BVB dementiert Kaufoption der Bayern für Hummels

+
Mats Hummels

SEVILLA/DORTMUND ▪ Eine Stunde früher als geplant kehrte die Mannschaft des BV Borussia Dortmund gestern Mittag aus Sevilla zurück, durfte gerade noch vor dem erwarteten großen Schneechaos auf dem Flughafen in Wickede landen. Doch mehr als das recht harte Aufsetzen der Boing 737 beschäftigte die Mitreisenden ein Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Darin wurde vermeldet, dass sich der FC Bayern München angeblich beim Transfer von Mats Hummels nach Dortmund die Option gesichert habe, den Verteidiger im Sommer 2012 für eine festgeschriebene Ablösesumme von acht Millionen Euro zurückkaufen zu können.

Die Beteiligten zeigten sich sichtlich genervt. „Davon weiß ich nichts“, erklärte Hummels, der gestern seinen 22. Geburtstag feierte. „Wenn, dann ist das eine Sache zwischen den Vereinen.“ Doch Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Borussia, dementierte entschieden, dass zwischen dem BVB und dem Rekordmeister eine solche Vereinbarung getroffen worden sei. Also vielleicht nur Störfeuer aus München, um beim souveränen Herbstmeister der Bundesliga für etwas Unruhe zu sorgen.

Das unglückliche Ausscheiden aus der Europa League mit dem 2:2 beim FC Sevilla hatten die Dortmunder schnell verdaut. „Natürlich sind alle, besonders die Spieler, sehr enttäuscht“, erklärte Watzke. „Doch wir brauchen uns nicht zu schämen. Wir sind die einzige Mannschaft, die mit neun Punkten ausscheiden musste“, betonte der 51-Jährige, der der Meinung war, dass die Borussia vermutlich erstmals in dieser Saison der Altersstruktur Tribut zollen musste: „Wir haben uns vor allem in der Schlussphase von der markanten Art der Spanier, Fußball zu spielen, beeinflussen lassen und haben dabei die Linie verloren.“ Jürgen Klopp wollte in diesem Zusammenhang aber keineswegs von fehlender Erfahrung sprechen, war vielmehr sauer über das übertriebene Zeitschinden der Gastgeber. „Wenn das internationale Erfahrung ist, dann brauche ich die nicht“, schimpfte der Dortmunder Trainer. Der Fußball-Lehrer konnte am Ende seiner Mannschaft nur einen einzigen Vorwurf machen: „Sie hat sich von der Hektik der Spanier anstecken lassen, hätte in der entscheidenden Phase nicht die Ruhe verlieren dürfen und weiter klarer spielen müssen.“

Derweil war Mats Hummels nicht erbost über das Verhalten der Spanier, sondern in erster Linie über den russischen Schiedsrichter Aleksej Nikolaev. „Ich habe noch nie einen Unparteiischen erlebt, der sich von den Spielern so veräppeln ließ“, polterte der Verteidiger, der schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff Revanchegelüste bekam. „Es ist natürlich schade, dass wir so ausgeschieden sind und jetzt wieder acht Monate auf internationale Einsätze warten müssen“, sagte Hummels. „Aber im Leben sieht man sich immer zweimal. Ich bin jung, kann vielleicht noch 15 Jahre spielen. Und in dieser Zeit werde ich bestimmt noch einmal nach Sevilla kommen.“

Doch zunächst geht es für die Dortmunder erst einmal nach Frankfurt. Am Samstag treten die Schwarz-Gelben um 15.30 Uhr zum letzten Pflichtspiel des Jahres bei der Eintracht an. „Wir werden alles versuchen, dort die drei Punkte zu holen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir das auch schaffen“, verbreitete Mittelfeldspieler Nuri Sahin schon wieder Optimismus.

PETER SCHWENNECKER

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare