Borussia Dortmund will im Derby Wunden heilen

LONDON/DORTMUND ▪ Ein Derby heilt viele Wunden. Darauf hoffte auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem 1:2 in der Champions League bei Arsenal London.

„Das tat richtig weh“, sagte Klopp und meinte damit nicht nur die fast aussichtslose Situation im Kampf um das Achtelfinale in der Königsklasse, sondern vor allem auch die schwere Verletzung von Sven Bender. Deshalb sei es gut, dass mit dem 139. Revierschlager am Samstag gegen den FC Schalke 04 (15.30 Uhr) gleich ein „großes Event und ein Riesenfußballspiel“ anstehen würde, auf das man sich freuen könne.

Erleichtert war der BVB-Coach über die gute Nachricht aus dem Krankenhaus in London, in dem Benders doppelt gebrochener Kiefer noch in der Nacht zum Donnerstag während einer dreistündigen Operation gerichtet wurde. „Sven hat mich heute Morgen angerufen“, berichtete Klopp nach der Rückkehr in Dortmund. „Er war schon wieder gut drauf, hat überraschend deutlich gesprochen. Bayerisch geht wohl auch mit viel Metall im Mund“, ergänzte der Trainer. „Sven freut sich bereits darauf, in einigen Tagen laufen zu können.“ Heute wird Bender, der in London von Dr. Markus Braun betreut wurde, mit dem Dortmunder Mannschaftsarzt per Flugzeug zurück nach Dortmund fliegen. Eine schlimme Bänder-Verletzung im Knie zog sich der Mittelfeldakteur nicht zu. „Höchstens eine leichte Zerrung“, sagte Klopp. „Sven hatte heute schon keine Beschwerden mehr.“

Bender wird allerdings in der Bundesliga-Hinrunde nicht mehr eingesetzt werden können. Ob Mario Götze, der in der ersten Halbzeit im Emirates Stadion einen „Pferdekuss“ erhalten hatte, morgen gegen die Schalker auflaufen kann, ist ungewiss. „Es ist möglich, dass die Prellung bis zum Wochenende ausheilt, aber nicht sicher“, ließ Klopp diese Personalie erst einmal offen. „Wir sind alle erleichtert, dass die Sache mit Sven Bender erst einmal geregelt ist“, betonte der Dortmunder Fußball-Lehrer. „Die anderen Dinge sind halt die Probleme, die es bis Samstag zu lösen gilt“, hoffte der 44-Jährige darauf, dass die Borussia die Erfolgsserie im deutschen Oberhaus fortsetzen wird. Die 7 000 mitgereisten BVB-Fans forderten bereits nach dem Schlusspfiff in London den Derby-Sieg. „Alle elf Spieler, die am Samstag auf dem Platz stehen, wissen worum es geht und werden alles dafür tun, den Wunsch der Fans zu erfüllen“, erklärte Abwehrstratege Mats Hummels. „Schalke hat zuletzt gute Leistungen gezeigt, doch wir werden von Beginn an alles raushauen und wollen zeigen, wer Herr im Hause ist“, versprach der Nationalspieler vollen Einsatz von der ersten bis zur letzten Minute. An das theoretisch durchaus noch mögliche Weiterkommen in der Champions League glaubte Hummels allerdings nicht mehr. „Man muss das realistisch sehen“, betonte der Verteidiger. „Es ist nicht leicht, Marseille 4:0 zu schlagen. Und Arsenal wird in Piräus ganz sicher mit einer B-Mannschaft antreten.“

Nur ein Sieg mit vier Treffern Differenz und eine gleichzeitige Niederlage der Griechen gegen London würde den BVB in der Königsklasse überwintern lassen. Zumindest Arsenals Trainer Arsene Wenger machte den Dortmundern Mut. „Die Situation ist für den BVB nicht so hoffnungslos. Wir werden in Piräus mit einer guten Mannschaft antreten und wollen auch dort gewinnen.“ Klopp hat zumindest einen Funken Resthoffnung: „Aufgeben werden wir nicht. Diese Mannschaft ist dazu bereit, auch die kleinste Chance zu nutzen.“ ▪ PETER SCHWENNECKER

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