Ausgerechnet Jan Moravek

Neven Subotic Florian Meyer Dortmunder
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Alle Diskussionen, die Neven Subotic mit Schiedsrichter Florian Meyer anstrengte, nutzten nichts: der Dortmunder musste mit Rot vom Platz.

KAISERSLAUTERN - Die jungen Himmelsstürmer aus Dortmund haben es auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft nicht geschafft, die „Roten Teufel“ des 1. FC Kaiserslautern zu besiegen, denn durch seinen Sonntagsschuss in der 90. Minute sorgte der Lauterer Jan Moravek für eine Punkteteilung. von Jens Lederer

Zuvor war es Sven Bender gewesen, der in der 81. Minute die Borussen auf dem „Betze“ in Führung geschossen hatte. Es war sein erstes Tor in der Bundesliga und Lohn für seine ausgezeichnete kämpferische Leistung. „Auch wenn wir nach der gelb-roten Karten für Neven Subotic nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz waren, müssen wir die 1:0-Führung über die Zeit retten“, ärgerte sich der Torschütze, dass den Dortmundern ausgerechnet nach einer Standardsituation der sicher geglaubte Sieg in den letzten Sekunden einer kampfbetonten Partie entrissen wurde. Einen Vorwurf wollte der defensive Mittelfeldspieler trotz seiner Enttäuschung niemandem aus dem Team machen, obwohl die Borussen durch Mario Götze und auch Kevin Großkreutz hochkarätige Chancen nicht hatten nutzen können und sich beim Ausgleich durch Jan Moravek als Steigbügelhalter betätigten. Denn der schwach spielende Lucas Barrios war es, der der Schalker Leihgabe den Ball genau vor die Füße köpfte und sich damit den Zorn von Felipe „Tele“ Santana und Torhüter Roman Weidenfeller zugezogen hatte.

Auch Trainer Jürgen Klopp, der vor allem im zweiten Durchgang mit der Leistung seines Teams nicht einverstanden war, konnte nur schwer an sich halten. Sein Zorn richtete sich aber weniger gegen seine Spieler. Er knöpfte sich Schiedsrichter Florian Meyer vor. Denn der 42-jährige Kanzleileiter aus Burgdorf, der auf dem „Betze“ sein 200. Bundesligaspiel pfiff, hatte mit seiner Regelauslegung bei den Borussen aus Dortmund für Empörung gesorgt.

„Ich hatte keinen guten Tag, aber ein anderer auch nicht“, erklärte Neven Subotic, der nach einer Fehlentscheidung von Florian Meyer in der 85. Minute das Spielfeld verlassen musste. „Das war eine lächerliche Schwalbe von Lakic“, regte sich Dortmunds Innenverteidiger noch weit nach dem Spiel auf und erhielt Unterstützung durch Sportdirektor Michael Zorc. Nach seiner Ansicht war der Platzverweis von Subotic eine Farce. „Da begehen die Lauterer Rodnei und Bilek zehn taktische Fouls und es passiert nichts. Das war keine Glanzleistung des Herrn Meyer“, bilanzierte der Sportdirektor, dem allerdings nicht verborgen geblieben war, dass die Borussen vor allem in der zweiten Halbzeit mit einer äußerst bescheidenen Leistung versuchten, den „Betze“ zu stürmen.

Wenn die Dortmunder die schlechten Platzverhältnisse als Ursache für die oftmals planlos nach vorn getretenen Bälle ins Feld führen, war dies nicht ganz nachvollziehbar. Zumal sie beim 1:0 durch Bender mit schnellem Kombinations-Fußball Erfolg hatten. Und genau dieser fehlte über weite Strecken des Spiels, das eigentlich nur in der Schlussphase richtig spannend war. Zuvor schaffte es der Tabellenführer, dessen Vorsprung auf Leverkusen immer noch zehn Punkte beträgt, nicht, die sehr defensiv ausgerichteten Gastgeber vor große Probleme zu stellen.

Zudem offenbarten die jungen Himmelsstürmer auch in Kaiserslautern, dass es ihnen vor dem gegnerischen Tor noch an Cleverness mangelt. Wie schon gegen die schwachen Schalker schafften es die Schwarz-Gelben auch im Fritz-Walter-Stadion nicht, ihre Chancen zu nutzen. Weder Mario Götze noch Kevin Großkreutz brachten aus sehr guter Position den Ball an Lauterns Keeper Tobias Sippel vorbei ins Tor. „Wenn du solche Chancen hast, musst du den einen oder anderen auch mal reinmachen“, kritisierte Michael Zorc, der jedoch von einem Sieg über den FC St. Pauli am kommenden Samstag fest überzeugt ist.

Quelle: wa.de

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