BVB-Wunder bleibt aus

DORTMUND ▪ Wunder gibt es nicht oft im Fußball, auch nicht am Nikolaustag. Der BV Borussia Dortmund verabschiedete sich gestern Abend mit einer 2:3 (2:1)-Niederlage im abschließenden Spiel der Vorrunden-Gruppe F gegen Olympique Marseille aus der Champions League und kann sich im kommenden Jahr ganz auf die Aufgaben in der Bundesliga konzentrieren, um sich erneut für die Königsklasse zu qualifizieren.

Nach dem VfB Stuttgart (2007) ist der BVB übrigens erst der zweite Deutsche Meister, der in der Vorrunde sang und klanglos als Gruppenletzter scheiterte. Dabei hatte Stadionsprecher Norbert Dickel die BVB-Fans unter den 65 000 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Signal Iduna Park vor dem Anpfiff richtig heiß gemacht. „Ihr müsst die Mannschaft so anfeuern, dass sich die Franzosen schon beim Einlaufen in die Hosen machen“, tönte Dickel ins Mikrofon. Die Anhänger jedenfalls trugen ihren Teil zur geplanten Aufholjagd bei. Und auch die Dortmunder Mannschaft ergriff von Beginn an die Initiative auf dem Feld. Moritz Leitner konnte wegen seiner Rückenverletzung nicht spielen. Dafür meldete sich Kapitän Sebastian Kehl einsatzfähig. Nach 18 Minuten besaß Mario Götze die erste Chance für die dominierenden Dortmunder, schoss jedoch aus spitzem Winkel ans Außennetz. Wenig später (24.) durften die Dortmunder zum ersten Mal jubeln, als Robert Lewandowski einen hohen Flankenball für seinen Landsmann Jakub Blaszczykowski auflegte. Kuba hatte keine Mühe, aus zwölf Metern zu vollstrecken. Angriff auf Angriff rollte nun Richtung Tor von Marseille, deren Abwehrspieler phasenweise die Orientierung verloren. Und der BVB wurde für seine Bemühungen belohnt. Als Stephane Mbia BVB-Kapitän Kehl beim Kopfballversuch mit dem Fuß im Gesicht traf, zeigte Schiedsrichter Howard Webb sofort auf den Elfmeterpunkt. Mats Hummels schnappte sich den Ball und schob den Strafstoß (32.) sicher zum 2:0 ins untere linke Eck. Allerdings musste Kehl zuvor mit Verdacht auf Jochbeinbruch vom Platz getragen und ins Krankenhaus gefahren werden.

Der Deutsche Meister versuchte anschließend, nachzulegen. Denn die Partie war angesichts der klaren Führung von Piräus gegen Arsenal London zum reinen K.o. Spiel zwischen Dortmund und Marseille um den Platz in der Europa League geworden. Götze ließ (38.) die große Möglichkeit zum dritten Treffer aus, als er freistehend den am Boden liegenden Verteidiger Nicolas N‘Koulou traf. Die kalte Dusche folgte dann in der Nachspielzeit vor der Pause. Bei einem der wenigen Konter flankte Morgan Amalfitano von rechts. Loic Remy stand in der Mitte völlig frei und köpfte zum 2:1 ein. Damit war Dortmunds Traum vom Wunder am Nikolaustag abrupt beendet.

Mit Ivan Perisic für Götze (Oberschenkelprobleme) versuchte der BVB nach dem Seitenwechsel doch noch das Unmögliche möglich zu machen, aber der große Schwung war nach dem Anschlusstreffer dahin. Olympique Marseille gelang in der Schlussphase nicht nur der Ausgleich durch den Kopfball von Andre Ayew (85.), sondern zog mit dem 2:3 durch Mathieu Valbuena (88.) sogar noch ins Achtelfinale der Champions League ein. ▪ PETER SCHWENNECKER

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare