BVB-Trainer Klopp gewährt seinen Profis zwei freie Tage

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Sie schweben derzeit auf Wolke sieben: Die BVB-Profis nach ihrem 4:0-Sieg in Hannover.

DORTMUND - Die Tabellenführung ausgebaut, den besten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte zementiert – nach dem 4:0 (1:0)-Triumph bei Hannover 96 konnte Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp seine schwarz-gelben Überflieger leichten Herzens in den Kurzurlaub schicken. - Von Andreas Frank

„Diesen Luxus genießen wir jetzt einfach 'mal bis zum Mittwoch“, sagte der Coach. Wohlverdientes Durchschnaufen vor der nächsten Pflichtaufgabe in der Liga am Freitag (20.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen den Hamburger SV. Und die Chance, Abstand zu gewinnen. Denn für die rund 10 000 mitgereisten BVB-Fans gab es nach der Gala-Vorstellung in der mit 49 000 Zuschauern ausverkauften Hannoveraner WM-Arena schon keine Zweifel mehr an der siebten deutschen Meisterschaft. Eine euphorische Sichtweise, die den Verantwortlichen beim BVB noch nicht so ganz geheuer ist. „Ich denke nicht an Mitkonkurrenten, ich denke nur an den nächsten Gegner, und das ist der HSV“, meinte Klopp, und auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gab sich betont nüchtern: „Wir träumen nicht, sondern gehen unseren Weg weiter.“

Einen Weg, der den Westfalen 28 von 33 möglichen Punkten, zwölf Zähler Vorsprung auf Titelverteidiger Bayern München und sogar den Beifall der Hannoveraner Fans nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Felix Brych eingebracht hat. Vom Respekt der Gegner ganz zu schweigen. „Dortmund war zu stark, und wir waren zu schwach“, sagte 96-Mittelfeldspieler Sergio Pinto zu der einseitigen Begegnung, in der die Gäste wie selbstverständlich vier Tore erzielten. Shinji Kagawa (11.) machte den Anfang, die weiteren Treffer erzielten Lucas Barrios (72.), Robert Lewandowski (81.) und Jakub Blaszczykowski (90.+1). Nuri Sahin scheiterte darüber hinaus mit einem Strafstoß an 96-Torhüter Florian Fromlowitz (78.).

Mittlerweile ist es schwierig geworden, eine Statistik zu finden, in der die Dortmunder nicht an der Spitze liegen – im positiven Sinne. Die meisten Tore, die meisten Torschüsse, die meisten Großchancen, die meisten Zweikämpfe, natürlich auch die wenigsten Gegentore – Keeper Roman Weidenfeller wies aber auf einen weiteren Superlativ hin: „In Hannover haben wir auch wieder gezeigt, wie stark unsere Ersatzbank besetzt ist. Die Jungs machen da keinen Stunk, sondern schießen Tore.“

Von solch motivierten Reservisten kann man bei den Niedersachsen nur träumen. 96-Coach Mirko Slomka ließ sogar einen Platz auf der Auswechselbank frei und schickte die praktisch aussortierten Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff und Mike Hanke lieber auf die Tribüne. „Wir hatten nicht die Klasse, um bei einem solchen Gegner dagegenzuhalten“, musste der 43-Jährige einräumen. Spätestens dann nicht mehr, als Innenverteidiger Karim Haggui nach einem hässlichen Tritt gegen Blaszczykowski die Rote Karte sah (77.). Das war schon der zweite Platzverweis der Saison für den Tunesier – angesichts von acht Gegentoren in den vergangenen beiden Spielen für Slomka eine ärgerliche personelle Schwächung: „Man kann davon ausgehen, dass es eine Geldstrafe für Karim geben wird.“ Zudem wurde er gestern vom DFB-Sportgericht für fünf Spiele gesperrt. - sid

Quelle: wa.de

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