Über 100.000 Unterstützer

DUH lobt Umkehr zum Becher-Mehrwegsystem beim BVB - mit einem Manko

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"Schluss mit dem Bechermüll in Dortmund" sagen sich (von links) Carsten Cramer (BVB-Geschäftsführer), Nils Heubeck (Initiator der Petition), Thomas Fischer (Leiter Kreislaufwirtschaft Deutschen Umwelthilfe) und Arne Brügmann (Geschäftsführer BVB Event & Catering GmbH).

Borussia Dortmund reagiert auf eine Petition und stellt sein Bechersystem im Stadion um. Der Initiator ist begeistert.

Update 16. August, 12.37 Uhr: Wenn Borussia Dortmund am Samstag gegen den FC Augsburg in die neue Saison startet, gibt es auch eine Neuerung im Dortmunder Stadion: Der BVB wird mehrheitlich umweltfreundliche Mehrwegbecher einsetzen. Dem Umstieg war eine gemeinsame Petition des Fußball-Fans und Klimaaktivisten Nick Heubeck mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vorausgegangen, die knapp 100.000 Unterstützer fand.

"Der BVB hat Wort gehalten und den angekündigten Umstieg auf umweltfreundliche Mehrwegbecher mehrheitlich umgesetzt. Borussia Dortmund setzt mit dem Einsatz wiederbefüllbarer Mehrwegbecher ein wichtiges Zeichen für Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und Klimaschutz", sagt Barbara Metz, Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin. "Nur so lässt sich das Plastikmüllproblem in den Fußballarenen in den Griff bekommen. Durch die Versorgung von über 50.000 Zuschauern pro Heimspiel mit Getränken aus Mehrwegbechern werden im Signal-Iduna-Park in der kommenden Bundesliga-Saison und den Champions-League-Spielen voraussichtlich mehr als eine Million Einweg-Plastikbecher eingespart. Andere Vereine sollten dem positiven Beispiel des BVB folgen."

Einer aktuellen DUH-Umfrage zufolge setzen in der ersten Fußball-Bundesliga inzwischen 14 Bundesligisten auf Mehrwegbecher. In dieser Saison steigen neben dem BVB auch Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln von Einweg auf Mehrweg um, heißt es.

"Nachdem wir 100.000 Unterschriften gegen den Plastikmüll in Dortmund sammeln konnten, freut es mich sehr, dass der BVB darauf reagiert hat", erklärte Heubeck: "Die Umstellung auf Mehrweg liegt mir zur Vermeidung unnötigen Abfalls und wegen der guten Klimabilanz der Becher sehr stark am Herzen. Ganz zufrieden mit der Umsetzung bin ich aber noch nicht, weil im Stehbereich noch immer auf Einweg gesetzt wird. Ich hoffe, dass der Verein auch hier schnell noch eine nachhaltige Lösung findet."

Petition erfolgreich: BVB kehrt zum Becher-Mehrwegsystem zurück

Dortmund – Mit einer Petition im Gepäck, die 100.000 BVB-Unterstützer unterschrieben hatten, hat der 19-jährige Nick Heubeck Borussia Dortmund zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zum Einlenken bewogen. Bei einem Gesprächstermin mit BVB-Verantwortlichen um Geschäftsführer Carsten Cramer einigten sich der Revierklub und die DUH auf die Rückkehr zum Mehrwegsystem, das die Schwarz-Gelben zuvor bereits bis 2015 betrieben hatte.

„Gegenwärtig trinken unsere Fans im Stadion aus Maisstärke-Bechern, die nach Gebrauch in einer nahegelegenen Biosgasanlage verwertet werden. Mit der zunehmenden öffentlichen Diskussion über Plastikabfälle und im Hinblick auf die erweiterten Erkenntnisse zur Ökobilanz des PLA-Bechers, von der Rohstoffgewinnung bis zur Nutzung und anschließenden Verwertung, hinterfragen wir unsere im Sommer 2015 getroffene Entscheidung nun allerdings“, wird Cramer in einer gemeinsamen Pressemitteilung zitiert.

Heubeck hofft auf schnelle Umsetzung

„Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass der BVB uns empfangen hat und sich die Verantwortlichen gegen Kritik nicht verschränkt haben“, sagte Petition-Initiator Heubeck dem WA: „Hoffentlich werden die vereinbarten Maßnahmen jetzt auch schnell umgesetzt.“

Zu berücksichtigen seien in den kommenden Monaten allerdings auch die bestehenden vertraglichen Verpflichtungen. „Wir sind bereit, den Weg zu Mehrweg zu gehen, um etwas anzustoßen. Am Ende muss das System einerseits höchsten ökologischen Ansprüchen standhalten. Aber es muss ebenso unser Bestreben widerspiegeln, nach der gleichermaßen umwelt- wie fanfreundlichsten Lösung für die Fans von Borussia Dortmund gesucht zu haben, die obendrein dem Sicherheitsgedanken Stand hält“, ergänzt Cramer.

Als weiteren Schritt beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit kündigte Cramer außerdem an, in allen BVB-Fanshops mittelfristig auf den Einsatz von Plastiktüten verzichten zu wollen.

Schalke gehört "zu den größten Umweltsündern"

Heubeck und die DUH hoffen derweil, dass andere Klubs diesem Beispiel künftig auch folgen. "Schalke 04 gehört mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 1,2 Millionen Einwegbechern zu den größten Umweltsündern", erklärt Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der DUH. "Aber auch die in die 2. Bundesliga abgestiegenen Vereine 1. FC Köln und Hamburger SV verursachen jeweils fast eine Million Plastikbecher pro Saison. Der Neuanfang in der 2. Liga sollte auch für den Neuanfang beim Thema Getränkebecher und Umweltschutz genutzt werden."

Zu diesen Klubs gehöre auch Mainz . "Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, Deutschlands nachhaltigster Fußballverein sein zu wollen", so Fischer: "In anderen Bereichen macht Mainz vieles richtig, aber bei den Bechern leider nicht. Hier muss nachgebessert werden."

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Quelle: wa.de

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