Sportdirektor verrät Details

Nach Aus von Lucien Favre: Seitenhieb von BVB-Sportdirektor Zorc in Richtung Ex-Trainer

Lucien Favre ist beim BVB Geschichte. Nachfolger Edin Terzic bekommt viel Lob von Sportdirektor Michael Zorc, der aus bestimmten Gründen viel Vorfreude verspürt.

Dortmund - Borussia Dortmund* hat turbulente Tage hinter sich, wie RUHR24.de* berichtet. Nach der krachenden 1:5-Niederlage daheim gegen den Aufsteiger VfB Stuttgart folgte die Trennung von Trainer Lucien Favre (63). Keine 24 Stunden später stand mit Edin Terzic (38) bereits ein Nachfolger beim BVB fest.

NameLucien Favre
Geboren2. November 1957 (Alter 63 Jahre), Saint-Barthélemy, Schweiz
Größe1,78 Meter
Karrierebeginn1976
EhepartnerinChantal Favre
KinderLoic Favre

Borussia Dortmund: Favre-Nachfolger Edin Terzic mit drei BVB-Spielen in zehn Tagen

Der bisherige Co-Trainer von Lucien Favre konnte nur ein Mannschaftstraining leiten, ehe der BVB bei Werder Bremen antritt (zum Live-Ticker)*. Binnen zehn Tagen absolviert Borussia Dortmund noch drei Pflichtspiele. Zwei in der Bundesliga und eines im DFB-Pokal.

„Um nervös zu sein, fehlt, ehrlich gesagt, die Zeit“, sagte Edin Terzic am Montag (14. Dezember) lächelnd bei seiner Vorstellung. Ganz so entspannt sah Sportdirektor Michael Zorc (58) daneben nicht aus.

Borusssia Dortmund: Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc loben Ex-Trainer Lucien Favre

Kein Wunder. So sehr die Trennung des BVB von Lucien Favre* für die Verantwortlichen von Borussia Dortmund richtig erschien, so sehr nahm man ihnen ab, dass es nicht leicht gefallen war.

„Als Fachmann und Mensch ist Lucien Favre über jeden Zweifel erhaben“, sagte so beispielsweise Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (61). Michael Zorc stimmte zu und bedankte sich beim Ex-Trainer für „seine hervorragende Arbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren“.

Lucien Favre (r.) musste den BVB verlassen. Laut Sportdirektor Michael Zorc sind die Saisonziele in Gefahr.

Michael Zorc (Borussia Dortmund): Saisonziele beim BVB mit Lucien Favre gefährdert

Dennoch musste der BVB laut eigener Aussage reagieren, wie der Sportdirektor betonte. „Gleichwohl sind wir der Meinung, dass das Erreichen unserer Saisonziele aufgrund der zuletzt negativen Entwicklung in der gegenwärtigen Konstellation stark gefährdet ist und wir deshalb handeln müssen.“

Keines der vergangenen drei Heimspiele konnte Borussia Dortmund unter der Leitung von Lucien Favre gewinnen. Dabei waren die Gegner mit dem 1. FC Köln (1:2), Lazio Rom (1:1) und dem VfB Stuttgart (1:5) alles andere als übermächtig.

Borussia Dortmund: Erstes Statement von Lucien Favre nach BVB-Trennung überrascht

Der 63-Jährige war dennoch voll überzeugt davon, dass die Saisonziele mit ihm hätten erreicht werden können. Das erste Statement von Lucien Favre nach der BVB-Trennung überraschte*.

Bislang war Edin Terzic (l.) der Co-Trainer unter Lucien Favre. Nun hat der BVB ihn zum Chef-Trainer befördert.

Denn Borussia Dortmund ist in der Liga auf Platz fünf abgerutscht und der Rückstand auf Platz eins beträgt nach nur elf Spieltagen schon sechs Zähler. Unabhängig davon war zuletzt wiederholt auffällig, dass die Schwarz-Gelben mit viel Ballbesitz gegen tief stehende Gegner immer dieselben Probleme hatten und zu behäbig spielten.

Borussia Dortmund: BVB unter Lucien Favre mit Problemen bei viel Ballbesitz

Der Journalist und Buch-Autor Tobias Escher hatte es schon vor der deftigen BVB-Pleite gegen den VfB Stuttgart auf den Punkt gebracht. Demnach hatte Borussia Dortmund unter Lucien Favre vor dem 1:5 14 Bundesliga-Spiele verloren. Sieben davon gegen Abstiegskandidaten in Partien, in denen die Westfalen immer mindestens 69 Prozent Ballbesitz hatten. Gegen die Schwaben waren es 71 Prozent.

Der automatische Reflex vieler schwarz-gelben Anhänger dauerte nicht lange. Die Wucht und Emotionalität aus Zeiten von Ex-Trainer Jürgen Klopp (53) fehle. Offenbar sehen die Verantwortlichen das zumindest ähnlich.

Lucien Favre (Borussia Dortmund): Seitenhieb von Michael Zorc und Lob für Edin Terzic

„Edin legt die Emotionalität an den Tag, die es bei Borussia Dortmund braucht. Als Trainer und auch als Co-Trainer musst du gewisse Rollen bedienen, Emotionalität gehört dazu“, unterstrich Michael Zorc bei der Vorstellung des Favre-Nachfolgers. Eine Aussage, die tief blicken lässt. Es war mehr als nur ein Wink mit dem Zaunpfahl, wie der neue BVB-Trainer Edin Terzic tickt*.

Denn die Verantwortlichen wissen genau, was der 38-Jährige, der nur 30 Kilometer vom Signal Iduna Park entfernt aufwuchs und mit neun Jahren erstmals im Westfalenstadion war, mitbringt. „Ich bin ein Produkt dieses Klubs“. Kein Wunder: Seit Jahrzehnten Fan und mit kurzen Unterbrechungen seit zehn Jahren im Verein tätig. „Dementsprechend bin ich geprägt aus der Vergangenheit.“

Borussia Dortmund: Edin Terzic weckt beim BVB Erinnerungen an die Zeiten unter Jürgen Klopp

Edin Terzic spricht bei seiner Vorstellung zwar nicht aus, dass er Fan des Klopp-Spielstils sei. Doch es wird auch so offensichtlich.

„Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Spiel zu gewinnen. Entweder, du versuchst, ein Gegentor weniger als der Gegner zu kassieren. Oder aber du versuchst ein Tor mehr zu schießen. Ich bevorzuge eher Letzteres.“ Dass der BVB mittelfristig also weiter eher kontrolliert und abwartend wie in vielen Spielen unter Lucien Favre agiert, ist unwahrscheinlich.

Borussia Dortmund: Auf Edin Terzic soll Trainer Marco Rose von Borussia Mönchengladbach folgen

Fragt sich nur, ob Edin Terzic dieses Vorhaben erstens zügig umsetzen lassen und zweitens damit auch erfolgreich sein kann. Denn Lucien Favre war knapp hinter Thomas Tuchel (47) der erfolgreichste Trainer von Borussia Dortmund, was den Punkteschnitt angeht.

So oder so scheint sein Nachfolger aber nicht ewig Cheftrainer bleiben zu dürfen. Sein Vertrag wurde nicht angepasst und läuft entsprechend nach der Saison - Stand jetzt - aus. Top-Favorit beim BVB ist jetzt Trainer Marco Rose (44) von Borussia Mönchengladbach*. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann / dpa

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