Dortmund baut Siegesserie aus: 3:1 gegen Hannover 96

DORTMUND ▪ Es muss nicht immer eine Fußball-Gala sein, auch ein Spiel mit viel Leidenschaft und großen Emotionen kann begeistern. Vor 80 720 Zuschauern (ausverkauft) gewann der Tabellenführer BV Borussia Dortmund das sechste Spiel der Rückrunde gegen Hannover 96 mit 3:1 (1:0). Von Peter Schwennecker

Damit bauten die Dortmunder ihre imponierende Serie auf 17 Bundesliga-Begegnungen ohne Niederlage aus und behaupteten den Vier-Punkte-Vorsprung auf den Verfolger FC Bayern München.

„Wir haben eine Stunde lang ein überragendes Heimspiel gezeigt, obwohl viele Dinge auch gegen uns gelaufen sind“, freute sich BVB-Trainer Jürgen Klopp über den hart erkämpften Erfolg. „Nach dem Anschlusstreffer haben wir uns nicht wie eine Spitzenmannschaft, sondern wie ein Herausforderer verhalten. Doch wie sich die Jungs da reingeworfen haben, fand ich richtig gut.“

Die Partie begann äußerst unglücklich für die Borussia. Der Hannoveraner Mame Biram Diouf traf Dortmunds Sven Bender bei einem Zweikampf mit dem Fuß im Gesicht. Der BVB-Mittelfeldspieler, der sich schon beim Champions-League-Spiel bei Arsenal London den Kiefer gebrochen hatte, musste mit einer schweren Augenprellung und Verdacht auf Nasenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden und droht erneut länger auszufallen.

Die Borussia benötigte einige Zeit, um diesen Schock zu verdauen. Die Niedersachsen verteidigten sehr geschickt, gerieten nur in Gefahr, wenn die Dortmunder einmal schnell und direkt spielten. Wie nach einer Viertelstunde, als Kevin Großkreutz quer auf Robert Lewandowski passte, der Ball aber zu ungenau kam und der Stürmer vergab. Zwölf Minuten später dann die verdiente Führung für den überlegenen Spitzenreiter. Eine rein polnische Produktion. Jakub Blaszczykowski gewann in der Defensive den Zweikampf gegen Schmiedebach, passte schnell auf Lukasz Pisczek, der den Ball steil auf Lewandowski spielte. Dessen Schuss wurde von Emanuel Pogatetz unhaltbar für Ron-Robert Zieler abgefälscht.

Die Borussen mussten sich anschließend nur den Vorwurf gefallen lassen, bei weiteren Großchancen die Partie nicht schon zur Pause entschieden zu haben, doch Schmelzer (36.), Lewandowski (39.) und Blaszczykowski schafften es jeweils nicht, das Leder freistehend im Tor der 96er unterzubringen.

Alles deutete auf einen klaren Erfolg der Dortmunder hin, als Lewandowski (54.) mit seinem 16. Saisontor das 2:0 markierte. Doch Hut ab vor den Hannoveranern, die anschließend eine gute Reaktion zeigten und trotz der Europapokalbelastung dem Tabellenführer bis zum Schlusspfiff einen heißen Kampf lieferten. Auch weil 96-Trainer Mirco Slomka ein glückliches Händchen bei seinen Auswechselungen besaß. Didier Ya Konan gelang (60.) mit seinem ersten Ballkontakt der Anschlusstreffer. Sein Weitschuss senkte sich über den weit vor seinem Tor stehenden Roman Weidenenfeller ins rechte Tordreieck. Erst in der Nachspielzeit erlöste der kurz zuvor für Kagawa gekommene Ivan Perisic mit dem 3:1 den BVB-Anhang. Wie schon bei beiden Treffern zuvor hatte der sehr starke Blaszczykowski die Vorarbeit geleistet.

„Dortmund hätte mit seinem überragenden Angriff sicherlich mehr Tore erzielen können, doch wir waren in der zweiten Halbzeit super drauf und haben gut dagegen gehalten“, war Slomka mit der Leistung seiner Mannschaft nicht unzufrieden. „Leider sind wir am Ende nicht belohnt worden.“

Dortmunds Sebastian Kehl sah in der Schlussphase die fünfte Gelbe Karte und ist damit im Heimspiel am Samstag gegen (18.30 Uhr) gegen Mainz gesperrt. „Wir haben uns unnötig in die Bredouille gebracht, hätten das Spiel vorzeitig entscheiden müssen“, ärgerte sich der BVB-Kapitän aber mehr über den erhöhten Arbeitsaufwand an diesem spannenden Fußball-Abend.

Quelle: wa.de

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