Cigarini besiegelt BVB-Niederlage

DORTMUND ▪ Das erste Gruppen-Heimspiel in der Europa League dominiert, aber die Punkte verloren. Nach 90 Minuten Einbahnstraßenfußball schlichen die Spieler von Borussia Dortmund mit hängenden Köpfen vom Platz  – und dürften wohl noch in der Nacht von spanischen Monstern geträumt haben.

Als solche hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp Gegner FC Sevilla im Vorfeld bezeichnet. Fußballerische, wohl gemerkt. Den Beleg lieferten die Gäste in Form einer einzigen Schrecksekunde – beim 0:1-Siegtreffer durch Luca Cigarini. „Das war spektakulärer Fußball meiner Mannschaft“, lobte Klopp sein Team trotz der Niederlage. „Ein wirklich großartiges Spiel.“ Klopp hatte Lukasz Piszczek und Jakub Blaszczykowski den Vorzug vor Patrick Owomoyela und Mario Götze, der wegen einer Oberschenkelverhärtung nicht einmal auf der Bank saß, gegeben. Bei den Gästen war der Einsatz von Mittelfeldspieler Jesús Navas bis zuletzt fraglich. Der spanische Weltmeister lief zwar auf, setzte aber keine Akzente. Auch sonst hatte der neue FC-Trainer Gregorio Manzano, der erst in dieser Woche den am Montag beurlaubten Antonio Alvarez abgelöst hatte, nur wenig Veränderungen in seinem Team vorgenommen. Zwar lief Luca Cigarini nominell als zweite Spitze auf, er trat aber – mit Ausnahme seines Treffers – kaum in Szene. „Wir haben sehr gelitten", sagte Manzano. „Es hat sich gelohnt.“

Nein, es waren keine Kuscheltiere, die sich die Borussia da ins Haus geholt hatte. 45 Minuten lang schienen die Gäste kein Wässerchen trüben zu können. Nur einmal kam der vornehmlich auf Torsicherung bedachte Tabellensiebte der spanischen Liga durch Luis Fabiano gefährlich vor das Tor von Roman Weidenfeller, der Schuss ging weit vorbei. Doch als alle nur noch auf den Pausenpfiff warteten, zeigte das Sevilla-Monster sein wahres Gesicht. Nach einem Freistoß der Gäste wehrte Neven Subotic einen Kopfball von Cigarini noch auf der Linie ab, doch der Ball kam erneut zu Cigarini, der sich die zweite Chance nicht nehmen ließ.

Davor hatten die knapp 40 Spanier unter den 49 100 Fans im Stadion wenig Grund zum Jubeln gehabt. Der BVB kontrollierte Spiel, Tempo und Gegner fast nach Belieben. Die Überlegenheit drückte sich in Torchancen aus. Wurde ein Barrios-Schuss noch abgewehrt (17.), nahmen die Hausherren danach Fahrt auf und kamen mehrfach mit dem Kopf zu zwingenden Chancen. Doch Barrios (23., 26., 41.), Kevin Großkreutz (27.) und Shinji Kagawa (38.) trafen das Tor nicht oder scheiterten am starken Andrés Palop im Tor. Zwei Minuten vor der Pause reagierte Barrios nach einem groben Schnitzer von Alexis zwar aufmerksam und fing dessen Querpass ab, scheiterte aber erneut am glänzend reagierenden Palop.

Die Borussia kam mit Wut aus der Kabine, doch als der englische Schiedsrichter Michael Dean Marcel Schmelzer wegen einer vermeintlichen Schwalbe Gelb-Rot zeigte (49.), übernahm die Hektik das Kommando. „Ich weiß nicht, wie man da auf die Idee kommen kann, auf Schwalbe zu entscheiden – Wahnsinn“, fehlten Klopp die Worte. Erst in der 70. Minute folgte wieder eine Möglichkeit für den BVB – eine 100-prozentige. Nach Doppelpass mit Barrios setzte Kagawa den Ball vor den Pfosten. Ein Alptraum eben, Einer von harmlos aussehenden Monstern.

Quelle: wa.de

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