Grünanlagen ziehen Deutsche an

Neue Google-Maßnahme: Befeuert Corona die Vision vom „gläsernen Menschen“?

Google wertet Daten über die Bewegung von Menschen während der Corona-Pandemie aus
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Google wertet Daten über die Bewegung von Menschen während der Corona-Pandemie aus.

Wie stark halten sich die Menschen in der Corona-Krise an die Ausgangsbeschränkungen? In den USA zeichnet Google nun Daten auf, die den Bewegungsradius während der Pandemie auswerten.

  • Durch die Coronakrise wird der Bewegungsradius der Menschen weltweit eingeschränkt.
  • Google hat die Daten aus 131 Ländern ausgewertet und statistisch aufbereitet.
  • Stellt das Angebot eine Gefahr für jene dar, die um ihren Datenschutz besorgt sind?
  • Hier finden Sie einen Wegweiser zu unserer Berichterstattung über das Coronavirus.

Internetgigant Google veröffentlicht im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie Bewegungsdaten seiner Nutzer. Eine Auswertung der Daten aus 131 Ländern ist nun online verfügbar, wie der US-Konzern am Freitag mitteilte. Regierungen weltweit solle ermöglicht werden, die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Vermeidung sozialer Kontakte zu überprüfen. Die Statistiken zeigen laut Google, in welchem Maß die Menschen durch den „Lockdown“* Besuche in Parks, Geschäften, Häusern oder Fahrten zum Arbeitsplätze eingeschränkt haben.

Corona: Auswertung digitaler Daten? Nicht von einzelnen Nutzern

Wer nun befürchtet, zum „gläsernen Menschen“ zu avancieren, der dürfte angesichts folgendem Statement aufatmen: Laut Google werden "aggregierte und anonymisierte" Daten von Nutzern verwendet, die der Speicherung ihrer Standortinformationen zugestimmt haben. Rückschlüsse auf das Bewegungsprofil einzelner Nutzer sollen laut Google jedoch nicht möglich sein. Diagramme zeigen aber, wie die Menschen wegen der Corona-Pandemie ihr Verhalten insgesamt geändert haben.

Dabei wird die prozentuale Veränderung angezeigt, nicht aber die Gesamtzahl der Besuche. In Deutschland wurde demnach für Besuche in Restaurants, Cafés, Einkaufszentren, Museen und Kinos ein Rückgang um 77 Prozent gegenüber dem üblichen Niveau verzeichnet. In Supermärkten, Drogerien und Apotheken erhöhte sich der Andrang laut der Statistik zwischenzeitlich, bis Ende März flaute er dann um 51 Prozent ab.

Google belegt: Corona treibt Deutsche in die Grünanlagen

Bei öffentlichen Parks und Gärten waren die Ausschläge noch größer. Mitte März nahmen die Besuche deutlich zu, am Monatsende gingen sie dann um 49 Prozent zurück. Auch öffentliche Verkehrsmittel werden laut der Statistik deutlich weniger genutzt. Stattdessen bleiben die Menschen offenbar häufiger zu Hause, für Wohnungen und Häuser weisen die Bewegungsdaten eine Zunahme von elf Prozent aus. Die Google-Daten sind auch nach einzelnen Regionen aufgeschlüsselt, für Deutschland können Statistiken für jedes Bundesland eingesehen werden.

"Wir hoffen, dass diese Berichte dabei helfen, Entscheidungen zum Umgang mit der Covid-19-Pandemie* zu treffen", erklärten die Leiterin des Kartendienstes Google Maps, Jen Fitzpatrick, und der Gesundheitsbeauftragte des Internetriesen, Karen DeSalvo.

Auswertung von Handydaten: Nationen mit unterschiedlicher Praxis

Zahlreiche Länder wie China, Südkorea oder Israel setzen im Kampf gegen das Coronavirus massiv auf die Auswertung von Handydaten. Datenschützer und Menschenrechtsaktivisten sehen darin eine Bedrohung für die Privatsphäre der Bürger und warnen vor einem Dammbruch bei der Überwachung. 

Hierzulande wird ebenfalls über den Einsatz von sogenannten Tracking-Apps diskutiert, über die Nutzer freiwillig ihre Standortdaten übermitteln können.

Die Forschung ist auch dank Testverfahren auf die Verbreitung der Corona-Pandemie vorbereitet. Ein Impfstoff wird entwickelt und steht möglicherweise vor dem Durchbruch, wie Merkur.de* schildert.

PF/AFP

*Merkur.de ist ein Angebot des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

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