Borussia Dortmund gewinnt 2:0 gegen den VFL Wolfsburg

Es läuft: Trainer Jürgen Klopp und die Mannschaft feiern mit den Fans den 2:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg.
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Es läuft: Trainer Jürgen Klopp und die Mannschaft feiern mit den Fans den 2:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg.

DORTMUND - Jürgen Klopp sah mit einem leicht irritierten Grinsen Richtung Decke des Presseraums im Signal Iduna Park - von Frank Heidenreich

Der Trainer von Borussia Dortmund war sich nicht ganz sicher, ob ihn soeben seine Englisch-Kenntnisse im Stich gelassen hatten oder ob er sich verhört hatte. Weder noch. Wolfsburgs Coach Steve McClaren hatte soeben über die Stärke der Bundesliga doziert und war zu der Feststellung gelangt, dass es in dieser „viele Teams gibt, die Meister werden können. Dortmund ist eins davon.“ Eine Lobeshymne nach dem hochverdienten 2:0 (0:0)-Erfolg des BVB, die Klopp nicht besonders ernst nahm. „Ich möchte dem Kollegen zugute halten, dass er noch nicht sonderlich lange in Deutschland ist“, sagte der Dortmunder Trainer.

Gleichwohl: Die Vorstellung der Borussen vor 73 600 Zuschauern hatte nicht nur McClaren beeindruckt. Gegen den Meister von 2009 glänzten die Borussen, angetrieben von einem überragenden Nuri Sahin, als funktionierendes Kollektiv, das deutlich bissiger wirkte als die „Wölfe“ und die Niedersachsen mit großer Leidenschaft, Laufbereitschaft sowie Zweikampfstärke regelrecht zermürbte. Dass sich die Wolfsburger erschreckend mutlos präsentierten, dass VfL-Manager Dieter Hoeneß einige Akteure „so weit unter ihren Möglichkeiten“ wähnte, dass „man sich Gedanken machen muss“, war für Sahin zurecht nur eine Seite der Medaille. „Man darf nicht sagen, dass die so schwach waren. Wir waren einfach gut“, befand der Mittelfeldspieler. Wobei dies für die zweite Halbzeit noch mehr zutraf als für die erste. In der hatten die Gastgeber zwar bereits deutlich mehr Ballbesitz, der finale Pass, das „allerletzte Risiko“ (Innenverteidiger Mats Hummels) blieben allerdings aus. Vor dem Wechsel „haben wir zu oft in die Räume gespielt, die für uns nicht so wahnsinnig spannend sind“, sagte Klopp, dessen junges Team sich jedoch in den letzten Minuten des ersten Durchgangs bei Kopfbällen von Lucas Barrios (39., 41.) und Hummels (43.) dem ersten Torerfolg näherte. Dass es diesen schon fünf Minuten nach der Halbzeit nachholte, lag auch daran, dass Klopp mehr Entschlossenheit im Abschluss angemahnt hatte – Sahin hatte verstanden. Sein toller 25-Meter-Schuss in den Winkel entpuppte sich als Vorentscheidung. Die Wolfsburger waren mit nur noch einem weiteren Gegentreffer, den der spielfreudige Shinji Kagawa nach feinem Pass von Kevin Großkreutz beisteuerte (67.), gut bedient. „Wir waren schon in der ersten Halbzeit überlegen, haben aber in der zweiten noch einen Zahn zugelegt“, freute sich Hummels. 19:5 Torschüsse waren Ausdruck der Dortmunder Dominanz; einige der Versuche waren brandgefährlich, wie der Lattenkracher von Patrick Owomoyela (71.).

Wolfsburg vollbrachte zwar durch Edin Dzeko das gleiche Kunststück (44.). Doch das sollte die einzige hochkarätige Möglichkeit der Gäste bleiben, die die Partie eigentlich in Unterzahl hätten beenden müssen. Denn der angesichts weniger Freiräume entnervte Diego hätte für seinen Tritt gegen Sebastian Kehl die Rote statt der Gelben Karte von Schiedsrichter Deniz Aytekin sehen müssen (45.). „Da hat er Glück gehabt“, meinte der Dortmunder Kapitän.

Derweil richtete mancher Kollege den Blick schon einmal auf die übernächste Aufgabe, für die die nun mit zwei Siegen aus drei Saisonspielen ausgestatteten Dortmunder reichlich Selbstvertrauen tankten. Denn nach dem Auftakt in der Europa-League-Gruppenphase bei Kaparty Lwiw am Donnerstag folgt drei Tage später das Revierderby beim angeschlagenen Nachbarn Schalke. „Das wird ein besonderes Spiel. Jeder kann sich denken, dass wir uns gut vorbereiten werden“, betonte Sahin. „Ich habe das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg sind“, meinte Hummels. „Wir haben die Chance, einen guten Start noch viel, viel besser zu machen.“ Und Steve McClaren erneut zu beeindrucken.

Quelle: wa.de

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