Festnahme am Dortmunder Flughafen

Aus dem Flieger direkt in die JVA - und das für fast zwei Jahre!

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Ob der Mazedonier (39) wohl geglaubt hatte, dass sich seine beiden stattlichen Restfreiheitsstrafen aus Verurteilungen in den Jahren 2013 und 2014 in Luft aufgelöst hatten? Er reist über den Dortmunder Flughafen nach Deutschland ein, wurde kontrolliert - und direkt in die JVA eingeliefert. Da machte es ein 29-Jähriger aus dem Kosovo cleverer. Lesen Sie selbst!

Dortmund - Für die nächsten sage und schreibe 639 Tage - also ein Jahr und rund neun Monate - wurde der besagte mazedonische Staatsangehörige (39) am Dienstagmorgen von Einsatzkräften der Bundespolizei direkt vom Airport in die Dortmunder JVA eingeliefert.

"Der Mann wollte gegen 8.30 Uhr mit einem Flug aus Skopje (Mazedonien) über den Dortmunder Flughafen in das Bundesgebiet einreisen. 

Bei seiner grenzpolizeilichen Einreisekontrolle stellten Bundespolizisten fest, dass gegen den in Essen wohnhaften Mann gleich zwei Haftbefehl vorlagen", so die Bundespolizei.

150 plus 489 Tage Restfreiheitsstrafe "fällig"

Bereits im Oktober 2013 sei der Mann vom Essener Amtsgericht wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verurteilt worden. Von dem Urteil seien noch 150 Tage Restfreiheitsstrafe (von zuvor einem Jahr Freiheitsstrafe) "offen" gewesen.

Damit nicht genug: Im Oktober 2014 sei der 39-Jährige erneut vom Amtsgericht in Essen verurteilt worden - diesmal wegen Diebstahls geringwertiger Sachen, räuberischen Diebstahls, versuchten schweren Diebstahls und unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln.

"Deswegen hatte er noch eine Restfreiheitsstrafe von 489 Tagen (von insgesamt zwei Jahren und acht Monaten Gesamtfreiheitsstrafe) zu verbüßen", so die Bundespolizei.

Kosovare verhält sich dagegen "vorbildlich"

Die nennt dagegen das Verhalten eines 29-Jährigen aus dem Kosovo "vorbildlich und vor allem arbeitserleichternd" - wenngleich sich sein Fall in ganz anderen Dimensionen abspielt:

Der Mann habe sich am Dienstagittag in der Wache der Bundespolizei am Dortmunder Hauptbahnhof gemeldet. "Im Gespräch mit einem Bundespolizisten erklärte der 29-Jährige, dass er am kommenden Tag eine Flugreise in den Kosovo antreten würde. Vor der Reise wolle er jedoch klären, ob vielleicht noch etwas gegen ihn vorliegen könnte."

Geldbuße direkt vor Ort beglichen

Eine Überprüfung habe dann tatsächlich ergeben, dass der Dortmunder mit einem Haftbefehl gesucht worden war.

"Offensichtlich hatte der 29-Jährige eine Geldbuße aus dem Jahre 2018 nie beglichen. Deswegen wurde gegen ihn ein Haftbefehl erlassen. Weil er noch in der Wache den geforderten Betrag von 160 Euro samt Verwaltungskosten (28,50 Euro) zahlte, blieb ihm eine Erzwingungshaft von sechs Tagen erspart. Zudem ersparte er sich und der Bundespolizei die zeitraubenden Maßnahmen am Flughafen, vor Beginn seiner Reise." - eB

Quelle: wa.de

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