Stolze Borussen nach königlichem Coup gegen Real

DORTMUND - Ein Sieg über Real Madrid heilt alle Wunden. „Es war ein wunderschöner Abend. Genau das Richtige nach einer Derby-Niederlage“, meinte BVB-Verteidiger Mats Hummels, nachdem der Meister mit dem 2:1 (1:1) über die Königlichen die Tabellenführung in der Champions-League-Vorrunden-Gruppe D übernommen hatte.

Hummels war stolz darauf, mit dem BVB „eines der stärksten Teams der Welt“ geschlagen zu haben. „Wir waren die bessere Mannschaft. Es wird schwer, das noch zu übertreffen“, meinte der Nationalspieler.

Und auch für Jürgen Klopp, der nach der 1:2-Pleite gegen die Schalker viel Kritik einstecken musste, war es eine kleine Genugtuung: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie die Qualität hat, nicht nur in der Champions League mitzuhalten, sondern auch einen großen Gegner wie Real zu schlagen“, freute sich der Coach, der den Triumph „als wichtigen Fingerzeig für die Entwicklung dieses Teams wertete“.

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Klopp empfand es als große Ehre, nach der Begegnung auch aus dem Mund von Real-Trainer Jose Mourinho nur Gutes zu hören. Der stellte die Borussia leistungsmäßig auf eine Stufe mit seiner Elf, und adelte anschließend seinen deutschen Kollegen: „Große Trainer werden an ihren internationalen Ergebnissen gemessen. Und die stimmen momentan bei Borussia Dortmund.“ Aber, was die aktuelle Tabellen-Situation angeht, warnte Mourinho alle euphorischen Borussen: „Das ist eine sehr schwere und harte Gruppe. Eine große Mannschaft wird nach der Winterpause in der Europa League spielen müssen.“

Und selbst das sieglose Schlusslicht Manchester City hat Mourinho keineswegs abgeschrieben: „Die können immer noch auf zehn Punkte kommen.“

Auch Klopp bemerkte, dass der BVB nach dem Überraschungscoup dank der Treffer von Robert Lewandowski und Marcel Schmelzer längst nicht durch sei. „Es ist und bleibt schwer“, meinte der 45-Jährige, der Riesenkomplimente an seine Elf, die sehr diszipliniert und vor allem mutig gespielt habe, verteilte. Gestern morgen versammelte er seine Profis zum Auslaufen im Trainingszentrum in Brakel. Klopp, der nach eigenen Angaben in der Nacht selbst kaum schlafen konnte und immer wieder das Spiel vor Augen hatte, begrüßte „euphorische und glückliche Spieler, die aber auch sehr erschöpft waren. Nach so einer Partie ist man unheimlich aufgekratzt, da kommt man einfach nicht zur Ruhe“, sagte der BVB-Coach.

Vor der nächsten Bundesliga-Aufgabe am Samstag beim SC Freiburg (15.30 Uhr) geht es vor allem darum, den Schalter umzulegen und die Köpfe wieder frei zu bekommen. Denn die Partie gegen Madrid hat nicht nur viel Kraft gekostet, sondern auch deutliche Spuren hinterlassen. Wie bei Sven Bender und Mario Götze, die in der zweiten Hälfte mit Wadenproblemen ausgewechselt werden mussten. „Bei Manni ist es fast schon sicher, dass es bis zum Wochenende nicht reichen wird“, plant der BVB-Fußball-Lehrer vorerst ohne Bender. Zuversichtlicher ist er, was Götzes Einsatzchancen angeht: „Bei Mario kann es sein, dass die Zeit reicht.“

Mit Ausnahme von Jakub Blaszczykowski werden alle anderen Akteure zur Verfügung stehen. Auch Ilkay Gündogan, der nach der Stauchung des Lendenwirbels erstmals wieder auflief. „Er hat das volle Programm mitgemacht“, betonte der Coach, der allerdings nicht weiß, ob die Kraft schon für 90 Minuten reichen wird. „So lange die Füße tragen“ will Klopp den Nationalspieler in Freiburg spielen lassen. - von Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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