Borussia Dortmund in Leverkusen mit Remis - Rote Karte für Mario Götze

er Delinquent wendet sich ungläubig ab: Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigt Mario Götze die Rote Karte.
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er Delinquent wendet sich ungläubig ab: Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigt Mario Götze die Rote Karte.

LEVERKUSEN - Auf dem Papier stand am Ende ein 0:0, doch das Spitzenspiel zwischen Vizemeister Bayer Leverkusen und Titelverteidiger Borussia Dortmund vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena enthielt reichlich Zündstoff und wird vermutlich einige Tage für Diskussionen sorgen.

Mit zwei Rote Karten gegen den Leverkusener Michal Kadlec (64.) und gegen Dortmunds Jungstar Mario Götze (77.) nahm Schiedsrichter Wolfgang Stark maßgeblichen Einfluss. „Bis zum Platzverweis gegen Kadlec waren wir die klar bessere Mannschaft und hätten die Partie eigentlich für uns entscheiden müssen“, ärgerte sich Bayer-Trainer Robin Dutt.

„In Überzahl dominierte dann Dortmund bis zur Roten Karte von Götze und hätte dann auch gewinnen können“, bestätigte Dutt. Mit dem Resultat konnte auch sein Dortmunder Kollege leben. „Unter dem Strich ein gerechtes Ergebnis“, sagte Jürgen Klopp, der allerdings mit der Roten Karte gegen Götze nicht einverstanden war. „Wir bemühen uns derzeit intensiv darum, Mario auf dem Boden zu halten. Vielleicht fühlte sich Herr Stark bewogen, uns dabei zu helfen“, flüchtete sich Klopp in Sarkasmus.

Stark selbst bewertete Götzes Verhalten nach dem Zweikampf mit Hanno Balitsch als Nachtreten, obwohl Balitsch selbst sogar dem Schiedsrichter mitteilte, dass Götze nichts gemacht habe. „Schon der Versuch ist strafbar“, erklärte der Unparteiische, der zudem ein Spucken des BVB-Jungstars in Richtung des Leverkuseners gesehen hatte. „Diese Vorwürfe lasse ich nicht gelten“, wetterte Klopp. „Seit seinem 13. Lebensjahr hat dieser Junge weder nachgetreten noch gespuckt.“

Diese Aktionen waren nicht die einzigen, die Stark dazu veranlassten, einen Sonderbericht zu verfassen. BVB-Co-Trainer Zeljko Buvac musste Mitte der zweiten Hälfte auf die Tribüne, weil er mehrfach lautstark gegen Schiedsrichterentscheidungen protestiert hatte. Und Dortmunds Sebastian Kehl schubste in der Nachspielzeit frustriert den vierten Unparteiischen Markus Schmidt, weil dieser durch Zögern bei einer Spielunterbrechung seine Einwechslung verhindert hatte. Der DFB-Kontrollausschuss wird sich zu Beginn dieser Woche mit diesen Vorfällen befassen. Dem BVB drohen vermutlich empfindliche Strafen.

Dabei hatten die Borussen sogar Glück, dass Stark nach dem Versuch des bereits vorher verwarnten Mats Hummels, den durchgelaufenen Renato Augusto zu stoppen, nicht die Ampelkarte zog. „Wenn er das als Foul bewertet, dann muss er mich vom Platz stellen“, gestand selbst der BVB-Verteidiger ein.

Aber auch fußballerisch besaß dieses Spitzenspiel, das Leverkusen im ersten, die Borussia im zweiten Durchgang dominierte, großen Unterhaltungswert. Die überragenden Akteure standen dabei zwischen den Pfosten. BVB-Keeper Roman Weidenfeller klärte in der ersten Halbzeit zweimal glänzend gegen Andre Schürrle (6.) und Stefan Reinartz (21.), auf der anderen Seite reagierte der erst 19-jährige Bernd Leno bei Schüssen von Shinji Kagawa (67.) und Ivan Perisic (76.) großartig. Während außerhalb des Platzes noch lange nach Spielschluss heftig debattiert wurde, hatten sich die Gemüter der direkt beteiligten Akteure auf dem Platz schnell wieder beruhigt. „Wir kennen uns alle sehr gut und haben uns nach dem Spiel im Gespräch mit den Leverkusenern geeinigt, dass das 0:0 in Ordnung geht“, berichtete Mats Hummels nach dem Schlusspfiff. Dem war eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Quelle: wa.de

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