BVB-Kapitän Kehl fährt optimistisch nach München

Zuletzt wieder vermehrt im Mittelpunkt: Sebastian Kehl (Zweiter von links). ▪
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Zuletzt wieder vermehrt im Mittelpunkt: Sebastian Kehl (Zweiter von links). ▪

DORTMUND ▪ Es liegt noch der Raureif auf den Rasenplätzen, als Sebastian Kehl am Morgen sein Training beginnt. Er befindet sich in überschaubarer Gesellschaft, denn der Großteil seiner Kollegen ist bei diversen Nationalmannschaften im Einsatz. Von Günter Bork

„Ich habe die Länderspielpause genutzt, um noch einmal zuzulegen“, verrät der Kapitän von Borussia Dortmund und spricht von „Vorfreude“ auf das Top-Spiel des 13. Bundesliga-Spieltages am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim Tabellenführer Bayern München.

Fußball-Deutschland, die Bundesliga-Konkurrenz und vermutlich selbst die Erzrivalen aus Schalke dürften dem BVB die Daumen drücken, damit die Bayern dem Rest der Liga nicht schon vorzeitig enteilen. „Ob uns die Blauen am Wochenende wirklich die Daumen drücken, wage ich zu bezweifeln. Und es ist sicherlich so, dass die Bayern in dieser Saison einen souveränen Eindruck machen. Aber wir beschäftigen uns nicht mit der Erwartungshaltung anderer. Wir haben in der vergangenen Saison gezeigt, dass wir sie an einem guten Tag schlagen können“, sagt der 31-Jährige.

16 von 18 Punkten haben die Westfalen in der vergangenen sechs Spielen geholt und viel Selbstvertrauen getankt. „Wir brauchen natürlich Mut, müssen an uns glauben, unser Spiel durchziehen und läuferisch wieder an unsere Grenzen gehen“, meint der Defensivstratege. Der dienstälteste Borusse (seit Januar 2002) erinnert an den 3:1-Sieg am 26. Februar in München, als die Borussia den vermutlich entscheidenden Schritt auf den Weg zum siebten Meistertitel machte. Damals wurde Kehl erst in der 90. Minute eingewechselt. Inzwischen gehört der Routinier wieder zum Stammpersonal. Der WM-Teilnehmer von 2002 und 2006 hat sich nach seinen zahlreichen verletzungsbedingten Rückschlägen in den vergangenen Jahren wieder unentbehrlich gemacht. „Ich finde wieder meinen Rhythmus, und die Einsatzzeiten helfen wahnsinnig dabei. Ich würde sagen, dass meine Kurve nach oben zeigt, aber ich bin noch nicht da, wo ich sein kann“, sagt Kehl, der seine Rolle im jungen BVB-Kader auch über die Arbeitszeit auf dem Rasen hinaus definiert. „Ich führe zudem viele Gespräche, vermehrt auch mit den jungen Spieler, versuche zu unterstützen, zu helfen und meine Erfahrung gerade in schwierigen Situationen weiterzugeben“, ergänzt Kehl.

Denn die Saison ist noch lang und der Druck auf den deutschen Meistern lastet schwer. Allein die kommende Woche mit dem Spiel bei den Bayern, dem Champions-League-„Endspiel“ beim FC Arsenal und dem Derby gegen Schalke 04 hat es in sich. „Die Spiele gegen die Bayern und gegen Schalke stehen unter einem besonderen Stern und sind brisant. Das Spiel in Arsenal ist die letzte Chance noch einmal anzugreifen, vielleicht doch noch einen der ersten beiden Gruppenplätze zu belegen. Wir können in den drei Spielen einiges gewinnen, aber wir können auch viel verlieren“, sagte Kehl, der seiner Mannschaft auch in der laufenden Saison gute Perspektiven einräumt. Doch eine Langzeitprognose wagt er nicht. Auch nicht, was seine Zukunft beim BVB über das Saisonende hinaus angeht.

Ist Dortmund die letzte Station seiner Karriere? „Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es im Fußball sehr schnell gehen kann. Mein Vertrag läuft im nächsten Sommer aus. Wir haben aber bis jetzt noch keine Gespräche geführt. Für mich ist es wichtig die guten Leistungen aus den letzten Wochen zu bestätigen, und weiterhin auf mich aufmerksam machen zu können. Denn ich möchte, wenn ich gesund bleibe, noch ein paar Jahr spielen.“ ▪ sid

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