Aus dem Trainingslager in Bad Ragaz

BVB-Kapitän Schmelzer: "Ich bin für das Team da"

Marcel Schmelzer ist zur Führungspersönlichkeit gereift.
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Marcel Schmelzer ist zur Führungspersönlichkeit gereift.

Schon seit 2008 hält Marcel Schmelzer bei Borussia die Knochen hin. Seit einem Jahr ist "Schmelle" der Kapitän und will jetzt trotz seiner Verletzung als Führungspersönlichkeit vorangehen.

Urgesteine gibt es nicht mehr viele. Doch auf Marcel Schmelzer trifft dieses Wort perfekt zu. Seine gesamte bisherige Profikarriere verbrachte er bei Borussia Dortmund, seitdem er sich 2008 zum ersten Mal die Fußballschuhe in einem Pflichtspiel die Schuhe schnürte. In der Zwischenzeit reifte der einst so schüchterne "Schmelle" zum Führungsspieler, lief in fast 300 Partien auf. Denn egal ob Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel auf der Trainerbank saßen: Am gebürtigen Magdeburger führte kein Weg vorbei.

Doch aktuell ist er mit einer Außenband-Verletztung außer Gefecht. Das Reha-Programm, das er aktuell im Trainingslager in Bad Ragaz (Schweiz) absolviert, ist für ihn Fluch und Segen zugleich. Fluch, da er der Mannschaft im Augenblick sportlich nicht helfen kann. Segen, da die einsame Zeit auch etwas Gutes hat: Schmelzer kann sich voll auf seine Führungsrolle innerhalb des Teams konzentrieren.

"Auch andere müssen Verantwortung übernehmen"

"Durch die Reha habe ich den Kopf dafür, denn nach meine Programm bin ich komplett für das Team da", beschreibt Schmelzer, der noch hofft, zum Ligastart im August wieder angreifen zu können. Der 29-Jährige ist gerade nach dem Abgang von Sven Bender zu Bayer Leverkusen, der ebenfalls eine Führungsrolle inne hatte, äußerst wichtig für das Dortmunder Binnenklima. Doch der Blondschopf sieht in dem Verlust von Bender auch eine Chance für die Mannschaftskollegen: "Sven hatte sehr viele Aufgaben, wie die Integration der neuen Spieler. Jetzt ist es extrem wichtig, dass auch noch andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen. Einige wachsen gerade in die Rolle rein."

Wen er genau im Blick hat, wollte er nicht verraten. Doch es liegt auf der Hand, dass beispielsweise Nuri Sahin mit seinem 28 Jahren und vielen Erfahrung im BVB-Trikot einer der heißesten Anwärter ist, das Führungs-Vakuum zu füllen. Doch auf einer anderen Baustelle gibt es ohnehin nicht so viel zu tun: Nur vier Sommerzugänge müssen in die Mannschaft integriert werden. Gerade einmal die Hälfte des Vorjahres. "Das macht es einfacher", schätzt Schmelzer ein.

Trainer Bosz im Wandel

An ein neues Gesicht müssen sich die Dortmunder Fans auch an der Seitenlinie gewöhnen. Peter Bosz folgte im Sommer auf Ex-Trainer Thomas Tuchel. Die Unterschiede zwischen dem ruhigen Niederländer und seinem bisweilen impulsiven Vorgänger stellt auch Schmelzer fest: „Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie. Peter Bosz ist sehr ruhig, zurückhaltend und beobachtet viel. Er will uns zunächst kennenlernen“, berichtet Schmelzer, der anfügt: „Er nimmt von Tag zu Tag mehr Einfluss auf das Training. Jetzt gilt es, die neuen Automatismen einzustudieren. Wenn es gut läuft, klappt schon beim Supercup alles, es kann aber auch Monate dauern“.

Das von Schmelzer angesprochene Prestigeduell gegen den FC Bayern München steigt am Samstag, 5. August, ab 20 Uhr. Schmelzer reizt das Kräftemessen: „Wir spielen zu Hause gegen eine der besten Mannschaften der Welt, die Vorfreude ist riesig.“

Meister? Schmelzer wiegelt ab

Priorität haben aber andere Ziele. Der direkte Einzug in die Champions League, also mindestens Platz drei, sollte am Ende in der Bundesliga für die Borussen herausspringen. Warum nicht gleich den Titel als Ziel ausgeben? Schmelzer erklärt das Understatement: „Was passiert denn, wir wir sagen, dass wir Ersten werden wollen und am Ende nur Zehnter werden? Die Folge wären Unmut und das Lachen von außerhalb.“ Dass das Gelächter am Saisonende ausbleibt, liegt auch in Schmelzers Händen. Aktuell neben, aber bald auch wieder auf dem Platz.

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