Borussia Dortmund vergisst das Tore schießen

DORTMUND ▪ Als Spiel Lust gegen Frust war das 137. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 vor dem Anstoß bezeichnet worden. Doch die Partie endete gestern vor 80 720 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park mit umgekehrten Vorzeichen. Der Tabellenführer schlich nach sehr einseitigen 90 Minuten mit hängenden Köpfen vom Feld, hatte gegen einen angeschlagenen Gegner eine Fülle von Torchancen ausgelassen und zwei wichtige Punkte im Kampf um den Titel liegen lassen. Dagegen feierten die Schalker das glückliche Remis, mit dem sie schließlich einen zweiten Derbysieg des Rivalen in einer Saison verhinderten.

„Hohes Tempo hat noch niemanden geschadet“, meinte BVB-Trainer Jürgen Klopp vor der Partie. Das mussten die Schalker aber ganz anders empfunden haben, denn sie konnten vor allem in der ersten Halbzeit der Geschwindigkeit, mit denen die Borussia ihre Angriffe vortrug, kaum folgen. Selten waren die Schwarz-Gelben in der laufenden Saison in einer Hälfte so dominant wie gegen die Blau-Weißen. Dennoch durfte Klopp zur Pause nicht zufrieden sein, weil der Spitzenreiter einmal mehr äußerst fahrlässig mit seinen Chancen umging. Der BVB hätte den Revierschlager vorzeitig auf der Habenseite verbuchen müssen. Sechs Riesen-Möglichkeiten ließen die Gastgeber bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Michael Weiner aus, der mit der sehr fairen Partie wenig Mühe hatte.

Die Schalker konnten sich allein bei Schlussmann Manuel Neuer bedanken, der vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw einmal mehr demonstrierte, warum er derzeit zurecht die Nummer eins in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist. Nach nur sieben Minuten war der Schalker Keeper schon richtig warm, parierte zunächst Bälle der freistehenden Mario Götze (3.) und Jakub Blaszczykowski (5.) glänzend, wehrte danach auch noch einen Fallrückzieher von Mats Hummels (7.) ab. Den Schalkern gelang es nicht, sich aus der Umklammerung der drückend überlegenen Dortmunder zu befreien. Doch der Spitzenreiter ließ im Strafraum weiter die Kaltschnäuzigkeit vermissen, die ein Titelkandidat eigentlich haben sollte. So scheiterte Blaszczykowski (21.) ein weiteres Mal völlig unbedrängt an Neuer. Hummels (28.) nach einem Freistoß von Nuri Sahin sowie Lucas Barrios (36.) nach einem Sahin-Steilpass zielten freistehend am Tor vorbei.

Weshalb Klopp in der Kabine mehr Entschlossenheit seiner Profis in Durchgang zwei forderte. Doch das Duell Dortmund gegen Neuer fand auch nach dem Seitenwechsel die Fortsetzung. In der 55. Minute lenkte er einen Schuss von Barrios reaktionsschnell an den rechten Pfosten. In Durchgang zwei wurden aber auch die Schalker etwas mutiger. Jefferson Farfan zielte (57.) nach einer Flanke von Lukas Schmitz nur knapp vorbei. In der Schlussphase musste sogar Felipe Santana nach einem Heber von Jurado (77.) vor der Linie klären. Doch der Mann des Tages blieb Manuel Neuer, der wenig später weit aus seinem Tor herausgeeilt war, um gegen den frei durchgelaufenen Robert Lewandowski zu retten. Das Pech blieb dem BVB ebenfalls treu, denn Mario Götze (86.) traf, als neuer schon geschlagen war, nur den Pfosten. ▪ Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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