Schwiegersohn und Berater

Corona-Krise in den USA: Jared Kushner soll Donald Trump geschönte Zahlen geliefert haben

Um die Auswirkungen der Corona-Krise kleinzurechnen, soll Jared Kushner einfach ein neues Modell vorgestellt haben.

  • Jared Kushner*: Donald Trumps Geheimwaffe gegen das Coronavirus*
  • Trumps Schwiegersohn bewirbt alternatives Modell zur Corona-Pandemie
  • Donald Trump* und Jared Kushner überschütten sich mit Lob

USA - Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner macht erneut Schlagzeilen. Der Präsidentenberater  soll dabei behilflich gewesen sein, ein manipuliertes Modell zur Berechnung der prognostizierten Todesfälle in der Corona-Krise zu entwickeln. 

Donald Trump in der Corona-Krise: Alternatives Modell beschönigt Prognose

US-Präsident Donald Trump sei mit der ursprünglichen Prognose der Experten nicht zufrieden gewesen, laut derer die Corona-Pandemie in den USA 100.000 bis 240.000 Opfer fordern werde. Die Prognose wurde dem Weißen Haus bereits Anfang März vorgelegt. Die Trump-Administration soll sich daraufhin mit einer anderen Art der Berechnung beschäftigt haben. Das berichtet die „Washington Post“ und bezieht sich dabei auf mehrere Quellen aus dem Weißen Haus.

Kushner soll demnach ein kleines Team zusammengestellt haben, an deren Spitze Kevin Hassett stand. Hassett ist Ökonom und war von 2017 bis 2019 als Berater Donald Trumps in Wirtschaftsfragen tätig. Kürzlich kehrte er zurück in die Regierungsarbeit, diesmal als Berater Trumps in der Corona-Krise.

Corona-Krise in den USA: Berater bewerben andere Berechnung der Covid-19-Opfer

Das Modell Hassetts soll den Höhepunkt der Infektions- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bereits für Anfang April angenommen haben. Die so berechneten Auswirkungen sollen entsprechend niedriger gewesen sein. 

Sowohl Kushner als auch weitere Top-Berater Trumps, wie seine Tochter Ivanka, sollen das Modell als Beweis beworben haben, dass die Corona-Krise doch nicht so schlimm sei und die Einschränkungen zum Wohle der Wirtschaft aufgehoben werden sollten. Das wiederum spielte Trump in die Karten, der in den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise eine echte Gefahr für seine Wiederwahl sieht.

Coronavirus in den USA: Anstieg der Infektionen und Todesfälle

Hassett selbst bestreitet, dass sein Modell Aussagen über die zu erwartenden Todesfälle beinhaltet. Die „Washington Post“ berichtet jedoch von anderen Mitarbeitern der Trump-Administration, die genau dies bestätigen.

Im April stieg die Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus in den USA weiter stark an. Mittlerweile sind mehr Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Staaten an einer Covid-19 Erkrankung gestorben als im gesamten Vietnamkrieg. Das Modell, entwickelt von Hassett und beworben von Kushner, sei eine „katastrophale Fehleinschätzung“ gewesen.

Das hinderte Trump selbstverständlich genauso wenig daran, sich selbst mit Lob zu überschütten wie Kushner. „Wenn die Geschichte auf diese Zeit zurückblickt, werden die Leute sagen: Mann, die Bundesregierung hat wirklich schnell und kreativ reagiert“, sagte der Ehemann von Donald Trumps Tochter Ivanka* in einem Interview.

Im Wahlkampf setzt die Trump-Kampagne inzwischen auf eine neue Geheimwaffe: die Trump-App.

Auch um neue Berechnungsmethoden bemüht sich die Trump-Administration bezüglich der Zahl der Corona-Todesfälle. Dahinter steht eine politische Agenda.

Donald Trumps Sohn Eric beschuldigt den politischen Gegner, einen riesigen Schwindel zu inszenieren.

Von Daniel Dillmann

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Rubriklistenbild: © AFP

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