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Paul Ziemiak: Neuer CDU-Generalsekretär wollte ursprünglich zu den Grünen

Der neue CDU-Generalsekretär heißt Paul Ziemiak. Hier finden Sie Antworten auf Fragen zur Parteikarriere, Lebenslauf, Ehefrau, Eltern und mehr.

Update vom 16. Dezember: Bevor Paul Ziemiak zur CDU ging, wollte er zu den Grünen

Paul Ziemiak ist der neue CDU-Generalsekretär an der Seite der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Der 33-Jährige ist der jüngste Generalsekretär, den die Partei je hatte und war schon in jungen Jahren politisch sehr interessiert: Schon mit 14 Jahren trat er in die CDU ein. Allerdings nicht ohne zuvor bei anderen Parteien anzuklopfen, wie die Bild am Sonntag in einem Porträt des jungen Politikers schreibt. 

Ursprünglich habe der Sohn einer polnischen Aussiedler-Familie zu den Grünen gewollt, heißt es. Elke Obrich-Tripp, Grünen-Fraktionschefin in Ziemiaks Heimatstadt Iserlohn, soll zu dem Blatt gesagt haben:  „Paul kam an einem Nachmittag 1999 in mein Büro im Iserlohner Rathaus und wollte bei uns mitmachen.“ Und auch bei der SPD versuchte es der damals 13-Jährige offenbar: „Paul kam auch zu uns, wollte Mitglied werden, sich engagieren“, soll der örtliche SPD-Fraktionschef Peter Leye bestätigt haben. Beide Parteien ließen aber mitteilen, dass er erst ab dem Alter von 16 Jahren bei ihnen aktiv werden könne.

Paul Ziemiak bestätigt dies gegenüber derBild: Er habe bei beiden Parteien angefragt, aber dann sei ihm schnell klar geworden, dass er zur CDU gehen wolle. Denn auch seine Eltern seien CDU-Wähler gewesen.

Paul Ziemiak verriet dem Blatt offenbar außerdem, dass seine Frau erneut schwanger sei. Der CDU-Politiker hat bereits einen einjährigen Sohn. Weitere Details aus seinem Privatleben wolle er aber geheimhalten, wird Ziemiak zitiert: „Meine Familie ist mir hoch und heilig. Sie ist meine Kraftquelle. Ich will sie aus allem raushalten.“

Update vom 11. Dezember: Paul Ziemak lässt Amt bei JU ruhen

Der neugewählte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak lässt sein Amt als Vorsitzender der Jungen Union mit sofortiger Wirkung ruhen. Das teilte Ziemiak am Dienstag in Berlin mit. "Als Generalsekretär an der Erneuerung der Partei zu arbeiten und gleichzeitig Vorsitzender der Jungen Union zu sein, sind aus meiner Sicht zwei unvereinbare Tätigkeiten", erklärte er zur Begründung.

Ziemiak war am Samstag auf dem Bundesparteitag in Hamburg auf Vorschlag der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer in sein neues Parteiamt gewählt worden. "Dass mit mir erstmals ein aktives Mitglied der Jungen Union zum Generalsekretär der CDU gewählt wurde, erfüllt mich mit Demut - diese Wahl ist auch eine Auszeichnung für die Junge Union und ihre Rolle innerhalb der Partei", erklärte der 33-Jährige dazu.

Der Anspruch der Jungen Union sei es aber immer auch gewesen, "Stachel im Fleisch zu sein" und die Union "programmatisch voranzutreiben", hob Ziemiak weiter hervor. Ein neuer Vorsitzender der Nachwuchsorganisation soll nun auf einem außerordentlichen Deutschlandtag der Jungen Union im Frühjahr gewählt werden.

Ursprungs-Artikel: Paul Ziemiak: Neuer CDU-Generalsekretär im Porträt - Ehefrau, Eltern, Junge Union

Der Chef der Unions-Nachwuchsorganisation Junge Union (JU), Paul Ziemiak, ist neuer CDU-Generalsekretär. Die rund 1000 Delegierten des Hamburger Parteitages wählten ihn auf Vorschlag der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstag mit nur 62,8 Prozent - ein deutlicher Dämpfer. Ziemiak (33) sagte nach seiner Wahl: „Ich danke Euch für dieses ehrliche Ergebnis.“

Alle News auch in unserem Ticker vom Parteitag in Hamburg

Der neue CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak

Ziemiak gilt als Vertreter des konservativen Flügels der CDU und Freund von Gesundheitsminister Jens Spahn (38). Seine Berufung dürfte ein Versuch Kramp-Karrenbauers sein, die unterschiedlichen Lager der Partei zusammenzuführen. Kramp-Karrenbauer ist eine Vertraute der langjährigen Vorsitzenden Angela Merkel und gilt als Vertreterin eines politischen Kurses der Mitte. Noch am Vorabend des Parteitags ließ Ziemiak vor Mitgliedern der Jungen Union nach Angaben von Teilnehmern durchblicken, dass er bei der Vorsitzendenwahl nicht für Kramp-Karrenbauer stimmen werde. 

Paul Ziemiak zog mit den Eltern von Polen nach Deutschland

Ziemiak wurde 1985 im polnischen Stettin geboren und zog laut seiner Homepage 1988 mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder als Aussiedler nach Nordrhein-Westfalen. Zunächst landete die Familie in einem Aussiedlerlager, bald fanden seine Eltern aber Arbeit.

Paul Ziemiak: Familie, Ehefrau und Kind

Paul Ziemiak machte Abitur und begann dann, in Münster und Osnabrück Jura zu studieren, machte jedoch keinen Abschluss. Anschließend studierte er Unternehmenskommunikation. Bevor er Abgeordneter wurde, war er als Kommunikationsreferent bei einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig. Pauk Ziemiak ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. 

Mit 16 Jahren trat Paul Ziemiak in die CDU ein und übernahm danach verschiedene Ämter - erst auf Kreis- dann auf Landesebene. 2014 gelang ihm der Überraschungscoup: In einer Kampfkandidatur gewann er die Wahl zum Vorsitzenden der Jungen Union. Als Chef der größten politischen Jugendorganisation in Deutschland und Europa ist er Mitglied des Bundesvorstands der CDU. 2017 wurde Ziemiak schließlich über seinen Wahlkreis in Herne und Bochum ins Parlament in Berlin gewählt.

Video: Ein Tag als Bundestagsabgeordneter mit Paul Ziemiak

Paul Ziemiak stammt aus einfachen Verhältnissen

Ziemiak ist geprägt davon, sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet zu haben. "Egal, wo du geboren wurdest, egal, ob dein Vater studiert hat oder deine Mutter Hausfrau ist, wenn du hart arbeitest, dann kannst du es schaffen, das muss die Botschaft der Jungen Union sein", wird aus seiner Bewerbungsrede um den JU-Vorsitz zitiert.

So manchem gilt es als Widerspruch, dass der aus Polen kommende verheiratete Vater eines kleinen Sohnes ein scharfer Kritiker der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel ist. Ziemiak arbeitete auch mit daran, dass Spahn beim Bundesparteitag 2016 den Beschluss zum Doppelpass durchsetzte, eine konservative Breitseite gegen die Kanzlerin. 

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In Bewerbungsrede unterläuft Ziemiak ein unglücklicher Fehler

In seiner Bewerbungsrede hat der 33-Jährige ein klares Bekenntnis zu klassisch konservativen Werten abgelegt. Er forderte eine Erneuerung der Partei mit einem klaren Kurs und einer klaren Sprache. „Wir müssen die Partei des Rechtsstaats sein“. Zur AfD abgewanderte Wähler wolle er zurückholen, „auch mit einem klaren Bekenntnis zu diesem Land“.

Ziemiak sprach sich für eine konsequente Abschiebung terroristischer Gefährder aus, verwechselte in seinen Ausführungen allerdings den Fall des nach Tunesien abgeschobenen mutmaßlichen Ex-Leibwächters von Osama bin Laden, Sami A., mit dem Attentäter vom Berliner Breitscheidtplatz, Anis Amri.

In der sozialen Debatte dürfe es nicht immer nur Superreiche und Hartz IV gehen . „Ganz normale Familien, diejenigen, die fleißig sind in diesem Land“, müssten im Fokus stehen, sagte er.

Ziemiak gab Kramp-Karrenbauer zunächst einen Korb

Die neue Vorsitzende berichtete am Samstag den Delegierten, sie habe Ziemiak den Posten des Generalsekretärs am Freitagabend erneut angeboten und er habe dies dann angenommen. Es gehe nun nicht um den gestrigen Tag, sondern um die Zukunft der Partei, sagte Ziemiak am Samstag in seiner Bewerbungsrede. "Ich bewerbe mich, weil es um diese Partei geht", sagte er. "Jetzt geht es darum, die Partei zu erneuern mit einem klaren Kurs und einer klaren Sprache."

Bisher hatte Kramp-Karrenbauer das Amt der Generalsekretärin selbst inne, durch ihre Wahl zur neuen Parteivorsitzenden wurde eine Neubesetzung erforderlich.

Paul Ziemiak: Böses Gerücht kursiert in der CDU

Brisant: Ziemiak wisse schon länger, dass Kramp-Karrenbauer ihn zum Generalsekretär machen wolle. Daher habe er dafür gesorgt, dass die Saarländerin bei der Stichwahl mehr Stimmen bekommt als Friedrich Merz, würden böse Stimmen behaupten. Pikant sei dies, weil Ziemiak als ein enger Freund von Jens Spahn gilt und außerdem genau wie Friedrich Merz aus dem Sauerland stammt. Deswegen sollte er sich eigentlich den beiden gegenüber zu Loyalität verpflichtet fühlen.

„Im Raum steht der Vorwurf, er sei nur eines Amtes wegen zur politischen Widersacherin übergelaufen“, schreibt der Spiegel. Gestreut worden sei dieses Gerücht von Merz-Anhängern. Dies zeige, „wie vergiftet die Stimmung nach dem Sieg Kramp-Karrenbauers ist“. 

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dpa, mke, sm

Rubriklistenbild: © dpa / Christian Charisius

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