Untersuchung verdeutlicht Beweggründe

Asylbewerber: Studie zeigt, warum Menschen fliehen und zu uns kommen

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Flüchtlinge warten auf ihre Weiterreise (Symbolbild).

Eine Studie der Vereinten Nationen verdeutlicht Überraschendes über Flüchtlinge, während sich manch anderes Vorurteil bestätigt. Viele Tausend dieser Menschen mussten Deutschland bereits wieder verlassen.

München - Wer sind eigentlich die Migranten aus afrikanischen Ländern, die illegal in die Europäische Union kommen? Dieser Frage ging eine Studie der Vereinten Nationen auf den Grund. Im Rahmen des Entwicklungsprogramms UNDP fragte die Uno rund 3000 Erwachsene aus 43 afrikanischen Ländern, wie Spiegel Online berichtet. Ausgenommen von dieser Umfrage waren explizit Menschen, die aus Gründen des Krieges oder der Vertreibung die Flucht ergriffen.

Uno-Studie: Was bewegt Menschen zur Flucht aus Afrika?

Übrig blieben also sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“, die sich ungeduldet in europäischen Staaten aufhalten. Von den befragten Einwanderern kamen 71 Prozent aus dem vergleichsweise wohlhabenden Westafrika, speziell aus Nigeria und dem Senegal. Ebenso waren diese Einwanderer besser gebildet als der Durchschnitt der Bevölkerung ihrer Heimatländer: So gingen 58 Prozent in ihrer Heimat einer regelmäßigen Arbeit nach oder waren in einer Schulausbildung, ehe sie aufbrachen. Und auch der Verdienst der Geflüchteten war höher als im Landesdurchschnitt.

Obwohl die Betroffenen damit mehr verdienten, als ihrer Mitbürger, war das Einkommen eigener Einschätzung nach jedoch zu wenig, um überleben zu können. Ein weiterer Fakt bestätigt hingegen manches vorherrschende Urteil: Der mit Abstand größte Teil der Migranten war bei der Abreise aus der Heimat in einem Alter zwischen 20 und 29 Jahren. Und lediglich ein Viertel dieser Personen war verheiratet oder auch nur in einer festen Beziehung. 

Laut der Untersuchung leiten die Forscher daraus folgendes ab: Migration sei ein Schritt, der erst durch eine ökonomische oder gesellschaftliche Verbesserung möglich wird, wie der Spiegel weiter berichtet. Steigt der Wohlstand, kommen die Menschen erst auf die Idee und erhalten die Möglichkeit, sich auf die Reise zu machen. So nannten die meisten Befragten die ökonomische Situation als Hauptgrund für das Ergreifen der Flucht (60 Prozent). Die Befragten erhofften sich in Europa Arbeit und die Gelegenheit, Geld an die daheim gebliebene Familie zu schicken als die wichtigsten Motivationen.

Laut den Forschern gab es jedoch meistens mehrere Gründe für die Flucht. Das am zweithäufigsten genannte Argument neben dem Geld verdienen waren die schlechte Regierungsführung in den jeweiligen Ländern sowie die aktuelle Sicherheitslage.

Abgeschobene Flüchtlinge aus Deutschland: Statistik 2019 veröffentlicht

Unterdessen sind einem Bericht zufolge in den ersten neun Monaten 2019 bereits 16.808 Asylbewerber aus Deutschland abgeschoben worden. Dies vermelden Funke-Zeitungen nach der Regierungsantwort auf eine Linken-Anfrage. Zumeist handelte es sich hierbei um Zuwanderer aus Nordafrika, die über das Mittelmeer nach Italien, Frankreich oder Spanien fliehen und dann weiter nach Deutschland ziehen. Dies ist nämlich verboten: Nach EU-Regeln müssen Flüchtlinge im Erstaufnahmeland bleiben.

Sogenannte Dublin-Überstellungen in der EU machen einen Großteil der Abschiebungen aus. Die Dublin-Regeln sehen vor, dass Flüchtlinge ihren Asylantrag in dem EU-Land stellen müssen, in dem sie als erstes europäischen Boden betreten.

Bei den Zielländern liegt Italien demnach mit 1894 Abschiebungen vor, gefolgt von Albanien mit 1178 und Frankreich mit 906. 55,6 Prozent der Migranten wurden dem Bericht zufolge mit Linienmaschinen außer Landes gebracht, zu 32 Prozent mit Charterflügen, die restlichen Fälle auf dem Land- oder Seeweg. Für die Sicherheitsbegleitung zahlte der Bund bis September demnach rund sechs Millionen Euro.

Auf das Jahr hochgerechnet geht die Linke von 22.411 Abschiebungen aus - nur leicht weniger als im Vorjahr. 2018 waren es 23.617 Abschiebungen.

Ein ZDF-Dokudrama über Angela Merkel und die Flüchtlinge war kürzlich bei Kanzleramtsmitgliedern nicht gut angekommen. Massive Kritik setzte ein.

Wegen eines Fundes in Düren wurde der Staatsschutz eingeschaltet: Vor einer Kirche wurde Handgranate aus Bundeswehr-Beständen gefunden. 

PF/AFP

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