BVB hat es nach 3:0 gegen Karparty Lwiw selbst in der Hand

Torhungrig bis zum Schluss: Robert Lewandowski trifft in der 89. Minute zum 3:0. ▪

DORTMUND ▪ Jetzt müssen sie nur noch das nachlegen, was sie in der Bundesliga am besten können: einen Auswärtssieg, allerdings beim spanischen Traditionsclub FC Sevilla.

Von Peter Schwennecker

Mit einem verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg über den FC Karpaty Lwiw wahrte der BV Borussia Dortmund gestern Abend vor 40 100 Zuschauern im letzten Vorrundenheimspiel der Europa League die Chance auf ein Überwintern im internationalen Wettbewerb. Jedoch können die Schwarz-Gelben im Gruppen-Finale am 15. Dezember (21.05 Uhr) die spanischen Gastgeber nur von Rang zwei verdrängen, wenn sie gewinnen. „Ich bin zufrieden mit dem 3:0 und insgesamt auch mit dem Auftreten der Mannschaft“, freute sich BVB-Trainer Jürgen Klopp. „Wir waren von Beginn an hochkonzentriert und haben diese Konzentration über 90 Minuten aufrecht gehalten.“ Von einem befreienden Gefühl angesichts der Tatsache, dass die Dortmunder in Sevilla nun alles selbst in der Hand haben, wollte der Coach aber nicht reden. „Ich mag es nicht, wenn man die Arme zum Jubeln hochreißt, wenn Elfmeter gepfiffen wird. Man muss das Ding auch noch rein machen“, sagte der Fußball-Lehrer, der in Spanien einen heißen Tanz erwartet.

Der BVB musste gegen Lwiw lediglich auf den verletzten Lucas Barrios (Kapselverletzung im Knie) verzichten, die angeschlagenen Jakub Blaszczykowski und Shinji Kagawa standen in der Startformation. Was gut für die Borussia war, denn Kagawa war es, der den Bundesligisten nach nur vier Minuten und 32 Sekunden in Führung brachte. Nach einer Flanke von Nuri Sahin sprang der kleine Japaner am höchsten und köpfte das Leder unhaltbar in die Maschen. Der überlegene BVB, bei dem Talent Mario Götze eine schöpferische Pause erhielt, versäumte es in der Folgezeit, den Vorsprung weiter auszubauen. Robert Lewandowski (13.) und Kevin Großkreutz (24.) ließen weitere klare Möglichkeiten aus. Mit zunehmender Spieldauer ließ der Druck der Dortmunder nach, die Ukrainer kamen besser ins Spiel. Zur Freude der mitgereisten 107 Fans, die die Partie zum Teil mit nacktem Oberkörper verfolgten. Temperaturen um -8 Grad waren für sie fast schon zu warm, schließlich waren sie in der Heimat bei -22 Grad abgeflogen.

Allerdings wurden die im Angriff harmlosen Gäste auch zu Beginn des zweiten Durchgangs kalt erwischt. Mats Hummels gelang (49.) nach einem Freistoß von Sahin per Kopfball das 2:0. Damit war die Partie gelaufen, Dortmund ließ es mit Blick auf die schwere Bundesliga-Aufgabe am Sonntag in Nürnberg etwas lockerer angehen, um Kräfte zu schonen. So durfte der Ägypter Mohamed Zidan in der Schlussphase nach überstandener Kreuzbandverletzung sein Pflichtspiel-Comeback feiern. Immerhin war er durch seine Balleroberung in der 89. Minute am 3:0 durch Robert Lewandowski beteiligt, der allerdings im Abseits stand. Direkter Vorbereiter war zum dritten Mal in dieser Partie der starke Sahin.

„Jetzt haben wir das erhoffte Endspiel“, strahlte BVB-Torschütze Kagawa. „Es ist gut, dass wir alles selbst in der Hand haben.“ Karpatys Trainer Oleg Kononov wünschte der Borussia viel Glück für die Begegnung in Sevilla, traut den Schwarz-Gelben durchaus einen Sieg zu. „Dortmund war die stärkste Mannschaft, gegen die wir in dieser Gruppe gespielt haben. Ich hoffe, dass sie auch weiterkommen.“

Quelle: wa.de

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