Borussia Dortmund

Europa League statt Königsklasse: BVB drohen dramatische Folgen beim Verpassen des Minimalziels

Borussia Dortmund rutscht in der Bundesliga auf Rang sieben ab. Heißt es in der kommenden Saison Europa League? Dem BVB drohen krasse Millionenverluste.

Mönchengladbach - Saison retten statt Titelkampf. Für Borussia Dortmund geht es bereits nach dem 18. Bundesliga-Spieltag darum, das Minimalziel zu erreichen. Mit der deutschen Meisterschaft hat der BVB-Kader mit höchstwahrscheinlich 13 Punkten Rückstand am Sonntag nichts mehr zu tun. Die Warnzeichen sind riesig. Die Folgen beim Verpassen der Champions League könnten immens sein in Dortmund.

VereinBorussia Dortmund
CheftrainerEdin Terzic
StadionSignal-Iduna-Park (Dortmund)
Plätze81.365

BVB zittert um die Champions League: Millionenverluste drohen in Dortmund

Enttäuscht, ratlos und nach Erklärungen ringend stellte sich Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus nach der Niederlage gegen Gladbach den Fragen der Journalisten. Ist das Problem Mentalität geflickt worden beim BVB, so bricht an einer anderen Stelle die altbekannte Standardschwäche auf. Drei Gegentore nach ruhenden Bällen sind deutlich zu viel. „Das stinkt“, verschaffte Marco Reus im ZDF seiner Wut Luft.

Borussia Dortmund rutscht vorerst ab auf den siebten Tabellenrang und damit ebenso raus aus der Königsklasse. 16 Spiele verbleiben noch, um sich aufzurappeln. Und dennoch: Das Minimalziel Champions-League-Teilnahme ist in Gefahr für Borussia Dortmund. „So wird es schwer, Spiele zu gewinnen“, analysierte Marco Reus die erneuten Probleme nach ruhenden Bällen seiner Mannschaft.

BVB: TV-Experte setzt auf Borussia Dortmund und glaubt an Aufholjagd

Der Effekt des Trainerwechsels scheint verpufft in Dortmund. Aus Lucien Favre wurde Edin Terzic. „Es waren viel zu viele Rückschläge und ein Missverhältnis zwischen dem was wir für ein Tor investieren müssen und dem, was Gladbach investiert hat“, sagte der 38-Jährige. Die Probleme jedoch sind die alten. Mangelnde Konstanz über Wochen, vielmehr noch innerhalb von 90 Minuten beim BVB.

Zwar war sich TV-Experte Per Mertesacker sicher, der BVB würde sich wegen seiner besonderen individuellen Klasse gegenüber der Konkurrenz bis zum Saisonende im Kampf um die Champions-League-Plätze durchsetzen. Die beiden letzten direkten Duelle gegen Leverkusen und Gladbach lassen das jedoch aktuell zumindest anzweifeln.

BVB seit drei Spielen sieglos: Teilnahme an der Champions League in Gefahr - und dann?

Borussia Dortmund ist seit nunmehr drei Spielen sieglos. Den Begriff Krise zu verwenden wäre wohl verfrüht. Die Warnsignale, dass sich die aktuelle Ergebniskrise auf den weiteren Verlauf der Saison und damit das Minimalziel Champions League auswirken kann, sind vorhanden. „Irgendetwas fehlt einfach momentan“, sagte Manuel Akanji. Eine Erklärung für die erneute Niederlage fand auch er nicht.

Das Verpassen der Champions League hätte auch personelle Folgen beim BVB.

„Wir müssen in allen Bereichen mehr investieren, um erfolgreicher zu sein. Und wir müssen in der Rückrunde mehr Punkte holen. Sonst laufen wir Gefahr, die Saisonziele zu verpassen“, sagte Marco Reus noch vor der siebten Saisonniederlage gegen Gladbach. Nun läuft der BVB den Top-Vier der Bundesliga hinterher. Europa League statt Königsklasse? Und dann?

BVB: „Dann kannst du dir einen Kader in der Größenordnung und Qualität [...] nicht mehr leisten“

Borussia Dortmund ist wohl das Aushängeschild in Deutschland für junge Talente. Auch wegen der regelmäßigen Teilnahme an der Champions League. Die große Personalflucht müsste der BVB bei einem Verpassen der Königsklasse nicht befürchten. Ohnehin wird jährlich über einen Transfer von Jadon Sancho diskutiert. Und dennoch könnten Veränderungen anstehen.

„Wenn die Einnahmen aus der Champions League nicht mehr da sind, kannst du dir einen Kader in der Größenordnung und Qualität, wie wir ihn haben, nicht mehr leisten. Dann musst du den Rotstift ansetzen“, erläuterte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Kicker. Gar würden rund 30 Millionen Euro weniger TV-Gelder ausgezahlt werden an den BVB, wie die Bild berichtet.

Wird Marco Rose der neue Trainer von Borussia Dortmund?

Wegen der Coronavirus-Pandemie und den unter anderem damit einhergehenden fehlenden Einnahmen aus dem Ticketverkauf rechnet Borussia Dortmund mit einem dicken Minus von rund 70 Millionen Euro, wie auch Ruhr24* berichtet. Dabei ist das mögliche Verpassen der Champions League nicht mit eingerechnet. Laut Watzke müsse der BVB dann „einen oder vielleicht zwei Schritte zurück machen“.

Hat das gar Auswirkungen auf die Trainersuche. Marco Rose gilt als heißer Kandidat auf die Trainer-Nachfolge in Dortmund. Eben jener hatte den BVB mit seinen Gladbachern am Freitagabend vom vierten Tabellenrang verdrängt. Die sportlich attraktivere Station stellt somit aktuell sein aktueller Arbeitgeber dar. Dort besitzt Rose noch einen Vertrag bis 2022. *Ruhr24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Martin Meissner/dpa

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