Barrios drängt zurück in die Startelf

DORTMUND ▪ Geduld ist eine Eigenschaft, die Lucas Barrios, Torjäger des BV Borussia Dortmund, eigentlich nicht hat. Deswegen will der Paraguayer heute unbedingt in der Startelf stehen, wenn der Meister um 20.30 Uhr seine Visitenkarte beim SV Werder Bremen abgibt. Doch Trainer Jürgen Klopp lässt ihn zappeln.

Bisher feierte Barrios nach seinem Muskelbündelriss in der Bundesliga nur Kurzeinsätze. „Er selbst fühlt sich körperlich wieder fit, doch bei 100 Prozent ist er noch nicht“, erklärt der BVB-Coach, der deshalb in Frage stellt, ob der Stürmer bereits Vollgas-Fußball à la Borussia Dortmund über 90 Minuten gehen kann. Klopp traut ihm jedenfalls einen längeren Einsatz als zuletzt gegen Augsburg zu, lässt dabei aber offen, ob er ihn von Anfang an bringen oder erneut einwechseln wird. „Wir wollen und werden eine Mannschaft basteln, von der wir das Gefühl haben, dass sie in Bremen etwas holen kann“, erklärt Klopp. „Es gibt auch die Variante, mit Lucas und Robert zu spielen“, so der 44-Jährige. „Das haben wir fast in der gesamten Rückrunde getan.“ Für Robert Lewandowski spricht, dass er zuletzt beim 4:0 gegen Augsburg an allen Toren beteiligt war, drei Treffer selbst erzielte und eins vorbereitete. Auch in den zwei vergangenen Länderspielen der Polen zählt er jeweils zu den Torschützen. „Das ist ein Hinweis darauf, in welch guter Form sich Lewandowski derzeit befindet“, beteuert Klopp.

Dass die Borussia heute im Weserstadion alles abrufen muss, um erfolgreich zu sein, ist allen Dortmundern klar. „Wir sind durchaus ambitioniert“, schmunzelt der Fußball-Lehrer. „Immerhin wissen wir, wie es  auswärts geht. Es ist noch nicht lange her, dass wir in der Fremde als die Macht schlechthin galten“, hofft der Coach darauf, dass die Schwarz-Gelben an erfolgreiche Zeiten anknüpfen können. „Wir haben auch unser letztes Auswärtsspiel in Mainz gewonnen.“

Ein Sieg in Bremen würde die Borussia wieder zurück in die Spitzengruppe bringen. Doch das wird nicht leicht. „Werder ist das Comeback des Jahres“, betont Klopp. „Bremen ist wieder Bremen, so wie wir es kennen. Extrem spielstark, aktiv bei eigenem Ballbesitz – ein fußballerisch exzellenter Gegner“, lobt der Dortmunder Trainer die Arbeit seines Kollegen Thomas Schaaf, der die Norddeutschen zuletzt auf Tabellenplatz zwei führte. Grundstein dafür waren die Siege in allen bisherigen Heimspielen. Da Klopp an der Weser mit einem offenen Schlagabtausch rechnet, hat er die Schwerpunkte der Arbeit zuletzt auf die Defensive gelenkt. Denn das Spiel gegen den Ball wird auch an der Weser von entscheidender Bedeutung sein.

Allerdings muss er weiter auf den verletzten linken Außenverteidiger Marcel Schmelzer verzichten, der nach seinem Muskelfaserriss erst wieder im Heimspiel gegen Köln zur Verfügung stehen wird. Für ihn rückt erneut Chris Löwe in der Startelf. Ob dieser nach seiner Pause gegen Augsburg auch wieder Manndecker Neven Subotic angehören wird, ließ Klopp offen. Er hat mit Subotic, der zuvor etwas verunsichert wirkte, in den vergangenen Tagen einige Gespräche geführt. Subotic selbst hofft natürlich auf seine Rückkehr in die Mannschaft: „Doch das entscheidet allein der Trainer.“

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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