BVB: Rauball vor Wiederwahl zum DFL-Boss

Reinhard Rauball ▪
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DORTMUND Der BVB-Präsident hat nach Rückzug von Hoeneß freie Bahn

Sein Ziel für die Liga: der vierte Startplatz in der Champions League

DORTMUND/FRANKFURT ▪ Nach dem Rückzug von Gegenkandidat Uli Hoeneß wird die Wiederwahl von Reinhard Rauball zum Liga-Präsidenten morgen zur reinen Formsache. Der 63 Jahre alte Jurist peilt bei der Generalversammlung der 36 Profiklubs in Berlin seine zweite Amtszeit an. Als Ziel setzt sich der Präsident von Borussia Dortmund für die Liga das Erreichen des vierten Startplatzes in der Champions League – gleichzeitig zerstreute Rauball aber die Hoffnungen der Bundesligisten auf eine künftige Explosion der TV-Einnahmen.

„Ich will keine blühenden Landschaften versprechen. Medien-Erlöse wie in England sind für uns derzeit nicht zu erzielen. Man muss den Blick für die Realität wahren. In der aktuellen Diskussion über die Situation auf dem Fernsehmarkt wird deutlich, dass solche Zahlen bei uns im Moment nicht zu erreichen sind“, sagte Rauball. Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt gefordert, dass in Zukunft Einnahmen in Höhe von mindestens 800 Millionen Euro erzielt werden müssten, damit die Bundesliga auf internationaler Ebene konkurrenzfähig bleibt. Die Premier League kassiert pro Jahr sogar noch einmal knapp 400 Millionen Euro mehr.

Der deutsche Fernsehmarkt gibt solche Preise aber nicht her. Vor allem die finanzielle Situation beim Bezahlsender Sky treibt den Bundesligisten derzeit Sorgenfalten auf die Stirn. Die wirtschaftliche Lage beim Münchner Pay-TV-Sender, der die Übertragungsrechte von 2009 bis 2013 für rund 200 Millionen Euro pro Spielzeit von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erworben hatte, scheint zumindest so problematisch, dass Rauball die 36 Erst- und Zweitligisten jüngst schriftlich über die aktuelle Situation informiert hat. Damit die Abhängigkeit der 36 Erst- und Zweitligisten von den TV-Geldern nicht zu dramatisch wird, plant die DFL eine Verschärfung des europaweit anerkannten Lizenzierungsverfahren. So soll sich der Schuldenstand der Profiklubs nicht weiter erhöhen. „Ansonsten kann sich eine schleichende Abwärtsspirale entwickeln, die gefährlich werden könnte. Hintergrund ist der, dass es offensichtlich in einigen Fällen nicht ausreichend ist, wenn der Schuldenstand gleich bleibt. Wir wollen, dass Negativkapital abgebaut und in angemessener Weise zurückgezahlt wird“, sagte Rauball. Unabhängig von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind Rauball die Bundesliga im Vergleich mit den übrigen europäischen Topligen aber weiter im Aufwind: „Die Attraktivität der Liga wird von Jahr zu Jahr höher.“ ▪ sid

Quelle: wa.de

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