BVB-Kapitän Kehl will den Big-Point

DORTMUND ▪ Mit 7:1 Toren und sechs Punkten aus den Spielen gegen Borussia Mönchengladbach und beim VfL Bochum hat Bundesligist Borussia Dortmund die Winterdepressionen abgelegt und den Anhang in Sachen Rückkehr auf die europäische Fußballbühne wieder zuversichtlicher gestimmt. „Wir wollen die Frühlingsgefühle hinüber tragen ins Spiel und das positive Tabellenbild erhalten“, fiebert Trainer Jürgen Klopp der Spitzenbegegnung mit dem Meisterschaftskandidaten Bayer Leverkusen (heute, 18.30 Uhr) entgegen. Von Peter Schwennecker

Mit einem Sieg gegen einen direkten Konkurrenten könnten die Schwarz-Gelben sogar noch einmal den Rückstand auf die Champions-League-Plätze verkürzen. Doch das interessiert den Dortmunder Fußball-Lehrer nur am Rande. „Diese Überlegungen lenken nur von den eigenen Aufgaben ab“, betont Klopp. „Wir konzentrieren uns einzig und allein auf dieses Spiel und nicht auf die langfristigen Ziele.“

Die Aufgabe wird schwer genug. Für den 42-Jährigen zählt die Werkself aus Leverkusen zur aktuellen Creme des deutschen Fußballs. Mit 56 Toren stellt sie auch den erfolgreichsten Angriff des Oberhauses. „Die Offensivqualität von Bayer außer Acht zu lassen, wäre äußerst fahrlässig“, sagt Klopp. „Wir haben Respekt vor der Stärke Leverkusens. Wenn wir das nicht hätten, hätten wir die Partie im Grunde schon verloren.“

Aber schon das Hinspiel, das 1:1 endete, bewies, dass die Dortmunder an einem guten Tag selbst gegen die Topteams der Liga Chancen haben. „Wir hatten sie schon am Haken, haben es am Ende nur nicht geschafft, die Punkte an Land zu ziehen, weil wir durch eine Standardsituation den Ausgleich zugelassen haben“, ärgert sich der BVB-Trainer noch heute über die verschenkten Zähler.

Die Partie vor vermutlich ausverkauftem Haus wird von der Taktik geprägt sein. Denn einen offenen Schlagabtausch wird die Borussia mit dem Team von Jupp Heynckes nicht eingehen können. Klopp hat den Gegner intensiv über 90 Minuten beim 4:2 gegen den Hamburger SV studiert und weiß genau, wo der Hebel anzusetzen ist. „Mit den richtigen Leuten und der richtigen Systematik werden wir ihnen weniger Spaß bereiten als der HSV“, gibt der Dortmunder Trainer die Richtung vor. Und die wird in erster Linie wieder von Leidenschaft geprägt sein. „Wenn wir alles raushauen, sind wir richtig gut. Wenn nicht, dann sind wir nicht schlecht, aber dann reicht es eben gegen die Topteams nicht“, fordert Klopp seine Profis auf, wieder bis an die Grenzen zu gehen.

Dabei setzt der Fußball-Lehrer auch auf den einzigen Vorteil, den er vor dem Anpfiff bei seiner Mannschaft sieht: „Wir haben ein Heimspiel. Das muss von der ersten Minute an zu spüren sein, und die Jungs werden alles dafür tun“, betont Klopp. „Wenn es ein enges Spiel wird, dann können wir gewinnen. Aber dazu muss es erstmal eng werden.“

Garant für einen Dortmunder Erfolg könnte erneut Sebastian Kehl sein, der in kurzer Zeit wieder die Chefrolle im Mittelfeld des BVB übernommen hat. „Wir haben eine gute Ausgangsposition und gezeigt, dass wir mit einigen Mannschaften auf Augenhöhe stehen“, sagt der Kapitän der Borussia. „Wir wollen gegen Leverkusen gewinnen. Es wäre ein Big-Point.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare