Neuer Leiter der Lizenzspielerabteilung

BVB-Verpflichtung Kehl: kontrovers und meinungsstark

+
Sebastian Kehl kehrt als Leiter der Lizenzspielerabteilung zum BVB zurück.

Neuen Schwung und das Aufbrechen alter Krusten - dafür soll Sebastian Kehl ab Sommer beim BVB sorgen. Dafür wird er nah bei der Mannschaft sein.

Dortmund - Es ereignete sich am 11. April 2015. Borussia Dortmund war zu Gast bei Borussia Mönchengladbach und lag knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff zurück. Der damalige Dortmunder Trainer Jürgen Klopp forderte mehr Kreativität von seiner Mannschaft. Das passte Sebastian Kehl, der damals als Profi auf dem Feld gestanden hatte, überhaupt nicht. Er winkte erst ab und lieferte sich dann ein giftes Wortgefecht mit dem Kultcoach. 

Eine Szene mit Symbolcharakter. Denn so smart der beliebte Ex-Kapitän des BVB stets wirkt, so klar ist er in seiner Meinung. Den Finger wird der mittlerweile 38-Jährige ab dem 1. Juni wieder an seiner alten Wirkungsstätte in die Wunden legen. 

Kehl mit dem Ohr an der Mannschaft

Die Willensbekundungen der Borussen gab es schon länger, am Montag wurde die Rückkehr unter Dach und Fach gebracht. Kehl übernimmt ab Sommer die neu geschaffene Position des Leiters der Lizenzspielerabteilung. In seiner Funktion wird WM-Dritte von 2006 nah bei der Mannschaft sein und soll frühzeitig falschen Entwicklungen entgegenwirken. 

„Ich werde gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen alles geben, um neue Impulse zu setzen und etwas zu bewegen, damit die sportlichen Bedingungen und die nötige Atmosphäre für noch erfolgreicheren und möglichst attraktiven Fußball beim BVB geschaffen werden“, ließ Kehl bereits anklingen, dass es in Sachen Teamchemie Steigerungspotenzial gibt. 

"Lehrling" Kehl

Die Hierarchie ist klar. Sportdirektor Michael Zorc ist sein Chef, Kehl der Lehrling. Für 2021 peilt Zorc nach dann 23 Jahren seinen Abgang an, dann soll der zweifache Familienvater auf die Zorc-Position rücken. 

„Mit der Verpflichtung von Sebastian haben wir unsere neue sportliche Führung unter der Leitung von Michael Zorc komplettiert. Für Borussia Dortmunds weitere sportliche Entwicklung ist seine neue Tätigkeit von enorm großer Bedeutung“, äußerte sich Borussias Vorsitzender der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke. 

Ende beim ZDF

Nach seinem Karriereende 2015 war Kehl äußerst umtriebig. Er schloss bei der Uefa ein Management-Studium ab, arbeitete beim DFB sowie bei der DFL und erwarb die Trainer-A-Lizenz. Außerdem war der Ex-Profi beim ZDF tätig. 

Sein Engagement als TV-Experte wird er ruhen lassen. „So sehr ich mich auf die Zusammenarbeit im Rahmen der WM 2018 gefreut habe, gab es nach Abwägung aller Aspekte keine andere Möglichkeit als mich ab sofort voll auf meine Arbeit beim BVB vorzubereiten.“ 

Auseinandersetzung ohne Erfolg

Anno 2015 führte das verbale Duell zwischen Klopp und Kehl nicht zum Erfolg, die Schwarz-Gelben verloren 1:3. Bei Gladbach saß damals Lucien Favre auf der Trainerbank. 

Gut möglich, dass sich Kehl ab der kommenden Saison mit dem Schweizer auseinander setzen muss. Favre gilt aus aussichtsreicher Kandidat, sollte der Vertrag des aktuellen Dortmunder Coaches Peter Stöger wie erwartet nicht verlängert werden.

Verpassen Sie keine Nachricht zu Borussia Dortmund und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare