Bund-Länder-Konferenz

Schulen im Lockdown: Beschlussvorlage zum Homeschooling hat es für Eltern in sich

Kurz vor der Bund-Länder-Konferenz um 14 Uhr ist die Beschlussvorlage durchgesickert. Die Runde um Angela Merkel wird heute über die Zukunft der Schulen entscheiden.

Hamm - Laut der Beschlussvorlage, die Bild am Dienstagmorgen einige Stunden vor der Bund-Länder-Konferenz veröffentlichte, wird der Lockdown in Deutschland verlängert. Außerdem sollen neue Corona-Regeln hinzukommen. Viele dieser Maßnahmen betreffen Eltern und Kinder. Denn mit dem Lockdown geht auch die Schließung der Schulen in die Verlängerung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern eine Lockdown-Verlängerung bis zum 15. Februar. Bei den verschärften Maßnahmen droht jedoch Streit - Kanzleramt und MInisterpräsidenten sind sich uneinig.

Schulen länger im Lockdown: Beschlussvorlage hängt Teil-Öffnung an Inzidenz

Die Schulen sollen laut durchgesickerter Beschlussvorlage bis zum 15. Februar - dem Ende des Lockdowns - geschlossen werden. Auch die Kitas bleiben bis zu diesem Zeitpunkt im Notbetrieb. Damit wird die Betreuungssituation für Eltern und Erziehungsberechtigte absehbar nicht einfacher.

Und es kommt noch heftiger: Denn das Ende des Homeschoolings ist auch danach noch lange nicht abzusehen! Ab einer Inzidenz von 50 sollen Schülern und Eltern weitere Angebote gemacht werden - aber nur in Grundschulen. Ist die 7-Tages-Inzidenz also niedriger, sollen die Grundschulen sich auf Wechselunterricht unter Einhaltung der Abstandsregeln umsteigen können. Kinder und Jugendliche auf Gymnasien, Sekundarschulen und Gesamtschulen sollen auch dann weiter im Distanzunterricht bleiben.

Kitas und Kindergärten sollen ab einer Inzidenz von 50 wieder öffnen. Davor gibt es nur Notbetreuung.

Schulen länger im Lockdown durch Corona-Mutationen in Deutschland

Als Begründung für die Verlängerung der Schulschließung wird die Mutation des Coronavirus genannt. So heißt es in der Beschlussvorlage: Es gebe „ernst zu nehmende Hinweise, dass die Mutation B.1.1.7 des SARS-CoV2-Virus sich auch stärker unter Kindern und Jugendlichen verbreitet, als das bei dem bisher bekannten Virus der Fall ist. Daher werden bis 15. Februar die Schulen grundsätzlich geschlossen.“

Gerade in NRW hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FPD) immer wieder betont, so schnell wie möglich zum Präsenzunterricht zurückkehren zu wollen. Bei der Bund-Länder-Konferenz am Dienstagnachmittag sind dementsprechend heftige Diskussionen zu erwarten.

Betreuung von Kindern weiter schwierig: Homeschooling geht in die Verlängerung

Damit Eltern und Erziehungsberechtigte bei der Betreuung zumindest etwas entlastet werden, haben sich Bund und Länder am darauf verständigt, die Zahl der Kinderkrankentage in diesem Jahr zu verdoppeln.

Demnach soll sich jedes Elternteil in diesem Jahr 20, statt 10 Tage für das Kind krankschreiben lassen dürfen. Alleinerziehende bekommen 40 statt der üblichen 20 Kinderkrankentage*, darüber berichtet auch ruhr24.de*. Die Regelung ist ausdrücklich nicht nur für den Fall einer Erkrankung der Kinder gedacht, sondern auch für den Fall, dass sie zu Hause betreut werden müssen, weil Schule oder Kita geschlossen oder nur eingeschränkt im Betrieb sind.

Schulen im Lockdown: Auch weitere Corona-Regeln betreffen Eltern

Auch weitere Regeln, die heute diskutiert werden, betreffen Eltern und Erziehungsberechtigte direkt: Bei dem Treffen zwischen Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel wird über kritische Punkte wie Ausgangssperren, weitere Kontaktreduzierungen und Homeoffice diskutiert.

Die Pflicht zum Homeoffice ist aber scheinbar vom Tisch - stattdessen will der Bund jedoch weiter Druck auf Arbeitgeber ausüben. Diese müssen nach neuester Entwicklung ihren Arbeitnehmer die Möglichkeit einräumen, von Zuhause aus zu arbeiten.

Auch die Ausgangssperre wird verhandelt - doch wird die Regel bundesweit greifen und so hart wie in Frankreich?

Rubriklistenbild: © Boris Roessler / dpa

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