spielt das überhaupt keine Rolle, dass mir noch ein Heimsieg gegen Schalke fehlt“, beteuert der Fußball-Lehrer. „Jetzt geht es darum, die Herausforderung gegen einen extrem starken Gegner aus Gelsenkirchen zu bestehen.“

Die Dortmunder Profis strahlen trotz der Pleite auf internationaler Ebene angesichts der Erfolgsserie in der Bundesliga weiter großen Optimismus aus. „Wir werden gewinnen, weil wir die bessere Mannschaft sind“, sagt Schlussmann Roman Weidenfeller, der in Sachen Derbys die größte Erfahrung aller Akteure am Samstag besitzt. ▪

Peter Schwennecker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare