Aus dem Trainingslager in Bad Ragaz

Irrer Globetrotter Arendsee: Ein Leben (fast) nur für den BVB

Dorothee und André Arendsee: Eingefleischte BVB-Fans.
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Dorothee und André Arendsee: Eingefleischte BVB-Fans.

Es gibt viele Fans, die jede Menge Zeit und Geld in ihre Liebe zu Borussia Dortmund stecken. Doch bei kaum einem BVB-Anhänger dürfte die Leidenschaft derart ausgiebig gelebt werden wie bei André Arendsee.

Bad Ragaz - Familie Arendsee ist schon bekannt. Auf dem Campingplatz Giessenpark in malerischen Dörfchen Bad Ragaz (Schweiz) kommt ein freundlicher Mitarbeiter vorbei und macht darauf aufmerksam, dass das Freibad jetzt geöffnet sei. Besonderer Service für besondere Gäste, denn nach sieben Jahren kennt man sich. 

Familie Arendsee sind André, Dorothee (34) und Filius Julian (3), alles eingefleischte Fans von Borussia Dortmund. Zusammen verbringen sie sechs Tage in der Schweiz, wo aktuell auch die Borussen ihr Trainingslager aufgeschlagen haben. Immer irgendwo zwischen der kleinen gemütlichen Holzhütte, dem nahegelegenen Trainingsplatz und den Testspielorten des BVB. 

300.000 Euro für den BVB

André Arendsee genießt es, seine Familie bei sich zu haben. Seine Leidenschaft für die Borussia bedeutet auch einige Opfer. Der 46-Jährige besitzt so etwas wie eine Trainingslager-Dauerkarte. Bereits 38 Trainingslager in Folge hat der Fanclub-Vorsitzende der „Alten Garde“ mittlerweile bestritten, viele davon ohne Frau - und natürlich auch ohne Kind. 

Angefangen hat alles im Jahr 2000. Trainer damals: Matthias Sammer. Die Reise führte ihn ins österreichische Bad Radkersburg. Mittlerweile ist einiges dazugekommen. „Rechnet man die Asienreise dabei, komme ich auf 41“, berichtet Arendsee. Eine unfassbare Zahl. 

Wieviele Kilometer er abgespult hat? „Kann ich gar nicht zählen. Allein die Reisen nach Fernost dürften schon so 100.000 gewesen sein“, so der grinsende Papa, der bislang die stolze Summe von rund 300.000 Euro in seine Leidenschaft investiert hat. 

Kumpel "Kloppo"

Der Reiz liegt für ihn vor allem an den Leuten, die seinen geliebten Klub ebenfalls begleiten. „Über die Zeit sind Freundschaften entstanden. Zwar verliert der eine oder andere die Lust, aber viele kenne ich jetzt schon seit Jahren“, sagt Arendsee. Auch zu Hause in Unna werden die Kontakte weiter gepflegt. Dass sich über so viele Jahre auch Berührungspunkte zu den Spielern ergeben, ist selbstverständlich. 

Doch neben den Spielern hat es Arendsee besonders ein Ex-Trainer angetan: Jürgen Klopp. Im spanischen La Manga tobte „Kloppo“, der aktuell beim englischen Traditionsverein FC Liverpool an der Seitenlinie steht, mit dem Nachwuchs herum. „Er ist ein netter und umgänglicher Typ“, schwärmt Arendsee. Die Reisen möglich macht auch sein Beruf: Arendsee, der passenderweise etwas Ähnlichkeit mit dem BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat, ist Feuerwehrmann. 

Borussia ist nicht alles

„So habe ich viel Tagesfreizeit“, meint der passionierte Läufer Arendsee, der abseits des Fußballplatzes als Übungsleiter in der Leichtathletik-Abteilung des SuS Oberaden engagiert ist: „Außerdem bin Organisations-Leiter bei der Barbara-Runde in Bergkamen. Mir machen die Ehrenämter viel Spaß, es muss ja neben dem Fußball auch noch etwas anderes geben.“ 

Papa und Mama Arendsee verfolgen auch die Spiele im heimischen Dortmunder Stadion. Früher, als André in jungen Jahren noch mit seinem Onkel ins Stadion ging, stand er auf der legendären Südtribüne. „Zunächst im Block 14, dann sind wir in 13 gewechselt. Also mittendrin“, schwelgt er in Erinnerungen. Doch jetzt genießt er die Spiele neben seiner Frau auf seinem Stammplatz auf der Westtribüne im Sitzen. 

Die "50" ist das Ziel

Und Sohnemann Julian? „Der ist mit seinen drei Jahren noch zu jung“, so Arendsee, der aber bereits auf Kartensuche für den jungen Blondschopf ist. Die Frage ist nur, wann er mit in den Dortmunder „Tempel“ kommt, nicht ob. „Wir warten, bis er selbst das Interesse hat“, ist sich das Ehepaar einig. 

Wie lange seine Traingslager-Serie noch anhält, weiß er nicht. Das Nahziel ist die 50. Teilnahme hintereinander. „Dann lasse ich es ruhiger angehen“, sagt Arendsee. Ein weiteres Highlight hat die fußballverrückte Familie aber bereits im Visier: Im kommenden Sommer bestreitet der BVB ein Teil der Vorbereitung in den USA. „Beim New-York-Marathon haben meine Frau und ich uns kennengelernt“, grinst Arendsee und die Freude auf weitere Reisen steht im ins Gesicht geschrieben.

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