Der BVB ist bereit für die Riesensause

DORTMUND ▪ Großer Autokorso schon vor dem Titelgewinn: Eine Riesen-Karawane wird sich heute vom Ruhrgebiet Richtung Niederrhein bewegen. 19 000 Fans begleiten die Dortmunder Borussia nach Mönchengladbach, wo ab 18.30 Uhr das Unternehmen Titelgewinn vorzeitig zum krönenden Abschluss geführt werden kann, wenn zuvor Bayer Leverkusen nicht gegen die TSG Hoffenheim gewinnt. Von Peter Schwennecker

„Ob in Gladbach oder Dortmund: Eine ganze Region rüstet sich bereits für eine Riesensause“, freut sich BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel. Der „Held von Berlin“, der die Schwarz-Gelben 1989 zum Pokalsieg über Werder Bremen führte, weiß, was Mannschaft und Fans erwartet: „Wenn es dann so weit ist, dann geht in Dortmund der Punk ab.“

Mit dem Szenario, was sich nach der möglichen siebten deutschen Fußball-Meisterschaft in Mönchengladbach oder anschließend in Dortmund abspielen könnte, will sich BVB-Trainer Jürgen Klopp nicht beschäftigen. „Das interessiert uns derzeit überhaupt nicht. Wir wollen unseren Fans guten Fußball zeigen und möglichst gewinnen Alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen“, erklärt der Coach, der dennoch gezielte Motivationspfeile nach Hoffenheim abschießt. „So, wie sich die TSG in den vergangenen Wochen präsentiert hat, rechne ich nicht damit, dass sie in Leverkusen etwas holt“, betont Klopp, der allerdings vor einer Woche auch einen Leverkusener Sieg in München vorausgesagt hatte. „Das zeigt, dass ich mit solchen Dingen immer voll daneben liege“, schmunzelt der Fußball-Lehrer.

Der BVB ist am Samstag erneut in der komfortablen Situation, erst nach den Leverkusenern auf den Platz zu müssen. Und man kann sich vorstellen, dass die Dortmunder Profis heute den Rasen im Borussia-Park umpflügen werden, wenn Bayer gegen die TSG patzt. „Entscheidend wird sein, wie die Mannschaft mit der Situation umgehen wird“, meint Klopp. Dass sie dazu in der Lage ist, hat sie im Verlauf der gesamten Saison bewiesen. Nervosität so kurz vor dem Ziel kennen die Dortmunder Borussen nicht. „Wir wollen das Ding holen, und das geht nur, wenn wir voll konzentriert sind“, sagt Nationalspieler Mats Hummels. „Warum sollten wir als Erster auch nachlassen?“ Ähnlich äußert sich Dortmunds Urgestein Kevin Großkreutz: „Wir wissen, dass wir in Gladbach alles klar machen können. Wenn wir unsere Leistung bringen, kann uns keiner schlagen.“

Doch Klopp vermutet, dass die Gastgeber sich an den letzten Strohhalm klammern. „Die Gladbacher sind spätestens am vergangenen Wochenende trotz der eigenen, unglücklichen Niederlage mitten im Abstiegskampf angekommen. Sie liegen nur drei Punkte von einem Relegationsplatz entfernt. Deshalb werden wir zu spüren bekommen, dass Gladbach dieses Ziel erreichen will.“

Ohnehin schätzt der Dortmunder Fußball-Lehrer die Gastgeber weitaus stärker ein, als es der letzte Tabellenplatz ausdrückt. „Von der Qualität der Mannschaft her gehört Gladbach nicht in diese Region“, sagt der BVB-Coach und führt auch die Gründe an, warum es am Niederrhein in dieser Saison nicht gelaufen ist. „Wenn einem früh in der Runde wegen des Verletzungspechs eine komplette Abwehr wegbricht, dann bekommt man natürlich Probleme.“

Ob die Schwarz-Gelben heute auf Mittelstürmer Lucas Barrios, dessen Muskelfaserriss ausgeheilt ist, zurückgreifen können, wird sich erst vor dem Anpfiff entscheiden. „Wir brauchen Lucas noch in den anderen Spielen“, betont Jürgen Klopp. „Wir werden kein Risiko eingehen, zumal Robert Lewandowski mit vier Gelben Karten vorbelastet wird.“ Und auf beide Stürmer will der Dortmunder Trainer im folgenden Heimspiel am kommenden Samstag gegen den 1. FC Nürnberg auf keinen Fall verzichten.

Schließlich soll spätestens am nächsten Wochenende die überragende Saison gekrönt werden, falls sich heute Mönchengladbach oder Leverkusen für den BVB als Party-Bremsen erweisen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare